Gerlafingen
Grüne Ampel, aber hohe Belastung für Lehrer

Der Gerlafinger Gemeinderat freut sich über einen positiven Evaluationsbericht der Schule.

Gundi Klemm
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Das Kirchacker-Schulhaus

Das Kirchacker-Schulhaus

Hanspeter Bärtschi

Wegen der Zusammensetzung der Gerlafinger Bevölkerung befinde sich das Schulwesen «unter spezieller Lupe der Öffentlichkeit», unterstrich Gemeindepräsident Peter Jordi seine grosse Freude am Ergebnis der externen Evaluation von Kindergarten und Primarschule. «Eine bessere Schule können wir gar nicht haben», würdigte auch Ratsmitglied Philipp Heri, selber Pädagoge und Vater schulpflichtiger Kinder, die geleistete Arbeit.

Alle Ampeln auf grün

Im Auftrag des Departementes für Bildung und Kultur überprüft die Fachstelle Externe Schulevaluation der Pädagogischen Hochschule FHNW periodisch die Funktionstüchtigkeit und Wirksamkeit des Qualitätsmanagements jeder Schule des Kantons. Die Ampelevaluation ist Teil der externen Schulevaluation und überprüft in sechs (später sieben) Bereichen die grundlegenden Anforderungen, welche an eine funktionstüchtige Schule gestellt werden: 1. Lernzielerreichung (wird noch nicht geprüft), 2. Schul- und Unterrichtsklima, 3. Arbeitsklima für Lehrpersonen (Betriebsklima), 4. Elternkontakte, 5. Betreuungs- und Aufsichtsfunktion, 6. Schulführung, 7. Qualitätsmanagement.

Die Ergebnisse werden in den Ampelfarben grün (die Schule funktioniert im überprüften Bereich), gelb (der überprüfte Bereich funktioniert nur teilweise) oder rot (im überprüften Bereich bestehen gravierende Defizite) wiedergegeben. Kindergarten und Primarschule Gerlafingen erfüllen die Voraussetzungen für eine funktionsfähige Schule und werden daher in allen Bereichen mit einer grünen Ampel bewertet.

Der Bericht trägt den Besonderheiten jeder Schule mit Kernaussagen Rechnung. In Gerlafingen, so der Bericht, schafft eine führungsstarke Schulleitung unter Einbezug der Lehrpersonen solide Strukturen. Schulentwicklungsprozesse werden vorausschauend geplant und mit geeigneter Kooperation und Partizipation der Lehrpersonen breit abgestützt. Das Projekt «Rochade», welches die jahrzehntelange Raumnot der Schule lösen wird, ist ein Meilenstein in der Schulentwicklung und wird Kindergarten und Primarschule ein neues Gesicht geben (siehe auch Haupttext).

Der Bereich Kindergarten und Primarschule besteht im Berichtsjahr aus 6 Kindergarten- und 17 Primarschulklassen mit 63 Lehrpersonen. 106 Kinder besuchen den Kindergarten und 329 Kinder die Primarschule.

Die Schulleitung setzt sich zusammen aus dem Hauptschulleiter, der gleichzeitig auch Schulleiter der Kreisoberstufe ist und zwei weiteren Schulleitern für den Bereich Kindergarten und Primarschule sowie Spezielle Förderung. Die strategische Führung obliegt dem Gemeinderat. Zu seiner Unterstützung und Beratung ist eine Bildungskommission eingesetzt. (mgt)

«Das häufig in der Öffentlichkeit geäusserte Vorurteil über unsere Schulen ist völlig unberechtigt», ergänzten Werner Rutsch und Gérard Georges.

Zuvor hatte Gesamtschuleiter Martin Müller das Verfahren ausführlich vorgestellt. Pascale Hunziker, Leiter von Kindergarten und Primarstufe, erläuterte die Ergebnisse der Beurteilung, deren Aussagen und Einschätzungen zur Funktionstüchtigkeit der Schule im Abschlussbericht alle über dem kantonalen Mittelwert liegen.

«Rochade» bindet Kräfte

In einer Medienmitteilung zum Evaluationsbericht von Regula Jordi, Präsidentin der Bildungskommission, bleibt ein Problembereich nicht unerwähnt: Das Projekt «Rochade». Dieses bezweckt aus Platzgründen die Verschiebung der Schulstufen zwischen den einzelnen Schulhäusern. «Das Projekt Rochade bietet einerseits grosse Chancen zur Schulentwicklung, anderseits aber in erheblichem Mass Ressourcen der Schulleitung wie auch der Lehrpersonen bindet», so Regula Jordi. Die Zusatzbelastung für alle Beteiligten der Schule sei hoch. Man schenke dem Arbeitsklima und der Gemeinschaftsbildung der in jedem Schulhaus neu entstehenden Teams besondere Aufmerksamkeit.

Für die Oberstufe, die demnächst im dann aufgestockten Kirchacker-Schulhaus unterrichtet wird, kommt der Strom dann aus den Photovoltaik-Anlagen vom Dach. «Umweltfreundlich und wirtschaftlich kann so der Grossteil des Energieverbrauchs mit den erzeugten 30 Kilowatt gesichert werden», stellte Bauverwalter Ewald Kaiser die 75'000 Franken kostende Investition vor, die sich in rund 12 Jahren amortisiert.

Das Erfreuliche sei, dass bei Subventionen von 22 Prozent die zusätzliche Einmalvergütung 16 240 Franken betrage. Durch günstige Kalkulation des gesamten Bauvorhabens «Rochade» wird das Projekt durch den Einbau der Anlage nicht teurer. Kaiser hat zudem bereits Pläne entwickelt, wie man auf Sponsorenunterstützung mittels Pannel-Kauf und auf die Mithilfe der Gerlafinger Schüler – wie in anderen Schulorten schon erfolgreich erlebt – bei der Montage der Solarzellen zählen könne.

Die SVP, vertreten durch Thomas Wenger, stellte einen Antrag zur Vor-Informationspflicht der Sozialregion Wasseramt-Süd, der im Rat nach der Diskussion einstimmig gut geheissen wurde. Auslöser dazu waren Entscheide wie eine als überteuert empfundene Miete und die schleppende Verteilung Asylsuchender auf die angeschlossenen Gemeinden. Etienne Gasche erläuterte als Leiter der Sozialregion die genaue Kompetenzaufteilung zwischen Plenar- und Sozialkommission sowie Sozialdienst und Gemeinden, wie sie im Zusammenarbeitsvertrag von 2008 festgehalten ist.

Der Gemeinderat hat:

- Arbeit und «unaufgeregte Sachlichkeit» der gemeinderätlichen Protokollführerin und Mitarbeiterin der Verwaltung Irmgard Baschung gewürdigt, die im März 2017 in den Ruhestand geht;

- Manuela Blaser (SVP) als neues Mitglied in die Bildungskommission gewählt;

- sich mit einem Nachkredit von 37 000 Franken für den Ersatz der Wärmeerzeugung im Gemeindebau Längmattstrasse entschieden;

- sich über den Weiterzug der Bauprojekte Sonnenfeld/Sackzelgli und Mühlacker informieren lassen. (gku)

Um nicht in der «Lead-Gemeinde» Gerlafingen «vor vollendete Tatschen gestellt» zu werden, spricht sich der Antrag für frühzeitige Kontakte der Gemeindedelegierten und laufende Konsultationen vor Entscheidungen in den Gremien der Sozialregion aus. Grundsätzlich erinnerte der Gemeindepräsident alle Delegierten, die Gerlafingen nach aussen vertreten, an ihre Informationsaufgaben.

Auflage der Ortsplanungsrevision

Das Vorhaben Ortsplanungsrevision (OPR) nimmt Gestalt an. Der Gemeinderat verabschiedete einstimmig die für mehrere Areale und Parzellen vorgesehene Gestaltungsplanpflicht, die eine Teiländerung des jetzt noch gültigen Bauzonenplans mit sich bringt. Die Auflage dauert vier Wochen und eröffnet Einsprachemöglichkeiten. «Hinter der Gestaltungsplanpflicht für wichtige Bereiche wie etwa das Bahnhofsgelände, Zielmatten-Süd oder das Schweingruber-Grundstück in der Kernzone steht die neu erhaltene Bedeutung.

Bei allem, was für unser Dorf prägend ist, wollen wir gemeinsam mitwirken», fasste Peter Jordi die Stossrichtung zusammen. Noch in Arbeit befindet sich das Räumliche Leitbild, über das die Gemeindeversammlung beschliessen wird.

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