Gemeinderatswahlen
In Zuchwil bleibt kein Stein auf dem anderen

In Zuchwil profitiert die CVP im bürgerlichen Lager und die Grünen im linken. Die Stimmbeteiligung fiel erschreckend tief aus.

Urs Byland
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Patrick Marti (SP) ist neu gewählter Gemeindepräsident von Zuchwil.

Patrick Marti (SP) ist neu gewählter Gemeindepräsident von Zuchwil.

Tom Ulrich

Etwas höher als bei der Gemeindepräsidiumswahl ist die Stimmbeteiligung bei den Wahlen in den Gemeinderat. Dennoch beteiligen sich mit 30,5 Prozent der Stimmberechtigten erschreckend wenige bei der doch wichtigsten Wahl in einer Gemeinde. Diejenigen Stimmberechtigten, die aber zur Urne gegangen sind, haben einen richtigen Wirbel ausgelöst. Die Grünen und insbesondere die CVP konnten sich in diesem Wirbel behaupten. Die anderen Parteien mussten Federn lassen.

Am Auffälligsten ist die CVP Zuchwil, die zwei Sitze gewannen und nun mit drei Sitzen ebenso stark sind wie die SP. «Das ist mehr, als wir erwartet haben. Unser Ziel war es ja, den vor vier Jahren verlorenen Sitz zurückzuholen. Nun konnten wir sogar einen zusätzlichen Sitz gewinnen», erklärt der neu gewählte Marco Galantino. Er ist überzeugt davon, dass die starke CVP-Liste den Ausschlag gegeben habe. Und: «Wir sind mit den richtigen Kandidaten angetreten und haben die richtigen Ziele für Zuchwil formuliert.»

Starke Verschiebung der Wähleranteile

Gilbert Ambühl

Gilbert Ambühl

Foto: mt

Der Sitzverlust seiner SP schmerzt Gilbert Ambühl. Obwohl er als Gründe für das eher enttäuschende Abschneiden anführen kann, dass zwei Bisherige, darunter der Gemeindepräsident, nicht mehr antraten. Er schmerze aber auch deshalb, weil der Wähleranteil neu bei 26 Prozent liegt. «Normalerweise haben wir über 30 Prozent.» Umgekehrt die Entwicklung der auch ihn überraschenden CVP, die 2017 noch einen Wähleranteil von 13 Prozent auswies und jetzt ohne Listenverbindung auf 20 Prozent und mit Listenverbindung (Junge Liste) auf 23 Prozent kommt.

Dennoch spricht Ambühl von einem Linksrutsch. Denn die Grünen haben zugelegt, die CVP ebenfalls, aber die FDP und SVP haben verloren. Ambühl sagt:

«Es war schwierig zu mobilisieren. Die SP hatte an der gleichzeitigen Regierungsratswahl ihre Schäfchen schon im Trockenen, die Grünen zwar auch, aber sie profitieren vom Trend, grün zu wählen.»

Grundsätzlich stimme ihn die neue Zusammensetzung des Gemeinderates positiv. Und das Resultat des Gemeindepräsidenten stuft er als «normal» ein. «Ich hatte auch zwei Mal Wahlen zu bestehen ohne Gegenkandidaten und habe auch zwischen 70 und 80 Prozent der Stimmen geholt», so der ehemalige Gemeindepräsident.

Auf einen Sitzgewinn haben die Grünen zwar gehofft, aber ihn nicht erwartet. «Das ist nun umso schöner», erklärt Benjamin Studer, der künftig vom 21-jährigen Noe Loosli unterstützt wird. Er sagt:

«Ich habe vor allem Freude, dass nun von elf Gemeinderätinnen und Gemeinderäten deren fünf unter 40 Jahre alt sind.»

Verloren haben neben der SP auch je einen Sitz die FDP und die SVP. «Das ist enttäuschend und nicht gut», kommentiert Silvio Auderset (SVP). Denn seine Partei habe einen guten Leistungsausweis. Bedenklich finde er zudem die tiefe Stimmbeteiligung.

Philipp Weyeneth (FDP) freut sich über sein persönliches Resultat. Den Sitzverlust seiner Partei begründet er damit, dass zwei Bisherige nicht mehr angetreten sind. «Und wir hatten vor vier Jahren Glück mit dem Restmandat. Dieses Glück fehlte heuer.»