Gemeindeversammlung
Halten knabbert am Vermögen – Steuersatz bleibt gleich

Das Budget beschäftigte die Gemeindeversammlung von Halten – und die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden.

Hans Peter Schläfli
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Gemeindepräsident Beat Gattlen durfte 20 Stimmberechtigte begrüssen. (Archiv)

Gemeindepräsident Beat Gattlen durfte 20 Stimmberechtigte begrüssen. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Angesichts der kurzen Traktandenliste und der Maskenpflicht zeigte sich Haltens Gemeindepräsident Beat Gattlen zufrieden damit, dass am Mittwochabend immerhin 20 Stimmberechtigte den Weg auf den Spiegelberg zur Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle gefunden hatten. Das Budget für das Jahr 2021, das ein Defizit von rund 150'000 Franken vorsieht, wurde einstimmig genehmigt.

Weil die Erfolgsrechnung mit einem Gesamtvolumen von rund 3,4 Millionen Franken ein moderates Defizit vorsieht, obwohl in Halten derzeit keine grösseren Investitionen auf dem Programm stehen, sprach Christian Stephani als der Ressortleiter Finanzen von einem «strukturellen Defizit». Man müsse aber nicht überhastet handeln. «Wir haben noch etwas Reserve und können es uns leisten, den Steuersatz bei 120 Prozent zu belassen. Eine grosse Sparrunde ist nicht nötig und angesichts der Coronakrise auch nicht angebracht.» Das Eigenkapital von gut 700'000 Franken entspreche einem Vermögen von rund 1500 Franken pro Einwohner.

Mehrkosten entstehen zum Beispiel durch die Einführung der Tagesstrukturen im Schulverband HOeK. Bei der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung sind die Zahlen zwar leicht im Minus, aber das sei so gewünscht, um die grossen Reserven abzubauen. Bei den Kehrichtgebühren ist ein minimales Plus von 1200 Franken zu erwarten. Die jeweiligen Gebühren bleiben deshalb unverändert.

«Eine Fusion nicht ausschliessen»

Der einzige Budgetpunkt, der zu einer Diskussion führte, waren die 16000 Franken, die für eine Machbarkeitsstudie eingesetzt werden, die eine erweiterte Zusammenarbeit mit den Nachbardörfern Oekingen und Kriegstetten (HOeK) prüft. «In der kommenden Legislaturperiode werden wir handeln müssen, um das strukturelle Defizit aus der Welt zu schaffen, sonst werden wir in wenigen Jahren die Steuern erhöhen müssen», sagte Finanzchef Stephani dazu. Und er wagte einen Ausblick: «Bei einer weitergehenden Kooperation HOeK wäre durchaus noch Sparpotenzial realisierbar.»

«Diese Zusammenarbeitsstudie darf nicht zu eng gefasst werden», meldete sich der ehemalige Gemeindepräsident Eduard Gerber aus dem Plenum zu Wort. «Auch eine Fusion muss wieder in Erwägung gezogen werden.» Die drei zusammengewachsenen Dörfer führen zum Beispiel die Feuerwehr und die Schule gemeinsam.

Das Thema Fusion taucht seit Jahrzehnten immer wieder auf – um dann wieder verworfen zu werden. Gemeindepräsident Beat Gattlen erklärte: «Wir wollten absichtlich das Wort Fusion vor dem Start der Gespräche nicht gebrauchen, damit wir niemanden abschrecken. Es handelt sich um ein reines Beratungsprojekt, und die Ziele sind sehr weit gefasst.» Es sei nicht ausgeschlossen, dass die externen Berater zum Schluss kommen, eine Fusion wäre die beste Lösung. «Aber auch kleinere Schritte sind willkommen.»

Zum Abschluss der Versammlung informierte Gattlen, dass der Kanton von März bis Oktober die Brücke über die Oesch sanieren will. «Auf der Hauptstrasse wird deshalb im Sommer nur noch Einbahnverkehr möglich sein. Auf uns alle kommen also wieder unangenehme Umstände zu.»