Luterbach
Golfplatz Wylihof wird auf 32 Hektaren ausgebaut

Der Golfclub Wylihof möchte erweitern und auf 32 Hektaren eine 9-Loch-Anlage bauen. Die Erweiterung Süd wurde bereits vor 15 Jahren bewilligt, jetzt wird sie mit Änderungen umgesetzt.

Urs Byland
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Mit dem Bau der Erweiterung Süd des Golfplatzes soll im Frühling 2015 begonnen werden. Spielbeginn ist am 1. September 2016 geplant.

Mit dem Bau der Erweiterung Süd des Golfplatzes soll im Frühling 2015 begonnen werden. Spielbeginn ist am 1. September 2016 geplant.

Hanspeter Bärtschi

Ein Golfball ist klein, hart und teuer. Etwas Geld braucht auch, wer in dieser Gesellschaft mit dabei sein will. Dennoch: das Geschäft läuft in diesem Altherren-Sport rund. Der Golfclub Wylihof in Deitingen hat gerade ein Baugesuch in Luterbach und Deitingen publiziert. Ausgeschrieben ist eine Erweiterung Süd.

Die Gemeindegrenzen in diesem Gebiet bedingen für die Erweiterung nach Süden eine Baupublikation in Luterbach und Deitingen. Das Projekt einer 9-Loch-Anlage auf 32 Hektaren Land beansprucht fast nur Luterbacher Land. Der zusätzliche Platz zur bestehenden 18-Loch-Anlage braucht beinahe das ganze Land von Luterbach ennet der Bahnlinie von der östlichen Grenze Attisholz Süd bis zum Dorn-Einschlag (Wäldchen).

Plan für die Erweiterung

Plan für die Erweiterung

Illustration: ADANK

Warum hat man bisher nichts gelesen zu diesem grossen Bauvorhaben? Ganz einfach, die Erweiterung wurde bereits vor der Jahrtausendwende in einem Gestaltungsplan erarbeitet. Im Jahr 2000 bewilligte das Baudepartement das Baugesuch. Der Kanton koordiniert das Baubewilligungsverfahren, weil zwei Gemeinden mit einem Gestaltungsplan betroffen sind. «Die Erweiterung wurde aber nicht realisiert», berichtet Ruedi Bieri, Leiter vom kantonalen Amt für Raumplanung. Die Verfügung sei abgelaufen. Die Änderungen, die mit dem neuen Baugesuch aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nötig wurden, seien aber nicht derart gravierend, dass es zu Konflikten mit dem bestehenden Gestaltungsplan kommen würde. «Das kann direkt mit der neuen Baubewilligung geändert werden.»

Anlage verschoben

«Das Bauvorhaben musste an schärfere Gesetze angepasst werden», bestätigt auch Jürg Nussbaumer, Präsident der Planungs- und Umweltkommission Luterbach. So könne etwa das Land direkt neben den Anlagen nicht mehr dem Landwirtschaftsland zugezählt werden. Auch das Einzugsgebiet der Wasserfassung beim Pumpwerk Dörnischlag wurde erweitert. Der Golfclub musste die gesamte Anlage verschieben.

Engpass begründet Erweiterung

Die Planung der Erweiterung wurde von der Rossknecht Golfplan GmbH mit Sitz in Lindau (D) erarbeitet. Deren Inhaber Kurt Rossknecht wird auch schon mal Koryphäe des Golfplatzdesigns genannt. Referenzen zeigen, dass er in der Schweiz schon etliche Golfplätze mitverantwortete. Die Erweiterung begründet Geschäftsführer Roland Meyer mit Kapazitätsengpässen.

Mit 750 Mitgliedern habe man das angepeilte Ziel erreicht, um das Erweiterungsprojekt auszulösen. «Die wirtschaftliche Tragbarkeit für die Erweiterung ist gewährleistet», erklärt der Geschäftsführer. Die Mitgliederzahl soll maximal 800 betragen. «Dann ist das definierte Mitgliedervolumen ausgeschöpft.» Jedes Aktivmitglied muss sein Spielrecht mit einem Aktienkauf (zirka 25 000 Franken) erwerben oder kann dieses durch eine Aktienpacht mieten. «Mit den zusätzlichen jährlichen Einnahmen sind die Unterhaltskosten und die Amortisationen gesichert.» Gemeint sind die Jahresbeiträge der 50 Neuzugänge sowie einiger zusätzlicher Tagesgäste.

Die Investition für die Erweiterung inklusive Landkauf bewege sich im Rahmen von 4 bis 5 Mio. Franken, erklärt der Geschäftsführer. Dazu gehört der Kauf der 32 Hektaren Landwirtschaftsland. Die Grösse der Golfflächen darf maximal 18 Hektaren betragen. 6,77 Hektaren Land, vor allem im Osten und im Westen werden weiterhin landwirtschaftlich genutzt. Der Rest sind neben einigen Wegen vor allem Öko-Flächen, Obstplantagen und Teiche. Zwei öffentliche Wege führen durch die Anlage jeweils dem Dorfbach und dem Rüttibach entlang. Der Golfclub bietet 30 Arbeitsplätze. Mit der Erweiterung sollen drei weitere Greenkeeper angestellt werden. (uby)

Sowohl Bieri wie auch Nussbaumer stellen das Bauvorhaben grundsätzlich nicht infrage. «Die Vorgaben aus der kantonalen Nutzungsplanung sind erfüllt», sagt Bieri. «Wir können jetzt nicht sagen, wir wollen es anders. Das wurde vor 15 Jahren bewilligt», erklärt Jürg Nussbaumer. Damals habe der Gemeinderat das Projekt eine gute Sache genannt, ebenso Bevölkerung und Regierungsrat, der die Erweiterung bewilligte, so Nussbaumer.

Auch Gemeindepräsident Michael Ochsenbein hat kein Problem: «Man musste mit der Erweiterung rechnen. Für uns ändert sich nicht viel.»

Mögliche Störungen abwehren

Grundsätzlicher Widerstand gegen das Bauvorhaben ist nicht auszumachen. «Nein, wir sind nicht dagegen. Mit der Golfanlage wird natürlich auch die Wohnqualität aufgewertet», erklärt Mario Faccioli-Hafner, Anrainer mit Wohnadresse Blumenweg 15. «Aber wir müssen schon aufpassen, dass diese Aufwertung nicht gleich wieder zunichtegemacht wird.» Er plant mit 40 weiteren unterzeichnenden Anwohnern von der Jurastrasse und dem Blumenweg eine Einsprache wegen der Arbeitszeiten. «Rasen mähen und Gebläse schon ab 5 Uhr morgens liegt nicht drin. Wir haben in Luterbach ein Umweltreglement, das dies nicht erlaubt.» Und wenn dann kleine Abendturniere durchgeführt werden, wollen sie nicht von Scheinwerferanlagen geplagt werden.

Gut 25 Personen besuchten eine Informationsveranstaltung zur Erweiterung Süd Golfplatz Wylihof. Geschäftsführer Roland Meyer vom Golfclub Wylihof spricht von einem Super-Anlass, an dem diverse Fragen geklärt und Bedenken ausgeräumt werden konnten. «Natürlich werden wir bei den Arbeitszeiten auf die Anwohner Rücksicht nehmen. Das Gelände ist derart gross, dass man die Arbeiten an den anwohnernahen Löchern 5 und 6 so planen kann, dass es nicht stört.» Laut Mario Faccioli-Hafner kamen grösstenteils Anwohner an den Infoanlass. Von den Betreibern des Golfplatzes sei auf die entsprechenden Fragen versprochen worden, dass neue und leisere Maschinen bestellt würden. Trotzdem will die Gruppe um Faccioli-Hafner an einer Einsprache festhalten. «Sicher ist sicher.»