Subingen

Grundbesitzerin pocht auf Räumung des Raubtierparks

René Strickler mit einem seiner Tiger. (Archiv)

René Strickler mit einem seiner Tiger. (Archiv)

René Strickler will das Land in Subingen, auf dem sein Raubtierpark steht, weiterhin kaufen – die Grundeigentümerin hat dafür aber kein Gehör. Die Espace Real Estate will, dass es vorwärtsgeht.

Eigentlich sind sich fast alle einig. Der Raubtierpark von René Strickler in Subingen muss geräumt werden. Genau seit drei Monaten müsste der Dompteur mit seiner Entourage vom Gelände verschwunden sein. Die Räumung wurde vom Bundesgericht abgesegnet.
Doch in Subingen geht vordergründig alles weiter wie bisher.

Der Park hat geöffnet, mehrmals täglich trainiert Strickler mit seinen Tieren. Er stemmt sich mit aller Kraft gegen das drohende Unheil und setzt weiter darauf, das Land zu kaufen, um den Park weiterzuführen.

Räumung wird geplant

Hinter den Kulissen werden längst Vorbereitungen getroffen, damit die Räumung vollstreckt werden kann. Kürzlich haben die Streitparteien Post vom Oberamt Region Solothurn erhalten. Dieses ist bei einer Zwangsräumung für die Unterbringung der Tiere verantwortlich. «Wir haben eine Rückmeldung an die Parteien und das Gericht gemacht», sagt Alain Hervouêt vom Oberamt. Eine Teillösung liege auf dem Tisch.

Darin wird aufgezeigt, welche Tiere wo platziert werden können, und welche Schwierigkeiten sich dabei stellen. Laut Hervouêt wurden inzwischen Abnehmer gefunden, selbst für einen Teil der grossen Raubkatzen. Doch diese stellen die Anforderung, die Tiere nicht bloss zu hüten, sondern ins Eigentum zu übernehmen. «Wir können aber nicht einfach über Eigentum verfügen», sagt Hervouêt.

Die Behörden streben eine Gesamtlösung an. Die Tiere sollen also nicht Stück für Stück, sondern möglichst konzentriert abtransportiert werden. Dies müsse nicht zwingend an einem Tag geschehen, sagt Hervouêt. Eine schrittweise Vollstreckung will man vermeiden. Wohin die Tiere gebracht werden, darüber informieren die Behörden nicht.

PR-Profis am Werk

Wie reagieren die Parteien auf die Post vom Oberamt? Weil die Angelegenheit delikat ist, haben diese ihre Kommunikation inzwischen an PR-Profis übertragen. Für die Grundeigentümerin, die Immobilienfirma Espace Real Estate, spricht Victor Schmid. Er ist Mitbegründer und Senior Partner der renommierten Beratungsfirma Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Für den Raubtierpark auf der anderen Seite fungiert der Unternehmensberater Werner Ballmer.

Die Geduld bei der Grundeigentümerin, das wird im Gespräch mit Victor Schmid deutlich, ist arg strapaziert. «Es stört uns, dass es nicht vorwärtsgeht», sagt Schmid. Von einer teilweisen Räumung hält die Espace Real Estate nichts. «Es nützt nichts, wenn nur der halbe Park geräumt wird. Wir streben eine Gesamtlösung an.» Wenn dafür eine Eigentumsübertragung notwendig sei, solle diese umgesetzt werden.

Man erwarte, dass die Behörden nun alles unternehmen, damit das Urteil vollstreckt wird. Dies müsse man von einem Rechtsstaat, acht Jahre nach der Kündigung des Mietverhältnisses und nach den Gerichtsentscheiden bis und mit Bundesgericht erwarten dürfen.

Verhandeln – oder doch nicht?

René Strickler dagegen setzt nach wie vor auf den Kauf des Geländes. Für den Park benötige man die Hälfte des 50'000 Quadratmeter grossen Grundstückes. Mit der Grundbesitzerin stehe man in Verhandlungen für den Kauf von 25'000 Quadratmeter Land. 5,5 Millionen Franken seien dafür von Investoren aus der Schweiz zugesichert worden. «Es besteht kein Zweifel, dass dieses Geld verfügbar ist», beteuert Ballmer. Eine andere Strategie als den Kauf des Geländes verfolge man nicht. Die vom Oberamt vorgeschlagene Lösung, die Tiere anderswo zu platzieren, «ist die schlechteste Lösung», sagt Ballmer. Man setzte prioritär auf die Verhandlungen mit der Espace Real Estate.

Bloss: Dafür bräuchte es eine Verkäuferin. Und diese existiert nicht. Auf die von Ballmer erwähnten Verkaufsverhandlungen entgegnet Victor Schmid: «Es gibt keine Verhandlungen. Punkt.»

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