Gemeindeversammlung

Haltener kritisieren Schliessung der Raiffeisen-Filiale

Die Filiale der Raiffeisenbank in Halten wird aufgelöst.

Die Filiale der Raiffeisenbank in Halten wird aufgelöst.

An der Rechnungsgemeindeversammlung von Halten wird der Abgang der einzigen Bank vor Ort, der Raiffeisenbank, kritisiert. Der Gemeinde gehen damit auch Steuereinnahmen verloren.

Für die 25 Stimmberechtigten, die die Gemeindeversammlung besuchten, hat sich das Kommen gelohnt. Sie konnten schon nach kurzer Zeit noch einen Schluck trinken gehen. Dies aber nicht bevor Gemeindepräsident Eduard Gerber unter Verschiedenem nochmals den Auszug der Raiffeisenbank aus dem Dorf geisselte.

Am 8. Mai sei ihm vom Bankdirektor persönlich die schlechte Nachricht überbracht worden. Schon am 9. Mai wurden die Einwohner von Halten informiert. Der Gemeinderat hat noch versucht, in einem direkten Gespräch mit der Bankleitung und dem Verwaltungsrat die Schliessung zu verhindern. Der geschlossene Einsatz des Gemeinderates war vergebens.

Am Tag der Gemeindeversammlung erhielt der Gemeindepräsident in einem Bericht die endgültige Schliessung mitgeteilt. Dieses Verhalten sei ein Affront. «Uns wurde gar vorgehalten, die Gemeinde würde die Bank nicht berücksichtigen. Dabei ist ihr Zins stets höher als der von anderen offerierenden Banken.» Mit der Schliessung der Filiale gehe der Gemeinde nicht nur eine beträchtliche Steuereinnahme verloren, auch der Bancomat werde geschlossen.

Schlechtere Zahlen vermieden

Erstmals nach einem längeren Aufwärtstrend musste die Gemeinde ein negatives Ergebnis von 22 600 Franken in der Rechnung hinnehmen. Hätte die Gemeinde wie bis anhin gerechnet, wäre das Minus bedeutend höher. Bis anhin wurden die Steuern zu 90 Prozent ausgewiesen. Mit dem neuen Rechnungsmodell HRM2 müssen 100 Prozent ausgewiesen werden.

Halten nähert sich diesem Wert mit 95 Prozent in der Rechnung 2014 und 100 Prozent ab 2015. Das ergab ein Plus von 170 000 Franken. Mitentscheidend war aber auch der Steuerfuss von 120 der im Vorjahr noch bei 125 lag. Ansonsten konnte das Budget eingehalten werden. Die Rechnung schliesst mit einem Aufwand von 3,736 Millionen Franken. Die Spezialfinanzierungen sind gut ausgestattet.

Die 866-Personen-Gemeinde musste 84 Prozent ihres Haushaltes für die kurzfristig nicht beeinflussbaren Kosten für Bildung und Soziales aufwenden. Im Vorjahr habe dieser Wert noch bei 75 Prozent gelegen, berichtete Gemeinderat Beat Gattlen, Ressort Finanzen. Investiert wurden brutto 60 000 Franken und netto ein halber Tausender. Dafür verantwortlich sind diverse Einnahmen. 14 424 Franken Steuerguthaben wurden abgeschrieben.

Halten hat seine Verlustscheine aus Steuerguthaben an eine externe Firma zur Bewirtschaftung ausgelagert. «Manchmal kommt etwas herein», berichtet Eduard Gerber. Die Firma erhalte 50 Prozent der eingetriebenen Gelder. Die Rechnung wurde einstimmig gutgeheissen.

Reduzierte Öffnungszeiten

Die Revision des Reglementes über die Benützung der Mehrzweckanlage wurde einstimmig gutgeheissen. Die Dorfvereine müssten weiterhin nichts für ihre regelmässige Nutzung bezahlen.

Eduard Gerber kündigte eine leichte Reduktion der Öffnungszeiten auf der Gemeindeverwaltung an. Diese betreffe den Mittwochmorgen. «Wir haben viel weniger Kunden auf der Verwaltung als früher.»

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