«Ich habe an diesem Abend mein letztes Engagement für die Gemeinde» erklärte Günsbergs Gemeindepräsident Thomas Jenni. Der Schritt sei ihm nicht leichtgefallen. Denn die Arbeit im Gemeinderat und für die Gemeinde habe ihm immer sehr gut gefallen. Zwar habe er nicht immer alle Arbeiten zur Zufriedenheit aller erledigen können. Diese Tatsache sei ihm aber bereits bei Amtsantritt bewusst gewesen. «Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann», zitiert Jenni das berühmte deutsche Sprichwort, welches im Büro des Gemeindepräsidenten steht und bereits von dessen Vorgänger angebracht wurde.

In all den Jahren habe er aber gute Begegnungen erfahren dürfen. «Die Gespräche mit der Bevölkerung habe ich sehr geschätzt», sagt Jenni. Seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin gibt der scheidende Gemeindepräsident daher folgenden Tipp mit auf den Weg: «Schaut, dass ihr miteinander redet. Denn Kommunikation ist trotz den sozialen Medien noch immer der beste Garant für Erfolg», so Jenni.

Die Arbeit sei aber auch fordernd gewesen. Denn jede Sitzung und jedes Treffen musste vor- und nachbereitet werden. «Dieser Aufwand hat letztlich dazu geführt, dass mein Motor angefangen hat zu stottern». Dadurch wurde ihm bewusst, dass er kürzertreten müsse. Da Jenni zu je 50 Prozent einerseits fürs Autogewerbe und andererseits für den solothurnischen Gewerbeverband als Projektleiter arbeitet, sei eine Reduktion nur noch bei den politischen Ämtern möglich gewesen. Jenni wurde von den 72 anwesenden Stimmberechtigten mehrfach unter tosendem Applaus verabschiedet.

Bis zu den Neuwahlen im kommenden Mai wird Vizegemeindepräsident Rolf Sterki die Geschäfte leiten. Ad Interim Gemeindepräsident Sterki erklärte, dass es ein Schock gewesen sei, als Jenni vor rund vier Wochen dem Rat seinen Rückzug aus der Politik mitteilte. «Fünf Jahre lang hat er seine Arbeit sauber erledigt», so Sterki. Es sei daher nicht einfach, jemanden zu finden, der das Amt übernehme und dann auch noch so gut führen werde wie Jenni es getan hat. «Aber wir sind zuversichtlich, dass wir dies lösen können», erklärt Sterki.

Sanierung des neuen Schulhauses

Günsberg rechnet für das Jahr 2019 mit einem Aufwandüberschuss von 221'326 Franken. Ausserdem will die Gemeinde im kommenden Jahr rund 934'000 Franken investieren. So steht etwa die Sanierung der Schiessanlage mit Kosten von 80'000 Franken an. Am stärksten schlägt jedoch die Sanierung des neuen Schulhauses zu Buche. 600'000 Franken sind dafür vorgesehen. Weitere 36'000 Franken sind bei der Ortsplanung eingerechnet.

In den Bereichen Wasserversorgung (130'000 Franken) und Abwasserbeseitigung (88'200 Franken) sind zudem diverse Projekte geplant. Die gesamte Investitionssumme sei nicht unwesentliche, erklärt Gemeinderat Andreas Bühler. «Allerdings wussten wir, dass mit dem Schulhaus ein grosser Brocken auf uns zukommt, welcher die Investitionen massiv anhebt», so Bühler. Der Gemeinderat beschloss den Steuersatz sowohl für natürliche (116 Prozent) als auch jenen für juristische Personen (99 Prozent) trotz geplantem Defizit unangetastet zu lassen. Das Budget 2019 genehmigten die Stimmberechtigten einstimmig.