Schnottwil

Gemischter Chor macht Spagat zwischen Folklore und Rock

Sängerinnen und Sänger traten in einer zur Rockmusik passenden Kleidung auf.

Sängerinnen und Sänger traten in einer zur Rockmusik passenden Kleidung auf.

Der Gemischte Chor unterhielt das Publikum in Schnottwil mit Musik und Theater.

Ganz unkonventionell, getreu seinem Slogan «der etwas andere Chor im Buechibärg» war der Gemischte Chor Schnottwil übers Wochenende unterwegs. Mit dem Projekt «Wenn Rock meets s’Anneli im Gärtli» wagte sich der Verein an ein spezielles Projekt. In seinem Konzert in der Mehrzweckhalle wechselte der Chor unter der Leitung von Christoph Zurbuchen von traditionellen Schweizer Volksliedern über Mundarthits bis zu Rocksongs. Mit dem passenden Outfit – Lederjacken und -mützen, Jeans und weisse Hemden und Blusen – brachten die Sänger und Sängerinnen einen Hauch von amerikanischem Rock ’n’ Roll-Feeling auf die Bühne.

Der Chor trat zusammen mit der Schnottwiler Rockband «Lemonize» auf. Mit ihrer vollen Stimme begleitete die Bandsängerin Flavia Eberhard den Chor als Solistin. In einer separaten Einlage zeigte die fünfköpfige Band was sie drauf hatte und rockte ab. Das Publikum spendete den jungen Musikern frenetischen Applaus und schrie nach Zugabe. Doch auch der Chor erhielt seine verdienten Lorbeeren. Der Beifall des Publikums in der fast voll besetzten Halle und dessen Forderung nach Zugaben bezeugten, dass der Spagat zwischen Schweizer Tradition und Rock gelungen war.

«Zieh Leine Jack»

Nicht nur die Zusammenstellung der Lieder war unkonventionell. Auch für die Ansage der Titel hatte sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. So moderierten Schauspieler der Theatergruppe Schnottwil die Stücke auf spezielle Art an. Bei «Heimweh» kam die Schnottwiler Fahne zum Zug. Ein Ritt auf einem Steckenpferd leitete «Country Road» ein. Mit erhobener Bratpfanne jagte die Ehefrau ihren Jack zum Titel «Hit the Road Jack» davon.

Ärger mit der Kuh

Im zweiten Teil der Vorstellung ging es um Hanfplantagen im Dorf, einen Mafia-Mordfall und einen faulen Knecht, der zum Gemeindepräsident gepuscht wird. In einem lustigen Verwirrspiel von Claudia Gysel brachte die Schnottwiler Theatergruppe unter der Regie von Sarah Hartmann das Publikum mit ihrem Schwank «Immer Ärger mit Emili(y)» zum Lachen. Die Bäuerin Emili, gespielt von Jacqueline Willi, kam nicht mir ihrer stadtzürcherischen Schwiegertochter Hannah (Linda Willi) zurecht. Diese fühlte sich vom Ehemann Jonas (Christoph Furrer) vernachlässigt und beschäftigte sich mit dem Anbau von Hanf. Der Dorfpolizist (Jürg Willi) wollte Emili in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen, weil sie einen Mafia-Mord beobachtet hatte.

Um seine eigenen Ideen in das politische Geschehen einzubringen, versuchte Jonas, den faulen Knecht Fritz (Christophe Frésard) für den Wahlkampf zum Gemeindepräsidenten fit zu machen. Wie es in einem Schwank so üblich ist, hatten sich schlussendlich alle versöhnt und gelobten Besserung. Und die Kuh Emily – «Miss Schöneuter» – die ständig ausbüxte, war wieder sicher im Stall.

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