Grundwasserschutz-Areale
Gemeinderat Riedholz: Sonderfall Pumpwerk XI

Der Gemeinderat behandelte die Vernehmlassung des Kantons zur beabsichtigten Ausscheidung von Grundwasserschutzarealen.

Urs Byland
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Das Pumpwerk mit dem Brunnen XI im Gebiet Attisholz Süd gehört der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg. Ausschnitt von einem Flugbild.

Das Pumpwerk mit dem Brunnen XI im Gebiet Attisholz Süd gehört der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg. Ausschnitt von einem Flugbild.

Yves Wälchli

Die Gemeinde unterstützt in ihrer Antwort die von der Gruppenwasserversorgung Unterer Leberberg bereits aufgeführten Punkte.
Positiv hervorgehoben wird in der Antwort von Riedholz, dass der Kanton beabsichtigt, den Brunnen XI (Neumatt) in Luterbach auf die Stufe regional bedeutend anzuheben. Fragen stellt der Gemeinderat jedoch zum Prozess der Bewertung (objektive Kriterien, Gewichtung der einzelnen Kriterien, angewandte Skala) und damit zum Zustandekommen der Punktevergabe. In der Klassierung des Pumpwerks XI (Neumatt) seien die Ergebnisse für den Riedhölzer Gemeinderat nur bedingt nachvollziehbar, blickt Gemeindepräsidentin Sandra Morstein auf die Sitzung zurück.

Das Pumpwerk XI erhält im Bericht nur 13 von möglichen 30 Punkten. Die Siedlungsgebiete und die belasteten Standorte im nahen Fassungseinzugsgebiet werden dabei sehr ungünstig bewertet. Die schlechte Klassierung und Punktvergabe lasse sich für den Gemeinderat im Vergleich mit anderen Grundwasserfassungen aber nicht eindeutig auf objektive Kriterien zurückführen. Der Gemeinderat Riedholz bitte deshalb um Erklärung der Punktvergabe, beziehungsweise um Angabe der abwertenden Kriterien, um Risiken und Nutzungskonflikte besser zu erkennen und Massnahmen ergreifen zu können.

Regional bedeutend trotz Nutzungskonflikten

Zudem frage der Gemeinderat in Bezug auf die Einordnung des Brunnen XI nach weiteren Informationen zu den in den Unterlagen enthaltenen Aussagen: «In Zone S3 sind dagegen schwerwiegende Nutzungskonflikte vorhanden. Zustromseitig in der Zone S3 sind belastete Standorte vorhanden. Einer der Standorte ist als überwachungsbedürftig klassiert.» Der Gemeinderat will wissen, um welche schwerwiegenden Nutzungskonflikte es sich dabei handelt und weshalb einer der Standorte als überwachungsbedürftig klassiert ist. Was ist dort abgelagert, welche Parteien haften für allfällige Sanierungsmassnahmen und wie wäre die Finanzierung geregelt, sind die entsprechenden Fragen.

Im Bericht erhält das Pumpwerk XI kein optimistisches Fazit: Das Pumpwerk XI stellt mit der Bewertung als regional bedeutend trotz der Negativbewertungen (Schutzzone und Vergleichskriterien) einen Sonderfall dar. Die Bewertung gewichte den aktuellen «versorgungstechnischen Ist-Zustand» und sage nichts über die Zukunftsträchtigkeit des Pumpwerks aus. Oder anders formuliert: Die GWUL braucht das Wasser des Pumpwerks, eine Alternative hat sie kurz- und mittelfristig nicht. Eventuell kann langfristig Wasser aus dem äusseren Wasseramt bezogen werden, wo ein neues Schutzareal ausgeschieden wird.

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