Grenchen
Von den Bee Gees bis John Travolta: Das Kleintheater schwelgt in musikalischen Erinnerungen an die Disco-Ära

«Studer&Stampfli» tanzten im Kleintheater Grenchen und entführten mit ihrer Darbietung Zuschauerinnen und Zuschauer jeden Alters in die Zeit der Disco-Bewegung. Das zweistündige Programm weckte wohl so manche Erinnerungen.

André Weyermann
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Studer&Stampfli trugen im Kleintheater Grenchen die schrillen 70-er Jahre Outfits.

Studer&Stampfli trugen im Kleintheater Grenchen die schrillen 70-er Jahre Outfits.

André Weyermann

«Studer & Stampfli» entführten mit dem Programm «D.I.S.C.O. Samschtig Nacht und Fieber» in eine Vergnügungswelt, die in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts so richtig florierte, die aber auch heute noch als weiterentwickelte Musikrichtung oder als Club zahlreiche Menschen anzieht. Darauf deutete schon die Tatsache hin, dass im sehr gut besetzten Kleintheater in der Aula des Schulhauses IV Zuschauende aller Altersklassen sich auf einen amüsanten Abend einrichteten. Und diesen kriegten sie auch.

Rahel Studer und Philipp Stampfli begeisterten mit ihrer Musik und ihren Tanzeinlagen. Ob Cover, Medley, musikalische Collagen (Mash-ups) von unvergänglichen Grössen wie den Bee Gees, Donna Summer, Le Chic, John Travolta, Olivia Newton John oder One-Hit-Wonder: Die beiden Künstler trafen stets den richtigen Ton. Und dies ist erstaunlich genug. Denn sie bedienten sich keiner bombastischer technischer Hilfsmittel, sondern blieben meist dem Akustischen treu.

Disco gemixt mit Schlager und Klassik

Gesang, Ukulele, Klavier und asthmatische Bontempiorgel sowie ein paar weitere Instrumente genügten, um den typischen Disco-Beat aufs Tapet zu bringen. Dabei scheuten sie sich nicht, auch andere Musikrichtungen einzustreuen. Funk ­natürlich, aber auch schmelztriefender Schlager oder reine Klassik wurde durcheinander gemixt zu einem äusserst bekömmlichen Ganzen. Viele der Lieder wurden zudem in Dialekt gesungen, mit eingängigen über melancholisch-poetischen bis hin zu parodistisch-ironischen Texten.

Schrille Kleider auf ­flimmernden Tanzflächen

Das Programm kennt keinen eigentlichen Handlungsstrang. Die Episoden zeichnen sich jedoch durch viel Wiedererkennungswert aus. Es ist assoziativ angelegt und wohl mancher und manche im Publikum wird an die eigene Vergangenheit, an kleinere und grössere Erlebnisse in heissen und langen Nächten erinnert worden sein, an erste oder an enttäuschte Lieben, an schrille Kleider, flimmernde Tanzflächen und bunt schimmernde Glitzerkugel.

Rahel Studer und Philipp Stampfli entpuppten sich zudem als gewiefte Erzählerin und gewiefter Erzähler. In bester Entertainer-Manier führten sie das Publikum durch das knapp zweistündige Spektakel von einem musikalischen Leckerbissen zum nächsten.

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