Gerlafingen
Goldiger Waschtag im Einklang mit der Natur an der Siggern

Der Gerlafinger Bruno Signorini ist seit vier Jahren in heimischen Gewässern dem Gold auf der Spur. Zuletzt auch in der Siggern.

Agnes Portmann-Leupi
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Bruno Signorini ist seit vier Jahren in heimischen Gewässern dem Gold auf der Spur.
11 Bilder
Bruno Signorini, Goldwäscher aus Gerlafingen
 Grobe Steine werden aussortiert.
 Die in der Strömung platzierte Schleuse.
 Der Inhalt des Eimers fliesst durch die Schleuse.
 Sand und Goldflitterchen bleiben in der Schleuse hängen
 Das Restmaterial der Schleuse kommt in die Goldwaschpfanne. Durch kreisförmige Bewegungen unter Wasser fliesst der Sand ab.
 Ein Blick in die Goldwaschpfanne.
 Goldflitterchen werden aufgesaugt.
 Hier einige frühere Funde.
 Schmuck aus Stein und Goldflitterchen.

Bruno Signorini ist seit vier Jahren in heimischen Gewässern dem Gold auf der Spur.

Agnes Portmann-Leupi

Am speziellen Hobby von Bruno Signorini ist eigentlich die Fasnacht schuld. Als er mit seiner «Kindergugge» einen Ausflug unternahm, um im Napfgebiet Gold zu waschen, dachte er sich: «Wenn ich pensioniert bin, mach ich das auch.» Nun ist er bereits die vierte Saison fast jeden Nachmittag unterwegs und sucht an den verschiedensten Gewässern in der Umgebung nach Gold. Gold, das mit dem Geschiebe der Gletscher hergebracht wurde.

Mit dem vollbepackten Rucksack, in Fischerstiefeln steckend, hält er an diesem heissen Sommertag Ausschau nach einem günstigen Abstieg in die Siggern. An der geeigneten Stelle am Flussbett legt er seine Goldwäscherutensilien aus – die Schaufel, ein grobes Sieb, den Eimer, die metallene Schleuse mit gerillter Matte und die Goldwaschpfanne.

Bis zu 0,1 Gramm Gold pro Nachmittag

Bruno Signorini strahlt eine ansteckende Ruhe aus. Er schaufelt Geschiebe aus dem Bach durchs Sieb in den Eimer. Die groben Steine fliegen sofort wieder in den Bach zurück. Den gefüllten Eimer mit feinem Kies und Sand leert er vorerst in die Schleuse, die er in der Strömung platziert hat. Damit säubert er das Material erstmals. In der gerillten Matte und im Gittergeflecht bleiben Goldstäubchen und -flitterchen hängen.

Alles, was in der Schleuse zurückbleibt, kommt zuletzt in die Goldwaschpfanne. Mit kreisförmigen Bewegungen unter Wasser und mit einem scharfen Kennerblick lässt er den restlichen Sand abfliessen. «Das viel schwerere Gold bleibt so in der Pfanne liegen», sagt er. Und welche Freude – am dunklen Pfannenboden leuchten nach dem aufwendigen Vorgang Stäubchen und Flitterchen aus purem Gold, die er mit einer Saugflasche aufnimmt. Einmal pro Monat trocknet er den gefundenen Schatz im Backofen und reinigt ihn nachher unter der Lupe von andern Materialien. «Rund 25 Gramm Gold habe ich bis jetzt gefunden, pro Mal vielleicht 0,1 Gramm», erzählt der Hobby-Goldwäscher.

Im Einklang mit der Natur

Dass nicht nur die Flitterchen in der Goldwaschpfanne Glücksgefühle hervorrufen, ist aus Bruno Signorinis Erzählungen herauszuspüren. «Da fliegt ein Eisvogel vorbei, ein Entenpaar oder ein Frosch besuchen mich», schwärmt er von der Natur. In den Bächen hat er zudem schon viele Versteinerungen gesichtet. Fast ist man geneigt, ihn auch als Bachreiniger zu bezeichnen. Alle rostigen Teile sammelt er ein und bringt sie in die Alteisensammlung. Über spezielle Eisengebilde freut sich oft ein Künstler aus Wiedlisbach für kreative Gestaltungen.

Kreativ betätigt sich auch Bruno Signorini, hat er doch mit seinem Goldfund schmucke Steinanhänger geschaffen, bespickt mit Goldflittern. Auch probiert er mit dem Glasbläser Roger Steiner aus Büren an der Aare, die Flitterchen in Glas einzuarbeiten. Eines macht er aber mit Sicherheit nicht, nämlich die mit viel Ausdauer und Geduld gesuchten Goldstäubchen zur Dekoration auf Speisen zu verwenden.

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