Halten
Der naturnahe Schaugarten beim Mehrzweckgebäude lädt zum Nachahmen ein

Vor zwei Jahren gaben die Umweltkommission und der Natur- und Vogelschutzverein Halten (NVVH) den Startschuss zum Erstellen eines Schaugartens. Mit geringem Budget und vielen helfenden Händen wurde dieser Ort geschaffen.

Marlene Sedlacek
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Die Eröffnung des Schaugartens in Halten.

Die Eröffnung des Schaugartens in Halten.

Jose R. Martinez

Früher wuchs hier eine eher unansehnliche Wiese, die ein Bauer ab und zu mähte. Nun schlängelt sich ein zum Spazieren einladendes mit Holzschnitzeln bedecktes Weglein am Hang seitlich der Mehrzweckhalle hoch.

Eine Vielzahl einheimischer Wildgehölze wie Pfaffenhütchen, Geissblatt, Schneeball oder Liguster säumen den Pfad. Ast- und Steinhaufen, ein Platz mit Totholz, ein grosses Bienenhotel, Vogeltränken und Nistkästen vervollständigen den naturnahen Garten.

Mitsamt ausgestopften Vögeln

Auf den Greifvogelwarten sitzen Sperber und Turmfalke, im hohen Gras lauert ein Graureiher auf Beute. Diese Vögel sind jedoch nur ausgestopft und sollen zeigen, dass eine attraktive Gartengestaltung diese Tiere anlocken könnte.

Der Reiher - er könnte auch in echt vorbeikommen.

Der Reiher - er könnte auch in echt vorbeikommen.

Jose R. Martinez

Eine Wohlfühloase für Mensch und Tier

Am Sonntag fand die offizielle Eröffnung des Gemeinschaftswerks statt. Walter Niederberger, Präsident des NVVH, zeigte auf dem Rundgang auf, worauf es ankommt, um erfolgreich Vögel, Insekten, Käfer und andere Kleintiere in den Garten zu locken. Wie man ihnen einen Ort bieten kann, an dem sie sich wohl fühlen und vermehren können.

Vorteilhaft sei es, verschiedene einheimische Sträucher und Stauden zu pflanzen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, erklärte er. Diese böten den ganzen Sommer durch Nektar für die Insekten. Im Herbst und Winter bereicherten sie mit ihren Beeren den Speiseplan der Vögel. Kleinstrukturen wie Totholz- und Asthaufen, Trockenmauern und vereinzelte Steinhaufen und Hecken böten Nahrungsmöglichkeiten, Nistplätze und Verstecke für allerlei Tiere.

Nina Bauermeister (Präsidentin Umweltkommission) und Walter Niederberger (Präsident NVVH).

Nina Bauermeister (Präsidentin Umweltkommission) und Walter Niederberger (Präsident NVVH).

Jose R. Martinez

Wichtig findet Niederberger aber auch, dass der Mensch selber hier einen Ort der Ruhe finden kann. Es tue gut, einfach mal nichts zu tun, sich gemütlich niederzulassen, zu beobachten und zu horchen, wie es rundherum summt, brummt und zwitschert. Dazu bieten sich die Holzbänke unter dem ausladenden Nussbaum an.

Tipps zur Gestaltung eines eigenen Naturgartens

Die Idee hinter dem Garten sei, erklärte Niederberger, aufzuzeigen wie man im eigenen Garten für Tiere und Pflanzen attraktive Lebensräume schaffen kann. «Natürlich hat nicht jeder einen Nussbaum im Garten, um einen Nistkasten anzubringen», ist er sich bewusst. Doch der Zweck des Schaugartens sei, den Leuten Tipps mit nach Hause zu geben, die sich im Kleinen verwirklichen lassen.

Dieser Gedanke schien bei den Besuchern und Besucherinnen rüberzukommen. «Das muss ich daheim sofort nachmachen», sagte eine Gartenbesitzerin angesichts einer Vogeltränke begeistert. Ein simpler Holzpfosten mit zwei darauf montierten Blumentopfuntersetzern. Die Tränke bietet den Vögeln einen Platz zum Trinken und Baden, ausserhalb der Reichweite von Katzen.

Schautafeln mit Informationen

Zusätzlich zu der bunten Vielfalt an Pflanzen finden Interessierte auf zahlreichen Schautafeln lehrreiche Informationen über die verschiedenen Lebensräume und über die Pflanzen, Tier- und Vogelarten, die im Siedlungsraum vorkommen.