Genossenschaft
Gute Stimmung bei Raiffeisenbank trotz Bank-Überfall in Bellach

An der Generalversammlung der Raiffeisenbank Weissenstein war auch der Banküberfall in Bellach vom Mittwoch Thema. Die Mitarbeiter seien geschult worden, so Präsident Harry Stampfli. Die Bilanz 2014 fällt positiv aus.

Beatrice Kaufmann
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Die betroffene Filiale der Raiffeisenbank in Bellach

Die betroffene Filiale der Raiffeisenbank in Bellach

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Gross war der Andrang an der Generalversammlung der Raiffeisenbank Weissenstein: Rund 700 Genossenschafter hatten den Weg nach Zuchwil in die Dreifachturnhalle gefunden. Dort wurde ihnen neben Speis, Trank und Unterhaltung die positive Bilanz des Geschäftsjahres 2014 präsentiert. Harry Stampfli, Präsident des Verwaltungsrats, konnte den Anwesenden einen Jahresgewinn von 646 316 Franken vorstellen, was einem Plus um 4,6 Prozent zum Vorjahr entspricht. Damit habe die Raiffeisenbank ihre starke Position im Hypothekargeschäft erfolgreich behauptet. Dieser Erfolg resultiert grösstenteils aus den drei Standbeinen der Raiffeisenbank: Zinsen-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäft.

Im Zinsengeschäft, also der Entgegennahme von Kundengeldern und der Vergabe von Krediten, konnte die Bankengruppe mit 0,2 Prozent nur eine leichte Steigerung verbuchen. Wie Stampfli ausführte, trägt dieses mit gut 88 Prozent aber am stärksten zum Betriebsertrag bei. Aufgrund des aktuell tiefen Zinsniveaus wolle man diese Abhängigkeit vom Zinsengeschäft weiter reduzieren. So werde künftig vermehrt auf das Anlage- und Firmenkundengeschäft gesetzt. Im Handelsgeschäft konnte eine Steigerung von 29,4 Prozent, im Dienstleistungsgeschäft eine von 0,4 Prozent erreicht werden. Dem Erfolg zuträglich war weiter eine Reduktion des Geschäftsaufwands um 1,2 Prozent auf rund 3,8 Mio. Franken.

Chef verlässt Bank

Auf den Lorbeeren ausgeruht wird aber nicht. So ergriff Stephan Julier, Vorsitzender der Bankleitung, später die Chance und erntete Lacher, als er die Gäste bat: «Wer zu Hause noch Geld im Strumpf hat, soll das doch zu uns bringen. Noch zahlt ihr bei uns keine Negativzinsen.» Julier wie auch Stampfli betonten aber, dass man beim Wachstum nach wie vor auf Qualität statt auf Quantität setze. Stephan Julier wird aber nur noch bis im Herbst mitwirken. Wie Stampfli mitteilte, verlässt der Walliser die Raiffeisenbank Weissenstein im Oktober, um sich beruflich neu zu orientieren.

Überfall vor kurzem simuliert

Das aktuelle Jahr hat bereits mit einigen Herausforderungen aufgewartet. So warf Julier einen Blick zurück auf die Aufhebung des Euro-Mindestkurses. Man sei überrascht gewesen ob der Konsequenzen. «Die Schalterhallen waren voll mit Kunden, die Euro wollten – und das in der Schweiz!» Trotz Hektik habe man den Bedürfnissen aber grösstenteils entsprechen können. Die geschäftliche Folge sei ein Währungsverlust von mehreren 10 000 Franken gewesen, welchen man mit den vielen verkauften Euro aber schon wieder aufgeholt habe.

Die drei Männer, die am letzten Mittwoch die Filiale in Bellach überfallen haben, sind nach wie vor auf der Flucht. Dies sei der dritte Überfall in den letzten dreissig Jahren gewesen, resümierte Stampfli und anerkannte: «Die Mitarbeiter haben sehr gut reagiert.» Wie Stephan Julier später am Rande der Veranstaltung erzählte, habe im Herbst gerade die letzte Schulung des Personals stattgefunden. Dabei sei Theorie vermittelt worden, man habe aber auch einen Überfall simuliert. Die Angestellten seien dabei geschult worden, ruhig zu bleiben und den Tätern jeden ihrer Schritte zu erklären. Ziel sei es, dass die Täter das Gebäude schnellstmöglich wieder verlassen.

Show zum Schluss

Die Verantwortlichen bewiesen Effizienz und schlossen nach nicht mal einer Stunde den formellen Teil der GV ab, übergaben das Zepter zunächst der Showgroup «Unique» aus Balsthal und liessen den Abend dann mit einem gediegenen Essen für alle Anwesenden und weiterer Unterhaltung durch die ABBA-Revival-Show ausklingen.