Mehrverkehr

Gerlafingen zum Migros-Projekt auf Papieri-Areal: «Unser Dorf ist jetzt schon mit Durchgangsverkehr belastet»

Kommt das Projekt von Migros und Digitec dann fahren täglich 150 Lastwagen mehr durch Gerlafingen.

Kommt das Projekt von Migros und Digitec dann fahren täglich 150 Lastwagen mehr durch Gerlafingen.

Gemeindepräsident Philipp Heri wehrt sich für Gerlafingen und bekommt Einsitz in der Utzenstorfer Arbeitsgruppe.

Normalerweise regt sich Gerlafingens Gemeindepräsident nicht so schnell auf. Aber letzte Woche hat Philipp Heri sich so sehr geärgert, dass er dies auch deutlich gesagt hat. Konkret geht es um das Bauprojekt von Migros und Digitec auf dem ehemaligen Papieri-Areal in Utzenstorf (siehe Infobox unten). 400 Arbeitsplätze sollen dort geschaffen werden. «Das ist eigentlich eine gute Nachricht», meint Heri. Nicht gut war aber die Kommunikation der Bauherrschaft.

Weder die kantonalen Behörden, noch die Vertreter der Gemeinde Gerlafingen wurden in die Planung in Utzenstorf involviert. Und das, obwohl der Gemeindepräsident des Nachbardorfes Wiler mehrmals darauf aufmerksam machte, dass Gerlafingen miteinbezogen werden sollte, wie Philipp Heri heute weiss. Denn: Die Last des Verkehrs zum neuen Logistikzentrum muss das Wasserämter Dorf mittragen.

Der Griff zum Telefonhörer hat genützt

«Ich habe mich bei den zuständigen Herren gemeldet und sie zu einem Gespräch eingeladen», erklärt Philipp Heri auf Anfrage. Das Treffen kam in kürzester Zeit zustande. Die Vertreter von Migros und Gemeinde hätten sich entschuldigt und die Gemeinde Gerlafingen bekommt Einsitz in der Arbeitsgruppe, die das Projekt in Utzenstorf begleitet. An der Aussprache nahmen übrigens auch Vertreter des Amtes für Raumplanung des Kantons Solothurn und Vertreter der Repla teil.

Philipp Heri macht deutlich, dass er das Projekt in Utzenstorf nicht verhindern will. «Rechtlich gesehen wäre das auch gar nicht möglich», ist er sich bewusst. «Aber schon nur die erste Ausbauphase bringt Gerlafingen 150 Lastwagenfahrten mehr pro Tag. Gerechnet auf den gesamten Verkehr, der sich heute durch das Dorf wälzt, mag diese Zahl als klein erscheinen.» Für Heri ist es aber ein Problem. «Wir versuchen seit Jahren den Verkehr in den Griff zu bekommen. Aber das gelingt nicht, weil ein grosser Teil bei uns Durchgangsverkehr ist.»

Berechnungen zeigen auf, dass das Verkehrsnetz heute in der Lage ist, den zusätzlichen Verkehr zu schlucken. Auch die Lärmschutzvorgaben würden alle eingehalten. «Aber Gerlafingen bleibt ein Nadelöhr für den Verkehr und das wird für uns zu einer Belastung.» Am liebsten hätte es Heri gesehen, wenn statt in Utzenstorf beispielsweise im Bolacker gebaut worden wäre. «Direkt neben der Ausfahrt der Autobahn, wo Logistikbetriebe hingehören.» Andererseits wäre dort Kulturland verbaut worden, was ja auch nicht sinnvoll sei.

Sorgenfalten bekommt Heri, wenn er an die Zukunft denkt. Digitec plane nämlich schon weiter. Aber die Phasen 2 bis 4 könnten nur realisiert werden, wenn auch erschliessungstechnische Massnahmen umgesetzt würden. Eine Umfahrung von Utzenstorf beispielsweise, oder ein neuer direkter Anschluss an die Autobahn.

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