Lohn-Ammannsegg

Gestaltung der Schulhausstrasse liefert Gesprächsstoff

Beim Dorfplatz kreuzen sich die alte Bernstrasse und die Schulhausstrasse.

Beim Dorfplatz kreuzen sich die alte Bernstrasse und die Schulhausstrasse.

Die Sonderbaukommission informierte am Montagabend über die Pläne zur Umgestaltung der Schulhausstrasse. Gut hundert Personen fanden sich im Mehrzweckraum ein, wo während 2.5 Stunden teilweise emotional diskutiert wurde.

«Wir wollen eine Gemeindestrasse, an der alle ihren Platz haben.» Die Worte Jsabelle Scheideggers wurden am Montagabend wegweisend: Wo jeder seinen Platz haben soll, treffen viele, teils widersprüchliche Meinungen aufeinander.

Das Interesse war entsprechend gross, als die Sonderbaukommission unter Scheideggers Leitung über die Pläne zur Gestaltung der Schulhausstrasse informierte. Gut hundert Personen fanden sich im Mehrzweckraum ein, wo während 2.5 Stunden teilweise emotional diskutiert wurde.

Den Kredit über 4.9 Millionen Franken, der für Sanierung und Gestaltung der Schulhausstrasse verwendet wird, hatte die Gemeindeversammlung am 9. Juni genehmigt. Den Antrag zweier Einwohner, auf die Gestaltung zu verzichten, war abgelehnt worden.

Zudem hatte Gemeindepräsident Markus Sieber betont, dass die Gestaltung der Gemeindeversammlung nicht zur Genehmigung vorgelegt werde.

Baubeginn wohl im Januar

Mittlerweile hat die Sonderbaukommission zusammen mit BSB+Partner die Planung vorangetrieben. Nächste Termine seien die definitive Vergabe des Auftrags im Verlauf dieses Monats, sowie die Verabschiedung des Gestaltungsplans durch den Gemeinderat nächsten Montag, so Scheidegger.

Die Bauarbeiten sollen zwischen Januar und Dezember 2016 erfolgen, der Deckbelag werde im Sommer 2018 gemacht. Zu Fuss oder mit dem Velo sei jede Liegenschaft durchgehend erreichbar, wegen den Schulwegen sei man mit der Schule in Kontakt.

Sperrungen werde man versuchen, möglichst gering und jeweils von kurzer Dauer zu halten. Die durchgehende Erreichbarkeit der Liegenschaften per Auto könne aber nicht gewährleistet werden.

In Absprache mit der BSU habe man sich zudem für zwei Bauphasen entschieden: In der ersten Phase werde der Teil westlich der Wassergasse saniert, in der zweiten Phase jener östlich davon.

Die Buslinie führt während beiden Phasen über die Wassergasse, die Haltestellen «Kirche» und «Ammannsegg» werden nach Bedarf um einige Meter verlegt. Bezüglich des Umstandes, dass die Haltestelle «Alte Schmitte» in der ersten Bauphase nicht bedient werden kann, suche man noch eine Lösung, so Simon Ehmann (BSB+Partner).

Dorfplatz wird einmal gesperrt

Während die Sanierung der Strasse unbestritten ist, herrscht bezüglich der Gestaltung immenser Diskussionsbedarf. So befürchtet Reto Stuber eine zu starke Beeinträchtigung der Betriebe und Liegenschaften am Dorfplatz während der Umbauphase.

Ehmann bestätigt, dass der Dorfplatz einmal komplett gesperrt werden muss. Wann und wie lange sei hingegen noch unklar. Ein Bauphasenplan, wie ihn Stuber fordert, existiere, er sei jedoch noch nicht im Detail ausgereift. Man werde Anwohner wie Betriebe aber über Sperrungen und Unterbrüche rechtzeitig informieren.

Die Pflastersteine, die künftig Teile der Strasse zieren, waren schon im Juni diskutiert worden, wobei einige Einwände in die Planung einbezogen worden seien, so Sieber. Die Gesamtfläche, die die Steine einnehmen, falle nun kleiner aus, zudem werde auf Höhenversätze verzichtet.

Nun fürchten aber Anwohner den Lärm, der entsteht, wenn Fahrzeuge die Pflastersteine überqueren. Andere fordern dazu auf, insbesondere die Pflästerung am Dorfplatz noch einmal zu überdenken, da diese bei Nässe zu Unfällen führen könne.

Sieber verteidigt aber den Grundgedanken, mit Pflastersteinbelag die Aufmerksamkeit bei Autofahrern zu erhöhen und so deren Tempo zu reduzieren.

In der Temporeduktion und damit der Erhöhung der Sicherheit für schwache Verkehrsteilnehmer liegt das Hauptziel der Massnahmen wie: breitere Trottoirs (1,5 bis 3 Meter), verengte Strasse (6 Meter ums Schulhaus, 4 Meter bei den Fussgängerstreifen Höhe Brennereiweg und Lehnmatt), Warteinseln bei derzeit unübersichtlichen Fussgängerstreifen und Pflastersteinstreifen.

Einige Autofahrer sowie Lenker grosser Fahrzeuge fühlen sich dadurch immer stärker eingeschränkt. Anwohnern der «Rennstrecke» Schulhausstrasse befürworten eher die Massnahmen.

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