Kraftvolles Meeresrauschen versetzte das Publikum im Turbensaal Bellach an den Ort des Geschehens – in die weite Welt der Ozeane. Fabiana von Arx hatte als Grundlage für ihre Bühnengestaltung keine der sonst üblichen klassischen Ballettmusiken verwendet, sondern das zu einem Welterfolg gewordene Filmthema «Findet Nemo» gewählt.

Bei Kindern und jungen Erwachsenen ist dieser Zeichentrickfilm um den kleinen Clownfisch Nemo bekannt und beliebt. In ihrer gestalterischen Umsetzung, erstmalig übrigens aufgeführt als Tanztheater, traf die Ballettmeisterin mit Assistenz durch Desirée Abric in diesem Filmplot auf spürbare Begeisterung.

In der Region ausgebildet

Von Arx und Abric hatten als Kinder ihre Tanzlaufbahn in der Ballettschule Barbara Bernard begonnen und in weiteren Ausbildungsschritten professionalisiert. Erfahrung sammelte Fabiana von Arx in mehrjährigen Engagements im Ausland und im Diplomstudium der Ballettpädagogik an der Zürcher Hochschule der Künste.

Vor drei Jahren traf die erste grosse, mit «Der Zauberwald» betitelte Bühnenshow ihrer Ballettschule, domiziliert auf der Solothurner Benedikt-Hugi-Stasse, auf grosse Anerkennung. Dass sie jetzt mit rund 70 Angehörigen ihrer Schule im Alter von rund 4 bis 19 Jahren diese mit «Findet Nemo» zeitgenössische Produktion schuf, spiegelt ihre Weiterentwicklung.

Schon im «Zauberwald» betörte die textile Ausstattung ihrer vielen Gruppen. Diesmal allerdings übertraf sie sich in ihren Entwürfen für Solo- und Gruppentänzerinnen, um die lebendige Vielfalt der Meeresbewohner erlebbar zu machen. Insbesondere die älteren Einzeltänzerinnen, die beispielsweise als silbriger Rochen, als Tintenfisch, Seestern, Garnele, Seeflossendoktor oder Seepferdchen die Szenen tänzerisch durchwirbelten, wirkten faszinierend.

Für deren Solo-Auftritte auf dem Meeresboden und später im Aquarium hatte von Arx eigene, das dargestellte Lebewesen typisierende Schrittfolgen komponiert. Als besonders magisch, weil gefährlich, wirkte der Auftritt der drei Haie, getanzt von älteren Tänzerinnen, die in bewunderter Körperspannung diesen Räubern der Tiefsee glaubhafte Bühnenpräsenz verliehen. Aber nicht nur die aufwendige Bekleidung, sondern auch die fantasievolle, schminktechnische Gesichtsverwandlung trug zur deutlichen Ausstrahlung bei.

Zauberhafte Kindergruppen

Nemo, dessen Geschwister und Mutter durch einen Angriff von Barracudas ums Leben kommen, wird von seinem Vater Marlin mit Liebe und Umsicht behütet. Dennoch wird der neugierige kleine Kerl von Tauchern gefangen. Marlin sucht ihn überall mithilfe der etwas verwirrten Dorie. Aber Nemo ist weit fort in einem Aquarium untergebracht, aus dem ihm mit allen Bewohnern die Flucht ins Meer durch einen verborgenen Abfluss gelingt.

Sein Vater findet ihn schliesslich, als Nemo heldenhaft einer in einem Netz gefangenen Fischfamilie in die Freiheit hilft. Aufgelockert ist die Handlung durch farblich attraktiv ausgestattete Kindergruppen, die als Fischschulklasse, als Seegras, Krebse, bildschön glitzernde Quallen und entzückende Schildkröten die sechs, mit passender Musik unterlegten Szenen zu einem kunstvollen Erzählstrang bündeln.

Alle Kinder, wozu auch ein Junge zählte, erfüllten die choreografischen Anforderungen mit fürs Publikum beglückender Leichtigkeit.