Dieses Jahr hat Walter Gloor die «Moschti» ungewöhnlich früh eröffnet. Schon am 20. August begann er die Saison, weil die ersten seiner Kunden bereits mit Äpfeln daherkamen. «Normalerweise lassen die Bäume im Juni die schlechten Äpfel fallen. Das ist ein ganz normaler Vorgang.» Dieser habe sich aber heuer im August wiederholt. «Die Bäume trugen teilweise zu viel Äpfel und haben deshalb ein zweites Mal Früchte fallen lassen.» Danach hätten einige damit begonnen die Äpfel zu ernten. «Damit die Äpfel nicht verderben, haben wir sie verarbeitet.» Der Saft, der im August hergestellt wurde, sei qualitativ gut, den richtig feinen Most, den habe er aber erst in den letzten paar Tagen hergestellt. «Die warme Herbstsonne und die letzten kalten Nächte haben den Äpfeln gut getan.» Dieser Apfelsaft sei sehr süffig, das Aroma ausgeglichen und das Verhältnis von Zucker und Säure sehr schön ausbalanciert, schwärmt Gloor.

Mengenmässig ein Spitzenjahr

Er geht davon aus, dass er heuer zwischen 70'000 bis 80'000 Liter Most herstelle. Mengenmässig habe er am 5. und 6. September die stärksten Tage gehabt. Insgesamt dürfte er sein bisher bestes Mostjahr, 2005 war das, übertreffen. Damals habe er für insgesamt 890 Kunden Äpfel zu Most verarbeitet. «Stand heute sind es bereits 870 Kunden. Das heisst, es wird wiederum ein sehr gutes Jahr.»

Für Gloor hat das Konsequenzen. Er macht heuer selbst praktisch keinen Most. «Wenn so viel Most da ist und so viel von Privatleuten verschenkt oder verkauft wird, dann wird sich die Nachfrage in Grenzen halten», meint er. Auch das sei ein ganz normaler Vorgang. In starken Jahren mit viel Most habe er selbst meist wenig Most verkauft. Letztes Jahr hingen, war die Nachfrage bei ihm gross.