Aeschi

Generalversammlung der Landfrauen: Was war früher besser?

Seit über 30 Jahren ist Martine Ziegler (2.v.r.) Mitglied des Bäuerinnen- und Landfrauenvereins Wasseramt. Mit ihr posieren (v.l.): Die aktuelle Präsidentin Sabine Havelka sowie die ehemaligen Präsidentinnen Alice Stampfli und Rosa Widmer.

Seit über 30 Jahren ist Martine Ziegler (2.v.r.) Mitglied des Bäuerinnen- und Landfrauenvereins Wasseramt. Mit ihr posieren (v.l.): Die aktuelle Präsidentin Sabine Havelka sowie die ehemaligen Präsidentinnen Alice Stampfli und Rosa Widmer.

Die 85. Generalversammlung der Wasserämter Landfrauen bot auch Gelegenheit, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Ein langjähriges Mitglied berichtet.

Der Bäuerinnen-und Landfrauenverein Wasseramt hielt am Freitagabend in der Turnhalle Aeschi seine 85. Generalversammlung. Traditionsgemäss begann der Abend mit einem feinen Essen, serviert von den Vorstandsfrauen. Nach dem offiziellen Teil erfreuten sich die rund 150 Frauen am Jugendzirkus Pitypalatty.

Diese Zeitung fragte Martine Ziegler aus Horriwil, was sich in ihren Augen in den letzten Jahren verändert hat. Sie erzählt: «Seit über 30 Jahren bin ich Mitglied und erlebte vier Präsidentinnen.» Nämlich Alice Stampfli, Steinhof, Bernadette Kaufmann, Deitingen (im Amt verstorben), Rosa Widmer, Steinhof, und Sabine Havelka, Obergerlafingen. Sie war 17 Jahre (1996 bis 2013) Vorstandsmitglied, wovon zehn Jahre als Kurskassierin.

Geändert habe das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Vereins, was wohl nichts mit dem Verein, sondern mit dem Wandel der Gesellschaft zu tun habe. Sie schwärmt von den Generalversammlungen in früheren Jahren, die am Sonntagnachmittag abgehalten wurden, in der Mehrzweckhalle Obergerlafingen, und bis 17 Uhr dauerten. «Dann durften wir keinesfalls nach Hause gehen», lacht Martine Ziegler. «Sonst hätten wir ja noch im Stall helfen müssen.»
Die einzelnen Gruppen seien weitergezogen in die Nähe ihrer Dörfer, sie mit ihren Kolleginnen nach Heinrichswil ins Restaurant Stephan. Dort sassen sie gemütlich beisammen bis 22 Uhr. «Wir wollten sicher sein, dass wir nicht mehr in den Stall gehen mussten», sagt sie spitzbübisch.

Bäuerinnen in der Minderheit

Heute würden nach der GV die meisten schnell aufbrechen. Wahrscheinlich habe das angefangen, als die GV auf den Abend verlegt wurde im Jahr 1997. Das findet Martine Ziegler schade. Sie ist pensionierte Bäuerin; ihr Mann Louis ist ebenfalls pensioniert. Die Milchwirtschaft haben sie aufgegeben und den Hof ihrer Tochter übertragen. Diese bewirtschaftet die Ländereien, unterstützt von ihrem Vater. Martine Ziegler ist Mitglied der Trachtengruppe Kriegstetten und singt mit im Chor.

Auch hier werde abgebaut, weil die Dirigentin nach vielen Jahren ihr Amt abgegeben habe. So bleibt ihr das Dorfchörli Horriwil, eine Gruppe von 16 Frauen mit grosser Freude am Singen und weniger an Statuten.

Aufgefallen ist ihr, dass Bäuerinnen immer mehr in der Minderheit sind. Es sei gut, dass sich der Schweizerische Dachverband, die Kantonalverbände und die Sektionen den Landfrauen geöffnet haben. Allerdings habe sie das Gefühl, diese würden sich zu wenig integriert fühlen. Dabei sollten Bäuerinnen und Landfrauen eine Einheit bilden. «Uns plagen die gleichen Sorgen», hält Martine Ziegler fest, «und der schweizerische Verband setzt sich für die Anliegen aller Frauen ein.»

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