Messen

Grosses Badifest zum 50. Geburtstag

Am 29. Juni 1969 wurde das Schwimmbad Messen eingeweiht. 50 Jahre später ist die Badi immer noch ein Treffpunkt für die Bucheggberger und das Jubiläum wird mit einem zweitägigen Fest gefeiert.

Am 29. Juni 1969 wurde das Schwimmbad Messen eröffnet. Auf den Tag genau 50 Jahre später feiert man nun dieses Ereignis mit einem zweitägigen Fest. Die Badi Messen ist heute als Zweckverband organisiert. Neben Messen mit den Ortsteilen Balm bei Messen, Brunnenthal, Messen und Oberramsern, gehören dem Verband die Gemeinde Buchegg mit dem Ortsteil Aetingen-Brittern, die Gemeinde Fraubrunnen mit den Dörfern Büren zum Hof, Etzelkofen, Limpach und Mülchi und die Gemeinde Unterramsern an. Als Gönner treten Rapperswil mit den Dörfern Rapperswil und Ruppoldsried und die Gemeinde Wengi bei Büren auf. Bernhard Jöhr (Oberramsern) präsidierte den Zweckverband von 1997 bis 2014. Er weiss noch genau, wie es damals zum Bau des Schwimmbades kam.

Bad für die Jugend

«Die Initiative geht auf Viktor Kleinert zurück», so Jöhr. Kleinert war ein Berner Immobilienunternehmer, der zu dieser Zeit im «Schlösschen» in Oberramsern wohnte. Direkt bei seinem Haus hatte es einen Schwimmweiher, der von der Jugend fleissig frequentiert wurde. Weil Kleinert die Dorfjugend irgendwann zu laut wurde, regte er den Bau des Schwimmbades an und trug auch finanziell einen grossen Teil dazu bei. Auch der heutige Standort des Schwimmbades ist auf Kleinert zurückzuführen. «Die Badi hat den ganzen Tag Sonne, eine einmalige Lage und einen wunderbaren Blick auf den Jura», so Jöhr. Ursprünglich war die Badi eine Genossenschaft. Der Hauptteil der Anteilscheine wurde durch die Gemeinden, die noch heute dem Zweckverband angehören erworben. In Messen wurde ein grosses Dorffest durchgeführt, dessen Gewinn von rund 100 000 Franken in das Schwimmbad floss. «Messen war damals eines der wenigen Schwimmbäder, das ein 50-Meter-Becken hatte», zeigt Jöhr auf. Schon bald kam auch das Sprungbecken dazu. Dank des damaligen Badmeisters Heinz Born wurden sogar nationale Wettbewerbe in der Badi Messen durchgeführt.

Gemeinden tragen Defizit

«Das Schwimmbad war immer defizitär. Das Defizit wurde in all den Jahren von den Mitgliedsgemeinden getragen», meint Jöhr. Nach rund 25 Jahren gab es erste Anzeichen dafür, dass das Schwimmbad saniert werden muss. Das war der Ausschlag für die Kündigung der Gemeinde Grafenried. Für den Vorstand der Genossenschaft wurde es ungemütlich. Was, wenn weitere Gemeinden die Mitgliedschaft kündigen? Tatsächlich meldete die Genossenschaft den Konkurs an. 400 000 Franken Hypothekarschuld lagen damals noch auf dem Schwimmbad. «Die Situation war einigermassen absurd.» 1996 war dann ein Übergangsjahr. Die Verbandsgemeinden rauften sich zusammen und führten den Badibetrieb weiter. Alle waren der Meinung, dass es nicht vernünftig sei, das Bad rückzubauen und dass eine andere Lösung her müsse. So kam Bernhard Jöhr, als Jurist und Neuzuzüger, ins Spiel. «Ich hatte den Auftrag den Betrieb der Badi zu sichern und das Konstrukt in eine neue Form zu überführen.» Ein Zweckverband wurde gegründet und alle Gemeinden traten diesem wieder bei. Auch Grafenried. «Es war weiterhin klar, dass man das Bad sanieren muss. Aber in der Zwischenzeit hatte man die Situation so weit analysiert, dass man wusste, dass die Sanierung schrittweise durchführt werden kann.» Der Zweckverband kaufte das Schwimmbad formell für einen symbolischen Betrag von einem Franken aus der Konkursmasse und Bernhard Jöhr wurde zum ersten Präsidenten des Zweckverbandes gewählt.

Im Zweckverband begann man dann damit, eine längerfristige Sanierungs-Planung aufzubauen. «LOS» war der Titel der Planung: «Langfristige Optimierung Schwimmbad». Zusätzlich wurde ein Erneuerungsfonds eingerichtet. Seit 2001 wurden die Garderobenanlagen neu angeordnet und das Restaurant umgestaltet. Auch die Holzpritschen direkt neben dem Schwimmbecken wurden in dieser Zeit montiert. Dazu kamen die Beachvolleyballanlage und das Kleinkinderbecken mit dem angrenzenden Sandkasten und dem Sonnensegel. Aber es gab auch einige wenige Probleme. So gab es Streit um den Parkplatz, den die Gäste des Schwimmbades nützen dürfen. Der Streit ging bis vor Bundesgericht und wurde letztlich aber gütlich und in einem gutschweizerischen Kompromiss beendet.

Bis zu 1000 Badegäste

2015 hat dann Peter Gerber (Brunnenthal) das Präsidium des Zweckverbandes übernommen. «Wir wollen das Schwimmbad weiterhin ajour halten», meint er. Darum sei man zurzeit daran, die Sanierung der technischen Anlagen udn der Leitungen vorzubereiten. Die Anforderungen hätten sich stark verändert, aber es eile nicht. Alle Vorschriften würden eingehalten. Man wolle in aller Ruhe planen und voraussichtlich 2022 mit den ersten Arbeiten beginnen.
«Wir haben definitiv die Badi mit dem schönsten Ausblick», schwärmen Jöhr und Gerber gemeinsam. Probleme wie Vandalismus oder Drogen kenne man nicht. An einem Toptag halten sich um die 1000 Leute im Schwimmbad auf, an einem guten Tag seien es zwischen 600 und 700 Personen. Der Gratis-Parkplatz werde geschätzt und auch mit dem öffentlichen Verkehr sei das Schwimmbad in der Zwischenzeit besser erschlossen. Für den Bucheggberg sei es ein wichtiger Treffpunkt, sowohl für Familien, als auch Jugendliche. Während der Woche seien auch die Senioren häufig am Schwimmen.

Das Schwimmbad sei zwar bis Mitte September geöffnet, aber in aller Regel nehme der Andrang ab Mitte August stetig ab. «Dieses Jahr haben wir die Saisonabonnemente zum Jubiläumspreis von 50 Franken verkauft. Diese Spezialaktion kam sehr gut an», so Gerber. Die Schulen der Verbandsgemeinden dürfen das Schwimmbad übrigens gratis benützen.

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