Subingen

Gestaltungsplanpflicht wird im Gemeindegebiet auf ein Minimum reduziert

Subingen aus Richtung Süden fotografiert: rechts versteckt sich unter den Bäumen die Oesch.

Subingen aus Richtung Süden fotografiert: rechts versteckt sich unter den Bäumen die Oesch.

Der Gemeinderat von Subingen nahm den kantonalen Vorprüfungsbericht zur Ortsplanungsrevision zur Kenntnis.

Das rund 3200 Bewohner zählende Subingen ist eine ländlich geprägte Gemeinde, von deren Fläche gut 80 Hektaren bebaut sind. Die letzte Ortsplanungsrevision wurde 2002 durchgeführt. Eine erste vertiefte Prüfung der aktuell revidierten Ortsplanung fand im Amt für Raumplanung statt. Dessen nun vorliegender Prüfbericht wies in einigen Punkten auf Anpassungsbedarf aber auch auf den in Subingen gemeinsam intensiv und erfolgreich durchgeführten Planungsprozess hin.

Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold freute sich über das Kompliment für das Planungswerk, das sich «formal auf gutem Stand» befinde. Ortsplaner Uriel Kramer stellte die Änderungen in der Zonenplanrevision mit Blick vor mit den Worten. «Wir wollen das pragmatisch angehen.» Ergänzt bezüglich qualitativer und quantitativer Aspekte wurde die Quartieranalyse. So kann die vom Amt vermisste Transparenz bezüglich Innenentwicklung und innerer Siedlungsverdichtung aufgezeigt werden. «Es geht darum, dass wir begründen können, wieso wir neue Baugebiete brauchen», so der Planer.

Betriebe von der Wohn- in die Gewerbezone verlagert

Die Kernzone erstreckt sich zwischen Deitinger-, Luzern- und Oeschstrasse. Hier liegen stattliche und gepflegte historische Bauten, die zeigen «... dass unser kulturelles Erbe etwas wert ist», so Uriel Kramer. Er betrachtete hier einzelne Parzellen, die bisher eine Mischform von Wohnen und Gewerbe aufwiesen und die jetzt für Wohnzwecke genutzt werden, weil die Betriebe ins Gewerbegebiet verlagert wurden. Der Komplex für das Wohnheim Kontiki und das künftige Soviva sind der Zone für öffentliche Bauten zugeteilt.

Auch das Planungsausgleichgesetz, das bei Neu- und Umzonungen eine prozentuale Wertabschöpfung bei Verkäufen vorsieht, wurde erläutert. Die Gestaltungsplanpflicht wird laut Planer im Gemeindegebiet auf ein Minimum reduziert. Aufgelöst sind die sogenannten Reservezonen, die als «strategische Reserve für die nächste Generation» bezeichnet werden. Kommentiert wurden Änderungen im Zonenreglement, das etwa in der Zone W2A vier Wohneinheiten pro Haus ermöglicht. Subingen bleibt in der Grösse der Dachfenster bei 0,9 Quadratmeter in der Kernzone und will auch keine Parkierungsvorschriften wie Tiefgaragen im Gewerbegebiet erlassen. Die Silohöhe in der Landwirtschaft darf 20 Meter betragen.

Waldfeststellungsverfahren «nicht nötig»

Erläutert wurden einige Einzonungen und Erschliessungen sowie die erwünschte Umgestaltung der Bahnhofstrasse, um Fluchtverkehr von der überlasteten Autobahn zu verhindern. Einen kurzen Blick warf der Planer auf den Fuss- und Radverkehr, dessen Wege auf 2 Meter belassen werden. Das Naturinventar wird weiter aktualisiert. Doch ein «Waldfeststellungsverfahren» sah der Gemeinderat als «nicht nötig». Weitere Themen bildeten Massnahmen gegen Naturgefahren und Störfälle sowie strengere Energienutzungsvorschriften.

Gespräche mit Landeigentümern bezüglich ihrer Einzonungswünsche werden der nächste Schritt sein, der mit dem Amt für Raumplanung diskutiert wird. Dann folgt nochmals eine öffentliche Mitwirkung, die bereits jetzt mit zahlreichen gehaltvollen Eingaben genutzt wurde. Der Gemeinderat verzichtete in dieser Sitzung jedoch noch auf eine Stellungnahme. Subingen hofft, dass nach Behandlung möglicher Einsprachen Ende 2021 die Genehmigung des Regierungsrats für die Ortsplanungsrevision vorliegen sollte. Planungskommissionspräsident Michael Kummli: «Wir hoffen auf zeitnahe Erledigung.»

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