Einbahnverkehr
Grossbaustelle mitten in Feldbrunnen-St. Niklaus

Die Sanierung der Bahnübergänge der Aare Seeland mobil und der Baselstrasse dauert noch bis Ende Jahr. Weil der Verkehr ein halbes Jahr lang einspurig geführt wird, verkürzt sich die Bauzeit fast um die Hälfte, was auch die Qualität verbessert.

Rahel Meier
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Die Baselstrasse in Feldbrunnen wird komplett saniert.
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In hohem Bogen wird der abgefräste Belag in den Lastwagen geworfen.
Der Belag wurde mit der grossen Maschine herausgefräst.

Die Baselstrasse in Feldbrunnen wird komplett saniert.

Hanspeter Bärtschi

Seit rund dreieinhalb Monaten zieht sich eine Baustelle durch Feldbrunnen. Die ersten drei Bauetappen sind bereits abgeschlossen. Aber noch gibt es viel zu tun, bis die Strassenbauarbeiten an der Baselstrasse im Abschnitt Villa Serdang bis Bahnübergang Vögelisholz und die gleichzeitige Sanierung der Bahnübergänge des «Bipperlisi» abgeschlossen sind. Das Bauprogramm ist ambitiös, Bauherrschaft, Bauleitung und Baufirmen stehen unter Zeitdruck. Das schlechte Wetter der letzten Wochen hat die Arbeiten nur unwesentlich verzögert. «Auf einer grossen Baustelle gibt es immer etwas zu tun. Einzig das Einbauen des Belags ist bei Regen schwierig», erklärt Polier Manfred Kurth. Seit März wurde vor allem auf der Südseite der Bahn gearbeitet. Der Rad- und Gehweg wurde verbreitert, die Zufahrten zu den Liegenschaften verändert, diverse Leitungen verlegt und der grösste Teil der Bahnübergänge nun geschlossen.

Dieter Fux (Projektleiter Amt für Verkehr und Tiefbau) ist froh, dass der Kanton und die asm (Aare Seeland mobil) sich mit allen Anstössern gütlich einigen konnte. Denn die privaten Liegenschaftsbesitzer mussten für die Verbreiterung des Rad- und Fussweges Land abgeben. «Es wurden lange und intensive Gespräche geführt. Am Schluss gab es überall eine Lösung.»

Bahnübergänge geschlossen

Bis letzten Montag wurde der Verkehr zweispurig durch Feldbrunnen-St. Niklaus geführt. «Es war recht eng zum Arbeiten», so Kurth. Seit Wochenanfang ist nun das angekündigte Einbahnregime in Kraft. Anders sei es nicht möglich, die Arbeiten innerhalb der Häuserreihen auszuführen. Rund 10'000 Fahrzeuge fahren täglich über die Baselstrasse. Ungefähr die Hälfte nimmt nun die Umfahrung ab Hinterriedholz via die sanierte Wylihofbrücke in Richtung Luterbach und Zuchwil. «Es ist spürbar ruhiger geworden im Dorf», erklärt Kurth. Er und seine teilweise bis 16 Mitarbeitenden sind froh. Denn die Arbeit auf der Baustelle ist ungewohnt, weil der Zug alle Viertelstunde durchfährt, was für die Sicherheit aller Beteiligten nicht ganz einfach ist.

Einspurige Verkehrsführung

Seit letztem Montag, 20. Juni, wird der Verkehr ab Riedholz nach Solothurn via Luterbach–Zuchwil umgeleitet. Von Solothurn in Richtung Riedholz wird der Verkehr einspurig durch die Baustelle in Feldbrunnen geführt, und zwar bis zirka September auf der nördlichen Fahrbahn der Baselstrasse (Etappe 4), danach südlich (Etappe 5). Der Schwerverkehr wird in beide Richtungen umgeleitet. Einwohner von Feldbrunnen sowie Personen mit Spezialbewilligungen dürfen die Durchfahrt (in Richtung Solothurn) über das Wohngebiet Mösli benutzen. Die Umleitung dauert bis Ende Jahr. Die Fussgänger-Unterführung ist während allen Etappen zugänglich und offen. Der Schulweg führt also wie gewohnt durch die Unterführung. Zudem wurde ein behindertengerechter Fussgängerweg über das Bahntrassee und die Baselstrasse eingerichtet. Alle anderen Fussgängerübergänge sind derzeit geschlossen. Der Rad- und Gehweg auf der Südseite ist in beide Richtungen immer offen. Die Bushaltestellen sind verschoben worden. Der Standort der Bushaltestelle in Richtung Solothurn ist in der Möslistrasse vor dem Dorfmuseum. Derjenige in Richtung Riedholz befindet sich auf der Baselstrasse. (mgt)

Die Einheimischen und das Postauto dürfen im Übrigen die Möslistrasse als Ausweichstrasse benützen – aber auch diese ist nur im Einbahnregime befahrbar. Wegen der Einbahn werden die Haltestellen des Postautos je nach Stand der Arbeiten zudem auf der Baselstrasse verschoben. In den nächsten Wochen wird alles vorbereitet, damit in der Kalenderwoche 37 die neuen Schrankenanlagen für das «Bipperlisi» installiert werden können. Für die Fussgänger soll gleichzeitig die Sicherheit mit Warteräumen und Inseln verbessert werden. Auf der Baustelle ist auch sonst immer wieder Flexibilität gefragt. Rund 15 Zentimeter unter der heutigen Strassenoberfläche haben die Arbeiter eine noch ältere Strasse gefunden. «Die Steinblöcke, die dort verbaut sind, halten auch heute noch sehr gut zusammen», lacht Kurth.

Falschfahrer und Fluchtverkehr

Noch scheinen die Signalisationen nicht allen ganz klar. Am Montag und Dienstag fuhren einige Automobilisten ungerührt durch die Einbahn in Riedholz und auch in Feldbrunnen-St. Niklaus und behaupteten, die Schilder nicht gesehen zu haben. Auch die Lastwagenchauffeure fahren teilweise trotz Verbot durch Feldbrunnen hindurch.

Die Fehlbaren werden von den Arbeitenden aufgehalten und freundlich auf das neue Regime aufmerksam gemacht. «In einigen Tagen gibt es dann aber Bussen», so Fux. Reklamationen gab es auch bereits aus Riedholz. Der Fluchtverkehr durch das Dorf habe schon nach einem Tag spürbar zugenommen. Die Automobilisten fahren trotz Signalisation in Flumenthal und im Hinterriedholz einfach weiter, erklärt Gemeindepräsidentin Jasmine Huber auf Nachfrage. Die Gemeinde prüft deshalb Massnahmen für die Waldturmstrasse.

Reklamationen gab es zudem von Fussgängern in Feldbrunnen, die den provisorischen Übergang auf der Baselstrasse als zu wenig gut ausgeschildert empfinden. «Wir arbeiten daran», erklärt Dieter Fux (Projektleiter Amt für Verkehr und Tiefbau). Die Baselstrasse wird auch von Schwertransporten benützt und muss für diese offen bleiben. Probleme könnte es zudem im Sommer geben, weil die Landwirte mit ihren breiten Maschinen nicht mehr durch das Dorf fahren können.