«Gemeinsam fahren ist einfach, spart Geld und schenkt sympathische Begegnungen» – was vielversprechend klingt, wurde im Bucheggberg aber kaum genutzt. Das Mitfahrnetzwerk PubliRide dient der Organisation von privaten Mitfahr-Transporten. Über eine App kann man sich eintragen, wenn man eine Mitfahrgelegenheit sucht oder anbieten kann.

Der Pilotversuch, der 2015 gestartet wurde und eigentlich bis Ende 2018 dauert, erreicht allerdings nur geringe Nutzerzahlen. Seit 2017 gehe der Trend sogar zurück. Auch eine zusätzliche Informationsveranstaltung, welche den Anwesenden den Einstieg in die App hätte erleichtern sollen, vermochte trotz viel Werbung nur gerade sechs Personen anzulocken – die meisten von ihnen waren Gemeinderatsmitglieder.

Aus diesem Grund wurden die Gemeindepräsidien des Bucheggbergs nun über die Möglichkeit eines vorzeitigen Ausstiegs aus dem Projekt informiert, nämlich bereits per Ende Juni. Dem stimmte der Gemeinderat Buchegg einstimmig zu. Er bedauerte, dass die Anmeldung via App wahrscheinlich vielen Leuten zu aufwendig und kompliziert gewesen sein dürfte. «Man will sich nicht im Voraus festlegen», vermutete Ratsmitglied Thomas Stutz und berichtete von einem anderen Versuch: Jeder bekommt ein spezielles farbiges Accessoire wie beispielsweise einen bunten Schirm, stellt sich damit an den Strassenrand, und so wissen alle, dass er mitgenommen werden möchte. Wäre dies vielleicht einen Versuch wert? Bedauerlich sei es nämlich schon, räumte auch Samuel Marti ein: «So viele Leute fahren täglich nach Solothurn, aber fast jeder fährt allein.»

Mobilität frisst Energie

Dass die Mobilität in Buchegg nicht nur bezüglich beschränkter öV-Möglichkeiten ein Thema ist, sondern auch in Bezug auf den Energieverbrauch, bewiesen die Ausführungen der Energieregion Bern-Solothurn. Die Energieregion, zu der auch die Gemeindeteile Aetingen und Brügglen gehören, hat analysiert, wie die Energiebilanz der Gemeinde verbessert werden könnte.

Dabei wurde deutlich: Sparpotenzial ist vorhanden, und zwar gerade im Bereich der Mobilität. Sie nimmt nämlich den grössten Anteil am Endenergieverbrauch ein (44 Prozent), dicht gefolgt von der Wärmeerzeugung (42 Prozent). Nur 14 Prozent fallen auf den Haushaltstrom.

«Allein die Mobilität verschlingt schon 2000 Watt», erklärte Patrick Weber von der Energieregion. «Peilt man eine 2000-Watt-Gesellschaft als Ziel an, würde das bedeuten, dass wir hier zwar herumfahren dürften, Heizung und Strom dann aber gar nicht mehr abgedeckt werden können», erklärte Weber schmunzelnd. Der Fokus der Gemeinde könnte deshalb vor allem auf die Mobilität gelegt werden, etwa in Form von Beiträgen an Elektroautos oder Ladestationen, schlug Weber vor. Aber auch die Sanierung von Gebäudeparks und der Ersatz von Ölheizungen wären erfolgversprechend. 57 Prozent der Wärme werden in den Haushalten mit fossilen Brennstoffen generiert. Oft lohne sich zudem schon der Ersatz von Pumpen oder Thermostatköpfen.

Problematisch sei, dass derzeit nur Aetingen und Brügglen zur Energieregion gehören. In einem ersten Schritt will der Gemeinderat deshalb prüfen, ob auch die anderen Dorfteile beitreten können. Per 2019 sollte dann klar sein, wem die Gemeinde welche Förderbeiträge für welche Massnahmen anbieten kann. Die Energieregion unterstützt die Gemeinde bei der Erstellung von Förderprogrammen, übernimmt deren Administration und leistet Beratung.

Badieintritt wird teurer

Im Weiteren hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Aufgaben des Brunnenmeisters aufgelistet werden müssen, damit das Arbeitspensum festgelegt werden kann. Dies ist nötig, weil einerseits Demissionen vorliegen und das Lebensmittelinspektorat andererseits fordere, dass die Gemeinde wieder über einen Brunnenmeister mit Ausbildung verfüge.

Eine als Referenz eingeholte, externe Offerte mache deutlich, dass weiterhin eine Angestelltenlösung verfolgt werden soll, die externe Vergabe wäre zu teuer. Beschlossen hat der Gemeinderat auch die Erhöhung der Eintrittspreise für das Schwimmbad Mühledorf. Der Einzeleintritt steigt bei Erwachsenen von vier auf fünf Franken, das Jahresabonnement von fünfzig auf sechzig Franken.