Ein Golfball ist klein, hart und teuer. Etwas Geld braucht auch, wer in dieser Gesellschaft mit dabei sein will. Dennoch: das Geschäft läuft in diesem Altherren-Sport rund. Der Golfclub Wylihof in Deitingen hat gerade ein Baugesuch in Luterbach und Deitingen publiziert. Ausgeschrieben ist eine Erweiterung Süd.

Die Gemeindegrenzen in diesem Gebiet bedingen für die Erweiterung nach Süden eine Baupublikation in Luterbach und Deitingen. Das Projekt einer 9-Loch-Anlage auf 32 Hektaren Land beansprucht fast nur Luterbacher Land. Der zusätzliche Platz zur bestehenden 18-Loch-Anlage braucht beinahe das ganze Land von Luterbach ennet der Bahnlinie von der östlichen Grenze Attisholz Süd bis zum Dorn-Einschlag (Wäldchen). 

Plan für die Erweiterung

Plan für die Erweiterung

Warum hat man bisher nichts gelesen zu diesem grossen Bauvorhaben? Ganz einfach, die Erweiterung wurde bereits vor der Jahrtausendwende in einem Gestaltungsplan erarbeitet. Im Jahr 2000 bewilligte das Baudepartement das Baugesuch. Der Kanton koordiniert das Baubewilligungsverfahren, weil zwei Gemeinden mit einem Gestaltungsplan betroffen sind. «Die Erweiterung wurde aber nicht realisiert», berichtet Ruedi Bieri, Leiter vom kantonalen Amt für Raumplanung. Die Verfügung sei abgelaufen. Die Änderungen, die mit dem neuen Baugesuch aufgrund gesetzlicher Bestimmungen nötig wurden, seien aber nicht derart gravierend, dass es zu Konflikten mit dem bestehenden Gestaltungsplan kommen würde. «Das kann direkt mit der neuen Baubewilligung geändert werden.»

Anlage verschoben

«Das Bauvorhaben musste an schärfere Gesetze angepasst werden», bestätigt auch Jürg Nussbaumer, Präsident der Planungs- und Umweltkommission Luterbach. So könne etwa das Land direkt neben den Anlagen nicht mehr dem Landwirtschaftsland zugezählt werden. Auch das Einzugsgebiet der Wasserfassung beim Pumpwerk Dörnischlag wurde erweitert. Der Golfclub musste die gesamte Anlage verschieben. 

Sowohl Bieri wie auch Nussbaumer stellen das Bauvorhaben grundsätzlich nicht infrage. «Die Vorgaben aus der kantonalen Nutzungsplanung sind erfüllt», sagt Bieri. «Wir können jetzt nicht sagen, wir wollen es anders. Das wurde vor 15 Jahren bewilligt», erklärt Jürg Nussbaumer. Damals habe der Gemeinderat das Projekt eine gute Sache genannt, ebenso Bevölkerung und Regierungsrat, der die Erweiterung bewilligte, so Nussbaumer.

Auch Gemeindepräsident Michael Ochsenbein hat kein Problem: «Man musste mit der Erweiterung rechnen. Für uns ändert sich nicht viel.»

Mögliche Störungen abwehren

Grundsätzlicher Widerstand gegen das Bauvorhaben ist nicht auszumachen. «Nein, wir sind nicht dagegen. Mit der Golfanlage wird natürlich auch die Wohnqualität aufgewertet», erklärt Mario Faccioli-Hafner, Anrainer mit Wohnadresse Blumenweg 15. «Aber wir müssen schon aufpassen, dass diese Aufwertung nicht gleich wieder zunichtegemacht wird.» Er plant mit 40 weiteren unterzeichnenden Anwohnern von der Jurastrasse und dem Blumenweg eine Einsprache wegen der Arbeitszeiten. «Rasen mähen und Gebläse schon ab 5 Uhr morgens liegt nicht drin. Wir haben in Luterbach ein Umweltreglement, das dies nicht erlaubt.» Und wenn dann kleine Abendturniere durchgeführt werden, wollen sie nicht von Scheinwerferanlagen geplagt werden.

Gut 25 Personen besuchten eine Informationsveranstaltung zur Erweiterung Süd Golfplatz Wylihof. Geschäftsführer Roland Meyer vom Golfclub Wylihof spricht von einem Super-Anlass, an dem diverse Fragen geklärt und Bedenken ausgeräumt werden konnten. «Natürlich werden wir bei den Arbeitszeiten auf die Anwohner Rücksicht nehmen. Das Gelände ist derart gross, dass man die Arbeiten an den anwohnernahen Löchern 5 und 6 so planen kann, dass es nicht stört.» Laut Mario Faccioli-Hafner kamen grösstenteils Anwohner an den Infoanlass. Von den Betreibern des Golfplatzes sei auf die entsprechenden Fragen versprochen worden, dass neue und leisere Maschinen bestellt würden. Trotzdem will die Gruppe um Faccioli-Hafner an einer Einsprache festhalten. «Sicher ist sicher.»