Gruselige Gestalten tummelten sich im Turbensaal. Vor allem aber ganz viele bewegliche Männer, Frauen und Kinder jeglichen Alters. Die Damenriege, der Turnverein und die Männerriege Bellach luden zur Turnshow unter dem Titel «Schloss Schwarzmeer» ein.
Einmal pro Jahr herrscht in vielen Bellacher Haushaltungen Ausnahmezustand – und dies eine ganze Woche lang. Steht die Turnshow bevor, ist Hektik angesagt. Trainings, Stell- und Hautprobe und drei Aufführungen wollen geplant sein – und dabei hat man das Gefühl, dass das halbe Dorf auf den Beinen ist.

Dies zeigt sich dann auch bei den Aufführungen: Vom Elki-Turnen mit den ganz Kleinen ab Spielgruppenalter bis hin zu der Männerriege mit grauhaarigen Turnern bevölkert alles die Bühne. Tanzend, Purzelbaum schlagend oder an den Geräten turnend wird zu Hitparaden-Musik gezeigt, was man seit den Herbstferien immer und immer wieder einstudiert hat. Die Jugi Oberstufe präsentiert sogar das Programm, welches an den Schweizermeisterschaften in Kreuzlingen zur Aufführung kommt.

Ein Gemeinschaftserlebnis

Und so ist der Turbensaal an allen drei Tagen bis auf den letzten Platz besetzt, wenn zum Teil mehrere Generationen einer Familie auf der Bühne stehen – oder unten im Zuschauerraum den Turnerinnen und Turner applaudieren. Die Festwirtschaft läuft auf Hochbetrieb und die Bar ist Treffpunkt für den Schlummertrunk.

Doch nicht nur Turnen steht im Zentrum des Abends: Ein Team von schauspielbegeisterten Turnerinnen und Turnern sorgt zwischen den Darbietungen für einen roten Faden durch den Abend. Diesmal dreht sich die Geschichte um einen Professor, der Cleopatra zum Leben erwecken möchte und darum das Schloss Schwarzmeer aufsucht, wo die gruselige Familie Van Beissdenhals haust. Doch nicht Cleopatra, sondern Graf Dracula wird zum Leben erweckt. Das Chaos ist perfekt.

Als am Sonntagabend nach dem Schlussbild mit den rund 200 Turnerinnen und Turnern der letzte Vorhang fällt, geht für viele eine anstrengende Woche zu Ende, aber ein Blick auf das Gesicht der Teilnehmenden zeigt wieder einmal: Turnen verbindet und macht glücklich.