Nennigkofen
Glashaus mitten im Maisfeld: Vom Bett aus kann man direkt in die Sterne blicken

Im Maishotel in Nennigkofen steht neu ein Glashaus, von welchem aus man eine tolle Aussicht auf den Jura hat.

Rahel Meier
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Maisglashaus Cornfield Hotel
9 Bilder
Das Maisglashaus gehört zum Cornfield Openairhotel in Nennigkofen
Adrian Merz hat das Maisglashaus konstruiert
Das Bett lässt sich auf den kleinen Balkon verschieben. Freie Sicht auf den Sternenhimmel, auch dank des Dachfensters, ist garantiert
Adrian Merz zeigt die Unterseite des Maisglashauses
Adrian Merz zeigt die Unterseite des Maisglashauses
Adrian Merz zeigt die Unterseite des Maisglashauses
Mittels einer Hebebühne kann das Haus bis auf 2,5m angehoben werden
Schlafen im Maisfeld mit Rundum-und Übersicht

Maisglashaus Cornfield Hotel

Hanspeter Bärtschi

Seit Ende Juni kann man im Maishotel in Nennigkofen nicht nur in einem Zelt mitten im Mais, sondern auch in einem Glashaus über dem Mais übernachten. Entworfen wurde das Maisglashaus von Adrian Merz. Er ist 28 Jahre alt, selbstständiger Möbelschreiner und lebt in Fraubrunnen. «Ich träumte schon immer davon, komfortabel unter dem Sternenhimmel übernachten zu können», erklärt er die Entstehung des Häuschens.

Im Sommer 2016 liess er sich zudem von einem Maisfeld inspirieren: Die Idee, über dem Mais schwebend zu schlafen, liess ihn nicht mehr los. In Erika Bader und Herbert Schluep, die das Maishotel seit 2007 führen, fand er geeignete Partner. «Uns hat die Idee sofort gefallen. Allerdings hat es ein bisschen gedauert, bis das Glashaus dann auch umgesetzt war und aufgestellt werden konnte», meint Schluep. Zuerst wollte Adrian Merz ein Haus bauen, das nur aus Glas ist. «Das hat aber nicht funktioniert und so musste ich mein Projekt anpassen.»

Die Konstruktion ist selbst ausgetüftelt

Das Häuschen in Nennigkofen ist jetzt aus Holz und Glas gebaut. «Jetzt kann man besser lüften und es ist dicht.» Es hat genug Platz für ein Doppelbett und ist auf einer Hebebühne montiert. Diese wächst mit dem Mais in die Höhe. Die vordere Front des Hauses kann heruntergelassen und als Balkon benutzt werden. «So kann man in der Nacht mit dem Bett ins Freie hinausfahren und unter dem Sternenhimmel schlafen», schwärmt Merz. Beginnt es zu regnen oder wird es am Morgen wegen der Sonne zu warm, kann man das Bett wieder ins geschützte Haus zurückfahren.

Adrian Merz hat gute Kollegen, die ebenfalls gerne kreativ arbeiten und Prototypen austüfteln. Die Hebebühne hat Thomas Messer entworfen. Sie wurde speziell für die Ansprüche des Maisglashauses adaptiert und ist tief im Boden verankert. «Wenn es windet, dann schwankt das Häuschen auf der Schwebebühne ganz leicht. Das ist unproblematisch. Wenn es stürmt, dann kann man nicht darin übernachten.»

Am Wochenende ist das Glashaus fast ausgebucht

Für diesen Fall ist das Maishotel aber gerüstet. Denn auch die übrigen Hotelzimmer können bei Sturm oder starkem Regen nicht benützt werden. Dann müssen die Gäste in die grosse Scheune zügeln und sich den Schlafplatz teilen.

Obwohl weder Adrian Merz noch Herbert Schluep bisher viel Werbung für das Maisglashaus gemacht haben, ist das Häuschen an den Wochenenden begehrt und diese sind bis bis Ende Saison (Mitte September) fast ausgebucht. Ganz allgemein laufe die Saison heuer recht gut, meint Herbert Schluep. An den Wochenenden seien die Betten im Mais etwas weniger gut ausgebucht, dafür habe er mehr Gäste an den normalen Wochentagen.

Adrian Merz denkt übrigens schon weiter, zusammen mit Andreas Bangerter. Ihnen schwebt eine Wandertour in einem Naturpark, von Glashaus zu Glashaus, vor. Auch hier geht es darum, dass man die Natur erleben, aber trotzdem geschützt übernachten kann. «Mit der Übernachtung sollte man auch ein einfaches Nachtessen bestellen können.» Bis es soweit ist, dürfte es aber noch etwas dauern. «Alle Glashäuser sind Prototypen und die Erstellung ist relativ teuer. Ich bin darum auf Sponsoren angewiesen, wie beispielsweise die Firma Hüsler Nest, die das Bett für das Glashaus im Maishotel gesponsert hat.»