25-Jähriges Bestehen
Gospelchor singt sein Jubiläumskonzert

Der Gospelchor Biberist-Gerlafingen feiert sein 25-Jahr-Jubiläum mit einem grossen Konzert in der Biberena.

Lucilia Mendes von Däniken
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Der Film «Sister Act» war Inspiration für die Gründung des Gospelchores Biberist-Gerlafingen 1994.

Der Film «Sister Act» war Inspiration für die Gründung des Gospelchores Biberist-Gerlafingen 1994.

Hansjörg Sahli

«Oh happy day!» – so tönte es am Samstagabend in der Biberena in Biberist. Ja, man spürte, dass es ein guter Tag war. Der Gospelchor Biberist-Gerlafingen feierte mit einem mitreissenden Jubiläumskonzert sein 25-jähriges Bestehen. Die Besucher wurden auf eine Reise durch drei Epochen mitgenommen. Denn der Chor stand in diesen 25 Jahren unter der Leitung von drei Dirigentinnen, welche den Chor auf ihre eigene Art geprägt haben. Die Lieder der ersten beiden Epochen wurden von Chormitgliedern zusammengestellt, die aktuelle Dirigentin Victoria Walker ergänzte mit Liedern, welche ihr wichtig sind. «Mit dieser Auswahl zeigen wir auf, wie wir uns verändert haben, welche Lieder uns bewegen und über die Jahre das Chorleben geprägt haben», so die Dirigentin, die auf eine langjährige Erfahrung im Bereich Musik – im In- und Ausland – zurückblicken kann.

«Sister Act» als Initialzündung

Doch wie kam es 1994 zur Gründung des Gospel-Chores? Die erste Dirigentin, Sue Sturzenegger, erinnert sich: «Ich habe damals den Film Sister Act im Kino gesehen. Der afroamerikanische Gospel, entstanden aus Elementen des Blues und Jazz, fesselte mich. Diese Art von Chorgesang ist voller Bewegung und gleichzeitig spirituell.» Die Chorarbeit mit Jugendlichen kannte sie schon, warum also nicht einen Chor für Erwachsene auf die Beine stellen? Ein Inserat in der Zeitung brachte den Stein ins Rollen: «Anstatt der geplanten 20 machte ich 40 Kopien der Notenblätter. Gekommen sind dann über 60 Interessierte.» Rasch entwickelte sich das, was als Projekt für ein Adventskonzert gedacht war, zu einem Ganzjahres-Chor.

Ein Chor-Mitglied der ersten Stunde ist Christa Berger aus Kriegstetten. Sie begleitete als Kind samstags oft ihre Eltern in die Kirche – was für sie eher langweilig war. Ausser wenn Gospel gesungen wurde: «Diese Musik hat mich berührt.» Gerne hätte sie in einem Gospelchor gesungen, aber in der Nähe gab es keinen. Dann gründete sie eine Familie, und der Wunsch, im Chor zu singen, rückte in den Hintergrund: «1994 starb dann mein Mann. Wenig später entdeckte ich das Inserat des Gospelchors. Und obwohl mir nicht nach singen zumute war, besuchte ich die Probe. 25 Jahre später bin ich immer noch dabei.»

Es ist die Gemeinschaft, die zählt

«Jede der drei Dirigentinnen hat auf ihre Art im Chor ihre Spuren hinterlassen», erzählt der Präsident des Chores Marcel Dubach. Während Sue Sturzenegger mit viel Mut, Herzblut und Engagement einen soliden Grundstein gelegt habe, habe die zweite Dirigentin, Christine Guy, vor allem grossen Wert auf technische Details gelegt, sehr strukturiert gearbeitet und den Chor getrimmt.

«Der Wechsel zu mir war eine Umstellung für den Chor. Ich bin eher unkonventionell unterwegs, versuche Reaktionen aus dem Publikum oder die Stimmung des jeweiligen Konzertlokals aufzunehmen. Da kann es gut sein, dass ich ungeplant das Tempo, die Tonart wechsle oder das Programm umstelle», so Victoria Walker, die den Chor seit sechs Jahren mit Leib und Seele anleitet. Bewegung und Flexibilität gehören für sie zum Gospel. Streng ist sie aber trotzdem: «Vor 60 Leuten muss ich der Boss sein. Die grosse Gruppe braucht jemanden, der zeigt, wo es langgeht und so alle ans selbe Ziel führt.»

Chormitglieder aus 28 Gemeinden

Bis zu 60 Mitglieder aus 28 Gemeinden besuchen regelmässig die Proben, davon standen rund 50 am Samstag in der Biberena auf der Bühne. Begleitet vom Pianisten Martin Jufer und Judith Kläy an der Djembé sorgte der Chor für Gänsehaut-Momente, welche genauso zum Aufstehen und Mittanzen animierten wie zum stillen Hinhören und Nachdenken. Und wenn man Victoria Walker fragt, welches Erlebnis sie rückblickend niemals vergessen werde, dann spürt man das Feuer, welches vom ganzen Chor aus geht: «Es ist das Leuchten in den Augen der Leute und zu sehen, was die Musik mit ihnen macht. Erfüllung und Glück. Ein Erlebnis, das man alleine nicht erreichen kann – nur als Gemeinschaft, und das oft über die eigenen Grenzen hinaus.»

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