Selzach
Gemeinderatssitzung wegen Verdachtsfall auf der Verwaltung abgesagt

Die Sitzung des Selzacher Gemeinderates wurde wegen eines Corona-Verdachtsfalls abgesagt. Der Kantonsarzt gab Entwarnung.

Urs Byland
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Ein Besuch auf der Einwohnergemeinde Selzach birgt laut Kantonsarzt kein Risiko.

Ein Besuch auf der Einwohnergemeinde Selzach birgt laut Kantonsarzt kein Risiko.

Oliver Menge

Ungewohnt präsentierte sich die Situation kurz vor der Gemeinderatssitzung auf der Gemeindeverwaltung Selzach. Normalerweise versammeln sich die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte am Sitzungstisch im 1. Stock des Hauses. Am Donnerstagabend warteten aber Gemeinderäte und Gäste im Foyer im Parterre. Die Gemeindepräsidentin Silvia Spycher, Bauverwalter Thomas Leimer und Gemeindeschreiber Mario Caspar standen hinter dem Glas im internen Bereich der Verwaltung und sprachen mit den Gemeinderäten und Gästen durch die Lücke der gläsernen Abschrankung. Diskutiert wurde, ob die Gemeinderatssitzung stattfinden sollte. Wie die Gemeindepräsidentin erklärte, gebe es im Haus einen nicht bestätigten Corona-Verdachtsfall. Gemeindeschreiber Mario Caspar präzisierte auf Nachfrage am folgenden Morgen, dass die betroffene Person mit jemandem in Kontakt stand, die ebenfalls ein Verdachtsfall sei.

Am Donnerstagabend wurde dann zuerst unter der Leitung von Thomas Studer diskutiert, ob man die Sitzung abhalten soll oder nicht. Eine Abstimmung zeigte, dass die nicht wirklich dringenden Geschäfte warten können. Der Mehrheit war das Risiko zu hoch. Die Sitzung wurde abgesagt. Erwähnt wurde noch, dass man jetzt unbedingt die Möglichkeit einrichten soll, dass Sitzungen via Skype im Internet durchgeführt werden können.

Doch wie geht es weiter auf der Gemeindeverwaltung in Selzach? «Wir wollen 100-prozentige Sicherheit für die Kunden der Gemeindeverwaltung», erklärt Mario Caspar. Noch am Freitag Morgen erfolgte eine interne Lagebeurteilung. Die Selzacher Gemeindebehörden haben sich auch mit dem Kantonsarzt in Verbindung gesetzt, um das Risiko abschätzen zu können.

Am Nachmittag erfolgte dann Entwarnung von beinahe höchster Stelle. Die Medienbeauftragte des Regierungsrates, Andrea Affolter, beschrieb, was die Selzacher vom Kantonsarzt vernahmen. So sei die Person auf der Gemeindeverwaltung von Selzach vor mehr als sieben Tagen mit einer anderen Person, die ein Verdachtsfall war, in Kontakt gekommen. «Aktuell wird empfohlen, beim Verdacht sich infiziert zu haben, eine Selbstquarantäne von fünf Tagen einzuhalten. Die Person auf der Selzacher Gemeindeverwaltung ist seit sieben Tagen symptomfrei. Sie hat sich also nicht infiziert und ist damit auch nicht ansteckend», so Affolter. Die Selzacher Gemeindebehörden hätten alles richtig gemacht und genau abgeklärt. Ein Besuch der Gemeindeverwaltung sei ohne Risiko. «Niemand ist gefährdet», so Affolter.