Gemütlich tönt es beim Morgenessen des seit vielen Jahren verheirateten Ehepaars Ursula und Leo Huber (Bianca Gisiger und Hans-Jörg Oetterli) keineswegs. In der etwas verstaubten Stube bestimmen Geldmangel, Geiz und zu harte Frühstückseier das Gespräch. Der Hausherr beschwert sich zudem über zu starken Kaffee, an Schlaf sei damit im Büro nicht zu denken. Mitten in den ehelichen Disput klingelt das Telefon, und Ursulas reiche Erbtante (Marlis Frey/Valerie Pürro) aus Amerika meldet sich unverhofft zum Besuch an. Kein Grund zur Aufregung – nur im Normalfall. Ursula hat nämlich in den Briefen an ihre Tante ziemlich geprahlt und ihren Ehemann als Ständerat ausgegeben, notabene mit Mercedes, Chauffeur, Diener und Dienstmädchen. Nicht umsonst aber haben die Hubers treue Freunde, die dieses Problem zu lösen scheinen. Pia und Werner Däppen (Petra Kölliker/Bernhard Epp) schlüpfen in die Rollen von Dienstmädchen und Diener. Jörg Steiger (Lukas Rätz), der eh schon einen Mercedes fährt, wird zum Chauffeur bestimmt. Doch, es kommt anders, die Tante trifft früher ein als erwartet und überrascht ihre Nichte Ursula eng umschlungen auf dem Sofa, leider nicht mit ihrem Ehemann.

Lacher sind garantiert

Von diesem Moment an ist in der Komödie von Walter G. Pfaus «Gloge, nüt als gloge» keiner mehr das, wofür er eigentlich auserwählt wäre. Als erstes Gebot gilt nun, die sittenstrenge Erbtante im Hinblick auf die Millionen, bei Laune zu halten. Denn die Tante ist voller Grundsätze und hasst Lügen. Die Nerven liegen blank, als auch noch Leos Mutter (Brigitte Frei) unverhofft aufkreuzt. Diese ist dem Alkohol nicht abgeneigt und weiss zu guter Letzt eher, wo der Whisky lagert als die Anzahl ihrer Söhne. Auch der mysteriöse Unbekannte (Martin Pürro) macht die Sache nicht besser.

Haben nun Lügen wirklich kurze Beine, im turbulenten Stück, in welchem eine verrückte Szene die andere jagt und das Blaue vom Himmel herunter gelogen wird? Das Publikum darf sich freuen, denn unterhaltsame Stunden und viele Lacher sind garantiert. Regisseur Helmuth Zipperlen hat mit der Theatergruppe ein witziges Stück einstudiert und Grosses geleistet. Die Crew hatte nämlich vor zwei Wochen einen nicht unbeachtlichen Schock zu überwinden. Wegen Erkrankung der Hauptdarstellerin musste kurzerhand umprogrammiert werden. Hinter Ursula Huber steckt nun Bianca Gisiger. Sie schafft, zusammen mit der spielfreudigen Theatergruppe, ihre unzähligen Einsätze mit Bravour.

Aufführungen im Turbensaal Bellach:
Premiere, Mi, 30. März, Fr, 1. April, und Sa, 2. April, jeweils 20 Uhr (Essen ab 18 Uhr). So, 3. April 14 Uhr (Essen ab 12 Uhr).