Derendingen

Grossprojekt auf Wissensteinfeld geht zügig und nach Plan voran

Auf dem Wissensteinfeld in Derendingen, wo ein neues Service- und Dienstleistungszentrum entsteht, wird mit Vollgas gebaut. Ende Jahr soll das Gebäude bezugsbereit sein, gegen 200 Personen sollen in den Gebäulichkeiten beschäftigt werden.

Das Service- und Dienstleistungszentrum, das auf dem Wissensteinfeld entsteht, ist nicht nur für die Region Solothurn ein Grossprojekt. Auch für die Bauherrschaft (Steinhoff Properties) und die Totalunternehmung (Goldbeck Rhomberg AG), die den Bau geplant hat und nun realisiert, ist es eine aussergewöhnliche Baustelle.

Die offizielle Grundsteinlegung erfolgte Mitte November. Seither wird in zwei Schichten zwischen 6 und 23 Uhr auf der Baustelle gearbeitet. Auf dem 80 000 Quadratmeter grossen Gelände entsteht eine Halle von 313 mal 212 Meter, was einem Bruttoraumvolumen von über 600 000 Kubikmeter entspricht. Über 100 000 Kubikmeter Erde werden dafür umgewälzt. Je nach Arbeitsschritt, der gerade ansteht, und Wetter sind täglich um die 100 Handwerker und Spezialisten auf der Baustelle beschäftigt.

30 bis 40 Baumaschinen, von der Hebebühne zum Mobilkran, Raupen, Bagger oder Lastwagen werden eingesetzt. «Wegen des Frostes der letzten Tage mussten wir einen Teil der Arbeiten einstellen, deshalb sind zurzeit etwas weniger Arbeiter hier», erklärt Michael Schmid (Leiter Abwicklung, Goldbeck Rhomberg AG) bei einem Rundgang über die Baustelle. Probleme gab es im letzten Jahr mit dem vielen Regen, und neben den eisig kalten Temperaturen machte auch der Schnee einige Arbeiten unmöglich.

Mit System gebaut

Das Service- und Dienstleistungszentrum entsteht im Systembau. Die Goldbeck Rhomberg AG ist spezialisiert auf den Bau grosser Hallen, Bürogebäude und Parkhäuser mit industriell gefertigten Systembauteilen. Rund 22 000 Kubikmeter Beton und 6000 Tonnen Stahl werden verbaut. Konkret sind das über 400 zum Teil über 15 Meter lange Stabelemente, die bis zu 20 Tonnen wiegen. Laut Schmid werden täglich 15 bis 20 dieser Stützen millimetergenau platziert und einbetoniert. 7000 Quadratmeter Betonplatten werden für die Fassade und die Brandwände eingesetzt.

Im Fussbereich der Halle wurde eine Sockelkonstruktion gebaut, die ein Kilometer lang ist. 42 000 Quadratmeter Dachblech, ebenso viel an Isolierung und 15 000 Quadratmeter Fassadenkonstruktion werden verbaut. Wenn das Gebäude fertig ist, werden über 200 Kilometer Kabel verlegt sein.

Logistische Meisterleistung

Systembau heisst nicht, dass jedes Gebäude gleich aussieht. «Rund 80 Ingenieure und Techniker haben am Projekt in Derendingen mitgearbeitet.» Dazu kamen bis zu 30 externe Ingenieure, die vor allem für Spezialbereiche wie Umwelt, Bodenschutz oder Energie beigezogen wurden. So wurde das Gebäude genaustens für die Bedürfnisse der späteren Nutzer konzipiert.

Auch die Logistik ist eine Meisterleistung. «In der Regel werden täglich nur so viele Teile angeliefert, wie wir auch verbauen», so Schmid. Da pro Lastwagen nur rund 25 Tonnen zugeladen werden können, erfordere dies eine genaue Feinplanung und viele Absprachen.

Laut Schmid ist der Bauverlauf für das Projekt im Zeitplan. Und der Terminplan ist ehrgeizig. Tatsächlich wurde schon die Planung in Rekordzeit durch alle Instanzen gebracht. Und immer wieder gibt es vonseiten der Bauherrschaft Lob für die Behörden. So auch von Schmid, der sich unterstützt fühlt, wenn er Fragen hat.

Ende Jahr soll das Gebäude bezugsbereit sein. Dereinst sollen gegen 200 Personen in den Gebäulichkeiten beschäftigt werden. Bis dann steht aber noch viel Arbeit an. Schmid rechnet in den Zeiten, in denen der Innenausbau realisiert wird, mit bis zu 400 Personen täglich, die sich auf der Baustelle tummeln werden. «Wir bemühen uns zudem, so viele Unternehmer wie möglich aus der Region mit Arbeiten zu beauftragen.»

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