Nun ist offiziell, was bisher nur eine Möglichkeit war. Anton Probst wird als Gemeindepräsident abtreten. An der Gemeinderatssitzung leitete er die Wahlen 2015 ein. Bis anhin wurde – auch von ihm selber – darüber spekuliert, das Amt in einem Teilpensum bis zum Ende der Legislatur weiterzuführen. Nun hat sich die Situation geändert. «Mein Ziel ist es, Ende 2015 als Gemeindepräsident zurücktreten zu können.» Er will mehr Zeit mit der Familie zur Verfügung haben. Am 3. Dezember 2015 erreicht Anton Probst das Pensionsalter. Wenn seine Nachfolge am 1. Januar 2016 übernehmen kann, habe er sein Ziel erreicht.

Er könne sich vorstellen – das sei aber wieder Spekulation, so Probst –, Projekte weiterzuführen, die er heute schon leitet. Neben seiner politischen Arbeit führt Probst in seinem Vollzeitamt die Verwaltung, die Liegenschaftenverwaltung und bearbeitet spezielle Projekte, wie beispielsweise die Dreifachturnhalle, die seinerzeitigen Fusionsgespräche oder aktuell den Vorsitz Planung Bellach Ost. «Es macht vielleicht Sinn, dass ich gewisse Aufgaben noch zu Ende führe.»

Es sei aber Sache des Gemeinderates, die anstehende Umstrukturierung in der Verwaltung einzuleiten. Weitere Abgänge sind zu erwarten, etwa 2016 von Bauverwalter Hans Lüthi. Welche Arbeiten nun in welchen Pensen ausgeführt werden sollen, darüber sprechen die Parteien bereits am 16. Dezember. Eventuell liegt an der ersten Gemeinderatssitzung im neuen Jahr ein Geschäft zu diesem Thema auf dem Tisch. Die Wahl des Gemeindepräsidiums ist auf den 14. Juni 2015 terminiert.

Keine Wasserstadt in Schutzzone

Eine Überraschung gab es auch bei der Besprechung des Mitwirkungsberichts zur Siedlungsstrategie (Richtplan Kanton Solothurn). Der Richtplan entscheidet künftige Entwicklungen. Jetzt haben die Gemeinden Gelegenheit darauf einzuwirken. Später gebe es diese Chance nicht mehr, mahnte Felix Glatz-Böni. Nicht weniger als 31 Anträge umfasst der Mitwirkungsbericht der Bellacher. Die Aufgabe wurde ernst genommen. Anfangs auch im Gemeinderat, diskutierte man doch beinahe eine Stunde zum ersten Antrag, wie der Verzicht auf eine Pistenverlängerung beim Flughafen Grenchen umschrieben werden soll.

Man einigte sich auf drei Sätze: Die neue Piste ist kein Thema im Richtplan, also muss eine Richtplan-Anpassung vorausgehen. Auf eine Verlängerung ist zu verzichten, da diese nicht mit den Schutzbestimmungen der Witi-Schutzzone vereinbar ist. Und auf Antrag von Fritz Lehmann wird das Gleiche zur Wasserstadt in den Mitwirkungsbericht von Bellach aufgenommen. Auf eine Wasserstadt ist zu verzichten, da diese nicht mit den Schutzbestimmungen der Witi-Schutzzone
vereinbar ist.

Lehmann, Besitzer des Muttenhofes und damit Anrainer einer Wasserstadt: «Bei beiden Vorhaben handelt es sich um die gleiche Witi-Schutzzone. In Grenchen geht es um 5 Hektaren Land und bei der Wasserstadt um 7 Hektaren. Es kann doch nicht sein, dass nach nicht mal einer Generation die seinerzeitigen Bestimmungen zur Witi-Schutzzone nur warme Luft gewesen sein sollen.» An der Schutzzone dürfe nicht von allen Seiten geknabbert werden.

«Sehr optimistische Annahmen»

Die weiteren Anträge wurden dann aber in einem Zug entschieden. Bemängelt wird, dass der Richtplan von sehr optimistischen statistischen Angaben zur Bevölkerungsentwicklung, Arbeitsplatzentwicklung und Fläche pro Arbeitsplatz ausgehe. Weiter würde bei allen positiven Aussagen vergessen gehen, wie die diversen Anliegen umgesetzt werden können. Wie kann Bauland verfügbar gemacht werden, wie finanzielle Planungsvor- und -nachteile ausgeglichen oder wie verdichtet gebaut werden? Konkret bemängelt wird die langfristige Erweiterung des Arbeitsgebietes Bettlach/Grenchen und die damit verbundene Auswirkung auf den Verkehr. Grundsätzlich stelle sich die Frage, ob diese Erweiterung überhaupt nötig sei, angesichts aktuell zu grossen Arbeitszonen in Bettlach und Grenchen.