Zuchwil

Geplanter Neubau entspricht aktuell nicht den Zonen-Vorgaben

Hier soll ein Mehrfamilienhaus erstellt werden.

Hier soll ein Mehrfamilienhaus erstellt werden.

Am Kirchweg 6 in Zuchwil ist ein Neubau geplant. Die Parzelle liegt aber in der Kernzone Erhaltung.

Hinter dem Coop in Zuchwil soll die Liegenschaft Kirchweg Parzellennummer 431 völlig umgestaltet werden. Die Parzelle mit aktuell vier verschiedenen Bauten liegt in der Kernzone Erhaltung. Erhalten werden soll aber einzig ein Teil des bestehenden Gebäudes mit der Hausnummer Kirchweg 6. Dieser Teil wird abparzelliert, das sind 425 Quadratmeter Fläche. Es verbleiben nach Abbruch der bestehenden Gebäude 1878 Quadratmeter Fläche, die neu überbaut werden sollen, was in dieser Nutzungszone nur mit Gestaltungsplan erfolgen darf.

Geplant sind ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen (2,5 bis 4,5 Zimmer) sowie eine unterirdische Parkierung. Laut Vorprüfungsbericht des Kantons ist die Parzelle aktuell unternutzt. «Das Vorhaben entspricht dem Grundsatz einer Verdichtung nach innen an einem dafür geeigneten Ort.» Aber die vorgesehene Baute mit Flachdach, so der Kanton, entspreche nicht den Vorgaben an die Kernzone Erhaltung. Hier müssen sich Bauten in ihren Ausmassen, Dachformen, Farben und Materialien gut in die bestehende Umgebung einfügen. Andererseits, auch wieder der Kanton im Vorprüfungsbericht, habe sich die Kernzone Erhaltung in den letzten 20 Jahren massiv verändert und habe nicht mehr viel mit dem ursprünglichen historischen Kern zu tun.

Parzelle soll der Wohnzone W3 zugeteilt werden

Der Kanton schlägt deshalb eine Anpassung der Grundnutzung vor. Die Parzelle soll der südlich angrenzenden Wohnzone W3 zugeteilt werden, was eine Teilzonenplanänderung erfordern würde. Damit benötige der Gestaltungsplan keinen Bonus mehr bezüglich Geschosszahl, hingegen würde die Ausnützungsziffer von W3 überschritten. Mit einem Gestaltungsplan wäre ein Bonus von maximal 20 Prozent (78 Prozent) möglich. Dann würde mit dem Richtprojekt (72 Prozent) diese maximale Ausnützungsziffer unterschritten.

Dieser Hauptkritikpunkt im Vorprüfungsbericht wurde in der Folge von der Planungskommission Zuchwil wie folgt kommentiert. «Die Erarbeitung und Auflage eines Teilzonenplans für diesen relativ kleinen Gestaltungsplan ist ... unzweckmässig, weil in der Ortsplanungsrevision unter anderem die ganze Kernzone Erhaltung überprüft wird.» Zudem sei es dem Projektentwickler nicht zumutbar, nach einer bereits langen Planungsphase nochmals ein bis drei Jahre warten zu müssen, «umso mehr sich das Gebäude städtebaulich gut in diese Lücke einfüllt». Am 4. August kam dann die Antwort vom Kanton, dass ein Teilzonenplan nicht erstellt werden muss, aus Gründen der Ortsplanungsrevision. Damit war der Weg frei für die Genehmigung des Gestaltungsplans durch den Gemeinderat und die aktuelle Auflage.

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