Noch hat Günsberg ein kleines Stück Gewerbeland (10 Aren). Nun interessieren sich gleich zwei Betriebe für das Landstück. Ein auswärtige Gärtnerei würde gerne auf dem Land eine Firmenexistenz starten. Beim Ausmessen muss der Besitzer eines einheimischen Betriebes das Interesse bemerkt haben und meldete sich ebenfalls beim Gemeinderat. Er wollte das Stück Land schon lange kaufen, ist aber bisher bei der Gemeinde abgeblitzt. Die neue Gemeinderegierung ist nun nicht mehr abgeneigt, das Land weiterzugeben.

Einig war man sich im Gemeinderat, dass das Land nicht verkauft, sondern im Baurecht abgegeben wird. Zusätzlich will man sicherstellen, dass auf dem Landstück auch etwas geht und das Land nicht einfach ohne grosse finanzielle Belastung für ein vages, künftiges Projekt gehortet werden kann.
In der Diskussion wurde rasch klar, dass eine Mehrheit den einheimischen Betrieb favorisiert, auch weil dieser sonst keine oder nur schwerlich eine Möglichkeit für einen weiteren Ausbau hat. Aktiv will man aber auch für den zweiten Interessenten werden. In der Gemeinde hat es noch freies Gewerbeland, aber in Privatbesitz. Nun will man die Besitzer anfragen.

Kein Geld für Abwasserleitung

Viele Grundbesitzer wissen nicht, dass auf ihrer Liegenschaft eine Abwasserleitung durchführt. Sie werden auch in keiner Weise dadurch tangiert. Ein Günsberger, bei dem der Vorplatz aufgerissen werden musste, weiss es nun. Er will nicht nur keine Folgekosten, was laut Gemeindepräsident Thomas Jenni kein Problem sei. 

Er fordert auch noch eine Art Durchgangsentschädigung, einmalig 1000 Franken. Zwar weiss der Rat von Fällen einer geringen Entschädigungszahlung, aber nur bei Hydranten oder Kandelabern. Auf diese neue Variante von Durchgangsentschädigung will der Gemeinderat aber nicht eingehen, andernfalls drohen Nachahmer. «Da könnten sonst noch viele Kosten auf uns zukommen», warnt Ronald Schütz.

Ringen um ein besseres Budget

Das Budget 2016 bereitet grosse Sorgen. Es droht ein Minus von über 600 000 Franken in der Rechnung. In der zweiten Lesung konnten am Montagabend Einsparungen in der Höhe von 60 000 Franken gefunden werden. Nun suchte man am Dienstagnachmittag noch das Gespräch mit dem kantonalen Amt für Gemeinden.

Das grosse Problem sind die Abschreibungen. «In unseren guten Jahren haben wir unsere Infrastruktur auf Vordermann gebracht. Nun büssen wir, weil wir mit der Einführung des neuen Rechnungslegungsmodells das vorhandene Verwaltungsvermögen abschreiben müssen», erklärt Gemeindepräsident Thomas Jenni. Der Abschreibungssatz beträgt 10 Prozent. Mit einer Härtefallregelung könnte der Abschreibungssatz auf 8 Prozent gesenkt werden. «Das würde sich bereits lohnen.»

Aber den Fehlbetrag 2016 kann die Gemeinde nicht gänzlich kompensieren. «Das ist gar nicht möglich mit dem, was wir beeinflussen können.» Immerhin will man nun einige Ausgaben, die im nächsten Jahr vorgesehen sind, noch in den nächsten zwei Monaten tätigen, sofern die Geschäfte bereits ausführungsreif sind. «In diesem Jahr sehen die Zahlen bis jetzt gut aus. Ich rechne mit einer schwarzen Null.»

Die Hoffnung im Gemeinderat auf vielleicht mehr Steuereinnahmen zerstreuten der Gemeindepräsident, sein Vize Andreas Bühler und die Gemeindeverwalterin im Keim. «Wir stehen in einem Strukturwandel», erklärt Katharina Windlin. «Die Statistik zeigt, dass viele Einwohner ins Pensionsalter kommen», so Jenni. «Die Prognose der Steuereinnahmen ist jetzt schon sehr optimistisch», ergänzte Andreas Bühler.

Am Dienstagabend findet die Budgetdiskussion nach dem Gespräch beim Kanton eine Fortsetzung. «Wir werden sicher den Steuersatz anschauen», sagt Jenni. Eine Steuererhöhung sei aus seiner Sicht unumgänglich. «Ich hoffe aber, dass wir den Steuersatz in Etappen erhöhen können.»