Beim Neubau des Kindergartens befinde man sich grundsätzlich im Rahmen des Kostenvoranschlages, erklärte Bauverwalter Thomas Leimer an der Gemeinderatssitzung. Die zuständige Arbeitsgruppe konnte einige Arbeiten bereits unter dem Voranschlag vergeben. Die einzige Arbeitsgattung, welche oberhalb des Schwellenwertes für eine freihändige Vergabe liegt, ist der Montagebau in Holz. Das günstigste Angebot liegt mit 485'000 Franken jedoch 38'000 Franken über den prognostizierten Kosten von 447'000 Franken.

Die Arbeitsgruppe kam zum Schluss, dass die unerfreuliche Situation vermutlich entstanden sei, weil der Basis-Kostenvoranschlag zwingend auf die 2,5 Mio. Franken ausgerichtet werden musste. Eine Aussage, welche im Gemeinderat nicht sonderlich positiv ankam. «Wir empfanden die Formulierung als sehr unglücklich», sagte Christoph Scholl (FDP). Die Freisinnigen haben stattdessen einen anderen möglichen Grund für die Abweichung festgestellt: Die bezifferte Differenz entspricht ziemlich genau der Mehrwertsteuer.

Scholl warf daher die Frage auf, ob es nicht eher zu einem Übertragungsfehler im Kostenvoranschlag gekommen sei, bei dem schlicht die Mehrwertsteuer vergessen ging. «Andernfalls hat man schon ein bisschen ein komisches Gefühl, wenn etwas plötzlich 8 Prozent teurer ist als vorher», so der Liberale weiter. Ob diese Vermutung stimmt, konnte der Bauverwalter zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit sagen. Er werde dies abklären.

Der Gemeinderat stimmte dennoch einstimmig dafür, den Montagebau gemäss Offerte zu vergeben. Sollte es sich allerdings nicht um einen Übertragungsfehler handeln, so soll die Arbeitsgruppe zusammen mit dem Auftragnehmer nach Lösungen für Kosteneinsparungen suchen.

Umgestaltung Bettlachstrasse

Der Gemeinderat hat sich als eines der Legislaturziele die massvolle Umsetzung von Verkehrsmassnahmen auf die Fahne geschrieben. Die eingesetzte Arbeitsgruppe erklärte die Umgestaltung der Bettlachstrasse dabei zum ersten grösseren Projekt. Das Ziel ist, den Langsamverkehr zu fördern und Schulwegsicherheit zu schaffen. Denn an der Bettlachstrasse bestünden bei verschiedenen Einmündungen kritische Problemzonen, die einer dringenden Lösung bedürfen.

Die erste Variante sieht vor, dass sich auf der Bettlachstrasse von der Dorfstrasse bis zum Bangertenweg ein Trottoir erstreckt. Dies hat für die Arbeitsgruppe aber eine klar verkehrsorientierte Wirkung, welche zusätzlichen Verkehr anzieht. Die gefahrene Geschwindigkeit sowie der Konflikt im Bereich der Einmündungen würden dadurch tendenziell noch zunehmen. 

Die Arbeitsgruppe favorisiert daher die zweite Variante. Diese bezieht in die Gestaltung den gesamten Strassenraum als Mischverkehrsfläche ein. «Die Strasse wird dabei in verschiedene Zonen aufgeteilt, um so eine natürliche Verlangsamung ohne 30er-Schilder zu erhalten», erklärte Gemeinderat Peter Bichsel (SP). Im Bereich der historisch wertvollen Gebäude soll die geteerte Fläche schmal in der Mitte gehalten werden, während an den Rändern Pflastersteine dafür sorgen, dass Velofahrer und Fussgänger genügend Platz haben.

Auch bei der Einmündung Dorfstrasse sowie bei den Rechtsvortritten sollen Pflastersteine zum Einsatz kommen. Weiter ist geplant in die Hausplätze hineinzuwirken sowie einen kleineren öffentlichen Platz zu schaffen, damit es keine klare Fahrlinie gibt. Beim Eintritt ins Dorf via Bettlacherstrasse soll eine 4 Meter breite Portalbremse entstehen, damit die Fahrzeuge nicht ins Siedlungsgebiet ausrollen können.

Die favorisierte Variante der Arbeitsgruppe fand im Gemeinderat Anklang, und er stimmte der Weiterverfolgung des Projekts einstimmig zu. Allerdings waren den Ratsmitgliedern diverse Angaben noch zu ungenau. So sollen von der Arbeitsgruppe für beide Varianten die Nettokosten ermittelt werden. Anschliessend muss die Arbeitsgruppe mit dem Projekt nochmals beim Gemeinderat vorstellig werden. Zudem ist in einem nächsten Schritt geplant, die Grundeigentümer im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens einzubeziehen.