Diese Woche ist eine ganz besondere für rund 30 Kinder, die an der Theaterwoche der Schulen Zuchwil teilnehmen. Diese findet nun schon zum sechsten Mal und heuer unter dem Motto «Märchen» statt.

Am Morgen beginnt das Programm jeweils mit einem gemeinsamen Einwärmen. «Reibt euch erst mal den Schlaf aus dem Gesicht», sagt Simone Wyss schmunzelnd. Tatsächlich sehen einige Kinder noch etwas verschlafen aus. Sie alle stehen in einem Kreis in der Aula des Schulhauses Unterfeld und folgen den Anweisungen der Theaterpädagogin. Dann werden die Sehnen und Muskeln aufgewärmt und natürlich die Stimmbänder gestärkt, schliesslich werden die Kids ihre Stimmen brauchen, wenn sie später auf der Bühne stehen.

Nachdem gemeinsam ein Lied gesungen wurde, begeben sich die Kinder in ihre Gruppen. «Wir haben vier Gruppen, drei davon studieren Szenen zu einem bestimmten Märchen ein und eine macht Musik», erklärt Wyss. Die drei Märchen, die thematisiert werden, sind «Tischlein deck dich», «Hänsel und Gretel» und «Des Kaisers neue Kleider».

Simone Wyss führt die Theaterwoche gemeinsam mit Manuela Glanzmann und Joseph Nicolet durch. Beiden sind ebenfalls Theaterpädagogen.

Kaiser übers Ohr gehauen

In der Aula probt die Gruppe «Tischlein deck dich» unter Anleitung von Simone Wyss. «Wir haben zu Beginn der Woche über die Märchen gesprochen und versucht, Parallelen zum Alltag oder dem Leben der Kinder zu finden», erklärt Wyss. Ihr sei es wichtig, dass die Kinder sich einbringen. So entstehen fast schon moderne Szenen. In einer werden drei kleine Mädchen von den «bösen Grossen» auf dem Heimweg von der Schule bedrängt. Sie nutzen den Zauberspruch «Knüppel aus dem Sack» aus dem Märchen, um sich zu verteidigen. «Ich habe die Kinder gefragt, wann für sie ein solcher Knüppel nützlich wäre und aus ihren Ideen haben wir dann Szenen kreiert.»

Während die Knüppel-Szene mit viel Begeisterung geprobt wird, feilt in einem anderen Zimmer die Gruppe «Des Kaisers neue Kleider» an einer Szene. In dieser werden die vier Kaiser übers Ohr gehauen. Ihnen wird von zwei Vertreterinnen ein Stoff angedreht, den scheinbar nur schlaue Leute sehen. Weil niemand zugeben will, dass er dumm ist, tun alle so, als könnten sie den nicht existierenden Stoff sehen. So machen die beiden Vertreterinnen ein gutes Geschäft und lachen sich dabei ins Fäustchen. Die Szene bereitet den Kindern grosse Freude, gerade weil sie so lustig ist.

Aufregung und viel Freude

Um halb elf ist Pause, die Kinder können sich etwas von der Schauspielerei erholen. Nach einem kräftigen Schluck Wasser meint Mara: «Ich mache schon zum dritten Mal bei der Theaterwoche mit. Theaterspielen macht mega viel Spass.» Ihre Lieblingsrolle sei die des Vaters von Hänsel und Gretel. Ihre Kollegin Irem ist ebenfalls total begeistert: «Das Theaterspielen gefällt mir sehr, und ich freue mich riesig auf die Aufführung.» Sie werde die Theaterwoche sicher auch im nächsten Jahr besuchen.

Wyss freut sich über die Begeisterung der Kinder fürs Schauspielern. «Einige kommen seit dem ersten Mal jedes Jahr und machen mit.» Es sei toll zu sehen, wie die Kinder sich in der Woche entwickeln. «Einige sind eher scheu und kommen richtig aus sich heraus und andere sind überdreht und am Schluss der Woche aber sehr konzentriert und auch ruhiger.» Schon geht das Proben weiter, schliesslich ist bald die sehnlichst erwartete Aufführung, an der die Kinder vor dem Publikum in ihre Rollen schlüpfen.

Emilie und Efsu erklären: «Wir sind schon aufgeregt wegen der Aufführung, aber es ist cool, ein Theater zum Thema Märchen aufzuführen und vor allem unsere Hexen-Rollen sind echt super. Es ist toll eine Hexe zu sein!» Bei so viel Euphorie kann heute Abend kaum etwas schiefgehen.

Die Aufführung ist öffentlich und findet heute Freitag um 16.30 Uhr in der Aula des Schulhauses Unterfeld statt. Der Eintritt ist frei.