Lohn-Ammannsegg
Gemeindeverwaltung wird neu gestaltet

Die Anzahl des Personals auf der Gemeindeverwaltung von Lohn-Ammannsegg hat sich stetig vergrössert, das hat zu beengenden Platzverhältnissen geführt.

Patric Schild
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Die Platzverhältnisse sind beengt, deshalb wird umgestaltet. (Symbolbild)

Die Platzverhältnisse sind beengt, deshalb wird umgestaltet. (Symbolbild)

GAETAN BALLY / Keystone

Im Vorfeld der Budgetdebatte legte der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vier Projekte mit Investitionskosten von über 100'000 Franken zur Genehmigung vor.
In der Gemeindeverwaltung entsprechen die Räumlichkeiten aus den 70er-Jahren nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen. Mit der kontinuierlichen Zunahme des Personalbestands wird mehr Arbeitsfläche benötigt. So verfügt beispielsweise der Gemeindepräsident über keinen eigenen Arbeitsplatz.

Deshalb soll der bestehende Mehrzweckraum unterteilt werden. Der grössere Teil soll nebst der bisherigen Lagerung des Büromaterials zukünftig auch als Sitzungszimmer und Pausenraum fungieren. Aus der kleineren Fläche soll ein neues Büro geschaffen werden. Die grösste Veränderung entsteht im Eingangsbereich. Der Empfangsschalter soll um 90 Grad gedreht und der bisher kaum genutzte Vorplatz zur Bürofläche umfunktioniert werden. Der grobe Kostenvoranschlag beläuft sich auf 200'000 Franken und wurde einstimmig angenommen.

Kaltes Lernklima

Das neue Schulhaus aus dem Jahre 1991 ist energetisch nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik. Ausserdem sind die Fenster teilweise undicht, was sich an Tagen mit starker Bise bemerkbar mache. «Wir kamen nicht über 18 Grad in den Schulzimmern hinaus», sagte Gemeindepräsident Markus Sieber. Dies stelle definitiv kein angenehmes Lernklima dar, so Sieber weiter. Eine umfangreiche Untersuchung zeigte einen Totalsanierungsbedarf von über 700'000 Franken auf.

Der Gemeinderat beantragte aber nur einen Kredit von 300'000 Franken für einen Wechsel der Fenster und die Behebung der Wärmebrücken in den Storenkästen. Dies entspreche gemäss Bau- und Werkkommission (BWK) dem grössten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Trotz Voten, welche die Kosten für die 81 neuen Fenster kritisierten, wurde der Kredit einstimmig gutgeheissen.

Die Versammlung hat

- die Reorganisation der regionalen Zivilschutzorganisation einstimmig gutgeheissen;

- die Delegierten der Gemeinde einstimmig angewiesen, an der Delegiertenversammlung des Vereins «Energieregion Bern-Solothurn» den Statutenänderungen zuzustimmen;

- einstimmig entschieden, die Mitgliederzahl der BWK von heute 5 auf neu 7 Mitglieder zu erhöhen und die Entschädigung für die BWK neu auf 15 000 Franken pro Jahr festzulegen. (psg)

Bedarf besteht auch beim neuen Kindergarten. So ist die Entwässerungsleistung des Flachdachs zu wenig gross und die Absturzsicherung bei der Photovoltaikanlage ungenügend. Die nachträglich montierte Anlage verhindert zudem einen nachhaltigen Unterhalt der Dachbegrünung, weshalb diese durch Kies zu ersetzen ist. Ausserdem sind die Lichtkuppeln undicht und nicht durchbruchsicher. Hinzu kommt, dass die Kuppeln nicht richtig montiert wurden. «Dadurch bietet sich ein Ersatz der Kuppeln eher an, anstatt einer Renovierung», sagte Sieber. Zusammengefasst sind Sanierungskosten von 125'000 Franken geplant. Der Fakt, dass das Gebäude erst 2005 erbaut wurde und bereits solche Mängel aufweist, löste einigen Unmut unter der Bevölkerung aus. Dennoch wurde dem Projekt bei zwei Enthaltungen zugestimmt.

Budget ist ausgeglichen

299'000 Franken kostet die Sanierung der Wasserleitungen an der Hofackerstrasse Süd. Obwohl die Leitung aus dem Jahre 1975 erst die Hälfte ihrer technischen Lebensdauer hinter sich hat, weise sie (zu) viele Rohrbrüche auf. Die Versammlung genehmigte den Kredit einstimmig.

Das Budget 2018 kommt ausgeglichen mit einem unveränderten Steuerfuss daher. Gerechnet wird mit einem Ertragsüberschuss von knapp 20'000 Franken. «Ob schlussendlich ein Plus oder Minus davorsteht, ist bei einem Budget von 12 Mio. eher zufällig», so Markus Sieber. Die geplanten Investitionen belaufen sich auf 2.2 Mio. Franken. Das Investitionsvolumen liege langfristig zwar noch etwas über dem, was sich die Gemeinde leisten kann, sei aber aufgrund der Arbeiten an den Infrastrukturen notwendig. Auch in Zukunft werde noch einiges auf die Gemeinde zukommen.

Die Feuerwehr habe Platzmangel, steigende Schülerzahlen würden ein Thema werden und der Werkhof stosse an seine Grenzen. «Es geht nicht darum, jetzt grosse Infrastrukturprojekte anzukünden, sondern um heute bereits zu sensibilisieren», sagte Sieber. Das Budget 2018 wurde bei einer Enthaltung genehmigt.