Schon seit längerem ist klar, dass das Demenz-Pflegezentrum Forst und das Pflegezentrum Magnolienpark den Betrieb an ihren jetzigen Standorten in Solothurn nicht aufrechterhalten können. Der Aus- und Umbau der Räumlichkeiten wäre zu teuer. Ausserdem sind die beiden Heime mit je 30 Plätzen zu klein, um wirtschaftlich betrieben zu werden. Beide Heime werden von Stiftungen betrieben, denen die Stadt Solothurn und Gemeinden aus dem Leberberg angehören.

Anton Probst (Bellach, Vertreter Magnolienpark) und Urs Bentz (Langendorf, Vertreter Forst) informierten an der Gemeindepräsidentenkonferenz Solothurn-Lebern über die Pläne der beiden Stiftungen. Nach wie vor wollen die beiden Stiftungen gemeinsam einen Neubau mit 80 bis 100 Betten errichten. Die Idee, dies auf dem heutigen Parkplatz der Ypsomed, in unmittelbarer Nähe des «Magnolienparkes» zu realisieren, wurde in der Zwischenzeit begraben.

«Die Gespräche mit den Landeigentümern sind ins Stocken geraten», so Anton Probst. Neu wird ein Neubau in Solothurn, und zwar im sogenannten «Weitblick» (Weststadt) favorisiert. Es habe bereits erste Gespräche gegeben und man könne sich durchaus vorstellen, dass nicht nur ein Pflegeheim, sondern auch Wohnungen für das Alter und ein Gemeinschaftszentrum gebaut werden, in das beispielsweise die Spitex ziehen könnte. «Das sind erste Ideen», so Probst.

Die beiden Stiftungsräte haben einen Kredit von 70 000 Franken gesprochen, damit die Ideen konkretisiert werden. Die Arbeiten werden von Kontextplan begleitet. Es ist geplant, dass Mitte nächsten Jahres wieder über die Ergebnisse der Arbeitsgruppe informiert werden soll. Ein zweiter Kredit von rund 35 000 Franken wurde gesprochen, um ein zweites Teilprojekt anzugehen.

Die beiden Stiftungen planen nämlich eine Fusion. «Da wir praktisch von den gleichen Gemeinden getragen werden, erscheint uns das als sinnvoll.» Man lasse bewusst noch alle Optionen offen, wie die künftige Form der Trägerschaft aussehen soll. Das könne von der jetzigen Form der Stiftung bis hin zu einer Aktiengesellschaft gehen. Auch hier wird mit der BDO AG eine fachliche Begleitung beigezogen.

Gegen 30 Mio. Franken

Ein Neubau in der Grösse von 80 bis 100 Betten kostet zwischen 25 bis 30 Mio. Franken. Bis zu einem allfälligen Baubeginn – frühestens im Jahr 2020 – dürften die beiden Stiftungen über ein Eigenkapital von rund 12 Mio. Franken verfügen. Der Rest müsse via Bank finanziert werden.

Die Gemeindepräsidenten stellten sich grundsätzlich nicht gegen den Neubau. Die Gemeinden sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihren pflegebedürftigen Einwohner Altersheimplätze zur Verfügung gestellt werden.

Wenig Freude hatte man allerdings an der Idee, die beiden Stiftungen aufzulösen. «Das würde bedeuten, dass das Geld, dass die Gemeinden seinerzeit eingeschossen haben, an diese zurückbezahlt werden muss. Das macht aber wenig Sinn», meinte unter anderem Roland Stadler (Bellach). «Redet nicht von auflösen der Stiftungen, redet lieber von Fusionieren.»

In einer Stiftung sei das eingelegte Geld besser geschützt, meinte auch Erika Pfeiffer (Lommiswil). Gilbert Studer (Rüttenen, Vizepräsident Stiftungsrat Magnolienpark) beruhigte. «»Wir wollen die Stiftung nicht unbedingt auflösen. Aber wenn es schon eine neue Form gibt, dann wollen wir alle Optionen abklären.»

Kein Aktivismus

Im Gegensatz zum Bucheggberg, wollen sich die Leberberger Gemeindepräsidien nicht gemeinsam gegen die Schliessung ihrer letzten Poststellen wehren. In den meisten Gemeinden sind die Poststellen bereits zu und vielerorts funktionieren die Agenturlösungen recht gut, wie in der Runde zu hören war.

«Bei uns ging die Schliessung rasend schnell», so Patrick Schlatter (Oberdorf). Von Anfang an war klar, dass die Schliessung beschlossene Sache ist, meinte er. «Da haben auch Einsprachen beim Ombudsmann nichts genützt.» Ein Vorteil der Agentur sei sicher, dass die Öffnungszeiten besser sind, als sie vorher bei der Poststelle waren.