Wie schon die Gemeinde Buchegg wandelte die Gemeindeversammlung Lüterswil-Gächliwil mit 34 Ja und 4 Enthaltungen die bisher öffentlich-rechtlich betriebene BucheggbergNet (BBN) in eine Aktiengesellschaft um. Vorteil: Öffnung für weitere Investoren, längerfristig mögliche Abschreibungen und keine öffentliche Nachschusspflicht mehr. Die bisherigen beiden kommunalen Partner übernehmen anteilmässig Aktien und vollziehen einen Kapitalschnitt. Für Lüterswil-Gächliwil bedeutet dies aber: «... dass wir uns eine Differenz von etwa 40 000 Franken ans Bein streichen müssen, sprich: verlieren», erklärte Gemeindepräsident Kurt Burkhalter an der letzten von ihm geführten Gemeindeversammlung.

Einverstanden war die Versammlung mit allen gemäss Aktienrecht nötigen Verträgen, die Gemeinderat Cyrill Schildknecht erläutert hatte. Zuvor war mit der Feststellung «deutlich besser als in den Vorjahren» die Jahresrechnung von BBN mit 35 Ja und 3 Enthaltungen genehmigt worden. Zwar weist sie immer noch einen Aufwandüberschuss von rund 16 500 Franken aus, doch die Ablösung bisheriger Verträge und Dienstleistungen mit eigener Rechnungstellung lässt auf bessere Wirtschaftlichkeit bei BBN hoffen. Beide Partnergemeinden sind mit Darlehen in Höhe von 230 000 Franken beteiligt. Rückstellungen, wie aus dem Plenum angeregt, seien für die neue AG nicht mehr nötig.

Das alte Schulhaus

Ausführlich kniete sich die Versammlung in die vorgeschlagene Sanierung nebst Umbau des alten Schulhauses. Gemeinderätin Silvia Stöckli knüpfte an erste «visionäre» Vorschläge an, die sie ihren Mitbürgern an der letzten Gemeindeversammlung gemacht hatte. Für weitergehende Planungen erbat der Gemeinderat einen Kredit im Betrag von 30 000 Franken, der den nötigen Umzonungsprozess aus der Zone für öffentliche Bauten einschliesst. Damit sollen laut Architekt Michael Marti die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten und vor allem der Umfang baulicher Sanierung festgehalten werden. Bislang befinden sich eine Asylwohnung und die Gemeindeverwaltung, für die ein Umzug in die alte Post ins Auge gefasst wird, im Gebäude. Gegen die vorgeschlagenen, einfach ausgestatteten vier Wohnungen regte sich im Plenum Widerstand. Hilft eine Bedarfsabklärung? Denn sicher wolle niemand aufs Land ziehen, wenn sich in unmittelbarer Nähe eine durch zahlreiche und lebhafte Anlässe genutzte Mehrzweckhalle befindet. Zudem werde in naher Zukunft schon der Leerwohnungsbestand in der Region problematisch, lautete ein warnendes Votum. Dass die angefragte Bank gerne Geld für den Umbau bewilligt, entspreche deren Geschäftszielen, hiess es weiter. Nach weiteren, durchaus einleuchtenden Gründen für und gegen das Vorhaben einigte man sich mit 26:10 und zwei Enthaltungen auf einen Planungskredit zulasten der Investitionsrechnung, um eine saubere Prüfung aller Ideen sicherzustellen und danach zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

Positive Rechnung

Kurt Burkhalter benannte mit dem Schulhaus Gächliwil und der Kleinparzelle 55 «Schützenhaus Gächliwil» die Werte, die vom Verwaltungs- ins Finanzvermögen wechselten. Umgekehrt war eine Verschiebung des Darlehens von 80 000 Franken für BBN vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen nötig. Einstimmig billigte der Souverän auch die Jahresrechnung über 1,78 Mio. Franken, die nach Abschreibungen einen Ertragsüberschuss von 149 000 Franken ergab. Mehrheitlich bessere Ergebnisse in allen Ressorts, der «geotopographische» Zustupf aus dem Kantonalen Lastenausgleich über 112 500 Franken und höhere Steuereingänge lassen das Eigenkapital auf über 1 Mio. Franken ansteigen. Die Nettoinvestitionen beliefen sich auf 25 600 Franken und betrafen anteilig die Anschaffung des neuen Feuerwehrfahrzeugs und ein Projekt zur Umgestaltung des Mühlibachs. Gut unterwegs mit Überschüssen sind Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Nur beim Abfall haben Anschaffungen in der Infrastruktur ein Defizit bewirkt.

Die Dienst- und Gehaltsordnung wurde diskussionslos genehmigt.

Stühle rücken

Mit herzlichem Dank verabschiedet wurden die bisherigen Gemeinderatsangehörigen Nadja Mollet (8 Jahre, Bildung), Daniela Geigele (7 Jahre, Bauwesen) und nach einer Legislatur Gemeindepräsident Kurt Burkhalter. Begrüsst wurde als neue Kraft im Rat Carmen Pfister. Dringend gesucht wird ein weiteres Gemeinderatsmitglied.

Wie schon bei der Versammlung der Bucheggberger Gemeindepräsidien stellten Regisseurin Yvonne Hofer und Beat Werner das im kommenden Jahr am Aufführungsort Lüterswil geplante Freilichtspiel «Der Schärer Michel» ausführlich vor. Beide baten die Bevölkerung um breite Mithilfe. Helfende Hände braucht auch das Oldtimer-Treffen in Lüterswil Ende August.