Solothurner Fasnacht

«Haben das goldene Los gezogen»: Neue Wagenbauhalle stimmt Hudibras-Chutze zufrieden

Die Hudibras-Halle an der Gurzelenstrasse 11 in Bellach.

Die Hudibras-Halle an der Gurzelenstrasse 11 in Bellach.

Die Fasnacht 2017 blieb bei der Wagenbau-Zunft Hudibras-Chutze nicht in allerbester Erinnerung: ohne Halle kein Wagen am Umzug. Das ist dieses Jahr ganz anders.

Das Motto der Hudibras-Chutzen lautet wohl «Feik Nius – chunsch drus?», aber es ist keine «Feik Nius», sie haben eine Halle, und zwar eine nigelnagelneue. Diese Halle ermöglichte der Stammzunft die Bellacher Recyclingfirma Almeta. Somit können die Hudibras-Chutze nach dem letztjährigen Fuss-Intermezzo wie gewohnt einen Wagen bauen und an den beiden grossen Umzügen präsentieren.

«Wir waren immer guter Hoffnung, dass sich uns eine Türe öffnet», freut sich Ober Christoph «Schugi» Michel umso mehr. In ihrer Suche kamen die Chutze ins Gespräch mit der Almeta. Mit der Inhaberin Claudia Wermelinger und Jost Wicki konnten daraufhin konstruktive Gespräche geführt werden, und das Projekt nahm seinen Lauf. «Wir haben das goldige Los gezogen, kann man im Nachhinein sagen», fügt der Ober an.

Und erst noch die Nummer 11

Diese neue Halle steht an der Gurzelenstrasse 11 in Bellach zwischen der Almeta und der Fraisa. «So können wir unsere Sachen wie Wagen und Material das ganze Jahr drin lassen, denn wir haben in dieser Übergangszeit festgestellt, wie stark unserer Anhänger im Freien litt», sagt der Zunftober. Zusätzliche Freude bereitet den Chutze die Hausnummer: «Die Nummer 11 ist für uns Solothurner Fasnächtler besonders schön.» Offiziell konnten die Hudibras-Chutze ihr neues Zuhause Anfang Dezember übernehmen. In der ersten Phase läuft alles provisorisch ab. Nach der Fasnacht werden die sanitärischen Anlagen, die Küche und die Galerie für das Larvendepot eingebaut.

Die Hallen-Problematik

Die Hallen-Thematik darf nicht unterschätzt werden. «Wir waren ein prominentes Opfer, das nicht nur die Stammzünfte betrifft, sondern auch die kleinen Gruppen, die es an unserer Fasnacht ebenfalls braucht», hält Michel fest. Deshalb gingen bereits Anfragen kleinerer Zünfte ein, ob es allenfalls Platz für sie hätte.

Beispielsweise mussten die Altstadt-Rueche sogar ins bernische Bätterkinden ausweichen. «Es hat zwei Gründe. Der erste ist, dass Beni Liechti in Pension ging und wir deshalb seine Werkstatt an der Dammstrasse in Solothurn nicht mehr nützen können, und der zweite steht im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben an gleicher Stelle», erklärt ihr Ober Reto Ryf. Weil der Grundwasserpegel gesenkt werden musste, gab es zirka fünf Zentimeter breite Spalten im Boden und die Halle geriet in Schräglage. «Wir haben uns umgeschaut, aber nichts gefunden, deshalb stellen unsere beiden Zunftmitglieder Andreas Liechti und Jeannette Schönholzer uns ihre Garagenbox, in der sie sonst an ihrem Auto werkeln, in Bätterkinden zur Verfügung», berichtet der oberste Altstadt-Rueche.

Nur von Jahr zu Jahr planen kann die Tannewäg-Zunft. «Wir können wohl im Sulzer-Areal in Zuchwil bauen, müssen aber jedes Jahr neu anfragen und erhalten jedes Jahr eine andere Halle zugeteilt, weil sich der Vermieter nicht festlegen will», beschreibt Ober Frédéric Auf der Maur ihre Situation.

Meistgesehen

Artboard 1