Beim offensichtlichen Faible für Irland von Peter Orlando, dem musikalischen Kopf des Chors Songtrain, wundert es nicht, dass nach 2012 nun wieder das Thema «Irland» gewählt wurde. Orlando war einer der Gründer des 1995 entstandenen Chores. Dieser begeisterte zumindest seit 2010 jedes Jahr mit einem Konzertprogramm zu einem bestimmten Thema.

Am Konzert wurde bekannt, dass Orlando als musikalischer Leiter zurücktreten will. Die bisher einmalige Themenwiederholung könnte also ein Abschiedsgeschenk sein. Dem Publikum in der ausverkauften Kächschür war das sogar recht. Es genoss «Irish Light» genauso gerne wie damals «Irish Night». Längst weiss man, wie verbissen Orlando die zum Thema passenden Lieder zusammensucht und sie nötigenfalls auch bearbeitet und anpasst.

Vom Dirigentenstab zur Trommel

Dabei kann Orlando auf die fachliche Unterstützung der Musiker vom Ensemble «Bric à Brac» zählen. Dieses lieferte grösstenteils die musikalische Begleitung des rund 50-köpfigen gemischten Chores. Es bestritt aber auch selber einen Teil des Programms, selbstverständlich mit irischer Musik. Natürlich ist es auch entsprechend instrumentiert. Dabei werden je nach Stück, die Instrumente gewechselt. So spielt ihr Leiter Ueli Steiner nebst seiner Violine gelegentlich auch Banjo oder Mandoline.

Nebst der Violine, welche eigentlich die Fidel ersetzt, trägt die Uilleann Pipe, gespielt von Kurt Studer, zum charakteristischen Klang bei. Das ist nicht nur der anspruchsvollste Dudelsack, sondern auch derjenige mit dem weitaus schönsten und elegantesten Klang. Gespielt wird er sitzend. Dabei liegt auf den Knien des Spielers. Typisches Rhythmusinstrument der irischen Folksmusik ist die Bodhran. Diese einfellige Rahmentrommel wird bei «Bric à Brac» vom Dirigenten des Chores, Peter Orlando, gespielt.

Dieser stand also entweder in der Band oder vor dem Chor. Zum Stichwort irische Folksmusik tauchen vor dem geistigen Auge auch sehr rasch Bilder vom irischen Volkstanz auf. Das ist auf den Pausenauftritt von Riverdance und Michael Flatley beim Eurovision Song Contest 1994 in Dublin und die anschliessende Europa-Tournee zurückzuführen. Die damalige Begeisterung erfasste auch die Schweiz.

Es sind entsprechende Schulen und Klubs entstanden – und blieben. Das eröffnete dem Chor Songtrain die Möglichkeit die Irish Dancers von «Karo Steps» als Gäste auftreten zu lassen.

Bitte lächeln beim Tanzen

Vor allem die beiden Tänzerinnen beeindruckten nicht nur durch ihre schnellen und anstrengenden Beinbewegungen, sondern durch ihr permanentes scheinbares Lächeln. Das kommt dadurch zustande, dass die Atmung durch den breit und nur leicht geöffneten Mund erfolgt. Dass es aber der Abend des Gemischtenchores Songtrain war, machte dieser mit seinen fünf Auftritts-Blöcken deutlich.

Dabei wurde er einzig beim Eröffnungslied «Carrickfergus» nicht von der Band begleitet. Selbstverständlich bestritt er auch die Zugaben. Dabei wich er zwar auch von der Sprache ab – nicht aber vom Thema. In Italienisch wurde schliesslich mit «Il cielo d’Irlanda» von Fiorella Mannoia der Himmel über Irland besungen.