Es gibt durchaus Menschen, die sich über den jüngsten Temperatursturz freuen. Einer von ihnen ist Werner Isch, Landwirt und Organisator des Buechibärger Wiehnachtsmärets. «Wir haben letzte Woche im T-Shirt aufgebaut.» Mit den tieferen Temperaturen und dem ersten Schnee dürfte bei manchen auch endlich Weihnachtsstimmung aufgekommen sein. «Da haben wir Glück gehabt», zeigt sich Isch froh.

Dieses Wochenende erstrahlte der Märet zum 19. Mal in hellem Glanz und wiederum 80 Aussteller verkauften auf dem Ischhof ihre Produkte. Hier lockte der Duft nach Glühwein, dort das Funkeln von Kerzen und über allem thronte ein leuchtender Mond. Unter den Besuchern herrschte spürbar fröhliche Stimmung, ist doch der Märet auch ein Treffpunkt für Freunde und Bekannte. Es schien perfekt. Schien, denn hier und dort war die vorweihnachtliche Stimmung doch etwas getrübt.

«Bänze mit Ränze!», ruft es dem Besucher bald entgegen. Werner Rüegsegger kann sich nicht beklagen, seine Bänze haben sich an den ersten beiden Tagen bestens verkauft, wie der Bäcker gut gelaunt bestätigt. Einen Unterschied zu den letzten Jahren – Rüegsegger ist seit Anfang dabei – stelle er nicht fest. Und so erhält die Kundschaft als kostenlose Extras zu den Bänzen einige hausgemachte Spässe.

Ein paar Schritte weiter, in einem der Innenräume, staunen zwei Besucherinnen: «Das sieht toll aus.» An der Decke hängen Lichterketten, damit auch die Stände drinnen unter einem Sternenhimmel stehen. Ambiente, das Isch und sein Team in mühsamer Arbeit selbst geschaffen haben. Auch an Charlotte Zwahlens Stand ist es gemütlich, sie verkauft hier seit ungefähr sechs Jahren ihre handgefertigten Krippenfiguren. Begehrte Objekte und vom Jesuskind bis zum Hirtenstab findet das Sammlerherz hier alles. Dennoch ist es ruhig. «Ich habe den Eindruck, dass es weniger Leute hat.» Normalerweise herrsche ein Gedränge zwischen den Marktständen, was aber nicht besser sein müsse. «Hat es zu viele Leute, kann man an den Ständen gar nicht mehr richtig schauen.»

Danielle Häberli bestätigt Zwahlens Eindruck. Wie die aufgestellte Frau erzählt, arbeitet sie das ganze Jahr über an ihrer Weihnachtsfloristik, welche sie vor Weihnachten an drei Märkten verkauft. «Hier bin ich aber zum letzten Mal», denn sie mache weniger Umsatz. «Es hat massiv weniger Leute.» Für sie sei das aber in Ordnung, denn so sei es weniger schmerzhaft aufzuhören. Über die Ursachen können Häberli und Zwahlen nur spekulieren. War es doch zu lange warm? Vielleicht gibt es mittlerweile zu viele Märkte und Produkte? Oder kündet sich auch auf diese Art das nahende Ende des Wiehnachtsmärets an?

Nächstes Jahr zum letzten Mal

«Wir haben gesagt, wir machen das 20 Jahre lang» und daran halte man fest, so Werner Isch. Ein Grund seien die vielen anderen Märkte, auf die Isch auch den sinkenden Umsatz einzelner Aussteller zurückführt. «Vor 19 Jahren, war unser Märet fast der einzige in der Umgebung.» Den Eindruck sinkender Besucherzahlen könne er aber nicht bestätigen. Und wo wir gerade stehen, ist tatsächlich einiges los: Es ist mittlerweile 22 Uhr und die Stände sind zu. Jene Besucher, die noch nicht bettreif sind, verweilen in der Eselbar – dicht gedrängt und gut gelaunt.