Gerlafingen

Harmonie Gerlafingen spielte Bond-Medley ohne Netz und Boden

Die Harmonie Gerlafingen konzertierte am Samstag in der Mehrzweckhalle Obergerlafingen. Musik aus den James Bond-Filmen war ein wichtiger Bestandteil des Abends.

Bevor die Harmonie überhaupt auf die Bühne der Mehrzweckhalle kam, durfte das Ensemble der Kreismusikschule Gerlafingen unter der Leitung von Silvia Scartazzini zwei Stücke spielen. Es dürfte dieser nicht ganz leicht gefallen sein, die passenden Konzertstücke zu finden. Sie mussten relativ leicht sein und trotzdem nach richtiger Musik tönen.

Zudem mussten sie für die Besetzung verwendbar sein, die sich zufällig ergeben hatte. Auf der Bühne stand ein kleines Orchester, das nebst einem Akkordeon und zwei Celli aus Blasinstrumenten bestand. Mit «Meet The Flintstones» und «The James Bond Theme» fand sie die Stücke.

Viel Saft in den Tuben

Bond spielte auch bei der Harmonie eine Rolle. Nicht dass der zum Motto geworden wäre. Ein solches wäre der Absicht, ein Konzert mit raren Köstlichkeiten aus der Unterhaltungsliteratur zu bieten, entgegengestanden. Was der Eröffnung so riesiger Anlässe dienen kann, darf nicht falsch sein für die Harmonie. Mit «The Olympic Spirit» von John Williams fand sie die Lösung. Wer wirkungsvolle Filmmusiken schreibt, kann Fanfaren wie diese für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul scheinbar aus dem Handgelenk schütteln.

Mit viel Saft in den Tuben wechselte die Harmonie danach in den Bereich der Musicals. Den brauchten nicht nur die Holzbläser bei Alfred Reeds tollem Arrangement zu Frederick Loewes «My Fair Lady» aus dem Jahr 1956.

Sie waren aber bei «The Feather Song» von Alan Silvestri besonders gefordert. Damit war die Harmonie inzwischen bei Filmmusik gelandet. Aidan Thomas bescherte dem Publikum mit seinem Arrangement einen duftigen Beginn zunächst mit Flöte und bald weiteren Holzklängen.

Diese berührende Musik real zu erleben, ist halt schon eindrücklicher, als sie im Kino oder vor dem Fernseher zu konsumieren. Dort können die Aufnahmen zwar bis zur Perfektion wiederholt werden. Das war sicher bei den Bond-Filmen nicht anders.

Ohne Netz und doppelten Boden

Auch Stephen Bullas Medley aus fünf Bond-Episoden spielte die Harmonie ohne Netz und doppelten Boden. Gar sieben Stücke packte John Glenesk Mortimer in sein anspruchsvolles «Cartoon Medley», mit dem die Harmonie das Konzert abschloss. Schon direkt davor zeigte die Harmonie ihr Niveau mit einer tollen Bearbeitung von Johan de Meij. Er frischte ein Werk auf, das Jan Stoeckart unter dem Pseudonym Peter Milray 1984 publizierte und «Cake-Walk» nannte.

Damit bescherte er dem Publikum ein jazziges Posaunensolo. Gerade die Posaunen sind bei Strassenmärschen wichtig. Wertvoll sind sie zudem bei Konzertmärschen. Damit konnte die Harmonie aufwarten. Im ersten Teil war es Rudi Fischers «Die Sonne geht auf». Anspruchsvoll blieb das bekannteste Werk von Miroslav Juchelka, der «Optimisten-Marsch» nach der Bearbeitung durch Jaroslav Zeman.

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