Langendorf
Gemeinderat will weiterer Verschuldung mit höherem Steuerfuss vorbeugen

Der Gemeinderat hat einstimmig entschieden, den Steuerfuss von 110 auf 115 Prozent anzuheben. Damit will er der ansteigenden Nettoverschuldung entgegenwirken.

Nadine Schmid
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Der Gemeinderat will bereits jetzt dafür sorgen, dass eine finanzielle Verbesserung eintritt. (Archiv)

Der Gemeinderat will bereits jetzt dafür sorgen, dass eine finanzielle Verbesserung eintritt. (Archiv)

Felix Gerber

Die Sanierung des Sekundärnetzes Stöcklimattstrasse Süd soll nicht verschoben werden. An den Kosten von rund 130 000 Franken wird sich nämlich die GAW mit 30 000 Franken beteiligen.

Wäre die Sanierung verschoben worden, hätte die GAW nicht mehr gezahlt, die an Verträge mit der Swisscom gebunden ist und deshalb entsprechende Fortschritte verzeichnen muss und mit ihre Projekte vorantreiben will.

Zu diesem Argument gegen den Aufschub kam für den Rat die Tatsache hinzu, dass der Deckbelag der betreffenden Strasse ohnehin bis 2019 neu gemacht werden muss.

Die GAW beteiligt sich ebenfalls an der Sanierung von Rohranlagen des Sekundärnetzes diverser Strassen, darunter der Erlimattweg West und die Allmendstrasse. In einem ersten Teil erfolgt die Tiefbausanierung, danach die der Anlagen. Gesamthaft werden in diesem Jahr 314 000 Franken dafür in der Investitionsrechnung budgetiert.

Steuern sollen erhöht werden

Die Erfolgsrechnung wies nach der zweiten Lesung zunächst noch einen Aufwandüberschuss von rund 266 000 Franken auf, dies bei Ausgaben von 17,684 Mio. Franken. Bei einer Nettoinvestition von 1,681 Mio. Franken wäre die Nettoschuld pro Einwohner erneut gestiegen, diesmal um 200 Franken.

Damit wäre die Nettoschuld pro Einwohner auf 1270 Franken gefallen. Gemeindeverwalter Kurt Kohl hielt fest: «Die Nettoverschuldungen steigt stetig an. Dem sollte entgegengewirkt werden.»

Diese Meinung teilte der Gemeinderat einstimmig. «Wenn man eine Tendenz von Verschuldung beobachtet, kann man entweder abwarten oder reagieren», so Gemeinderat Adrian Marti.

Wenn man reagiere, könne einer grossen Verschuldung vorgebeugt werden. Warte man ab, bestünde das Risiko, dass sich die eigene Voraussage bestätige und keine finanzielle Verbesserung eintritt.

Dass es in den nächsten Jahren nicht besser wird, vermutet der Gemeinderat: Diverse Projekte, wie die Schulraumerweiterung, stünden an, die viel kosten und, wenn das Szenario so weitergeht, mit dem bisherigen Steuerfuss nicht bezahlt werden können.

Vom Kanton würden zudem immer wieder Beiträge erhöht, die die Gemeinde zu berappen habe. Die Rede ist vor allem von der Pflegefinanzierung, die, wie Gemeindepräsident Hans-Peter Berger festhält, vom Volk abgesegnet worden sei.

Der Steuerfuss soll deshalb von 110 auf 115 Prozent erhöht werden. Dafür sprach sich der Gemeinderat einstimmig aus. Berger dankt für das starke Signal. Für eine ausgeglichene Rechnung würde es einen Steuerfuss von 118 Prozent brauchen, doch will der Gemeinderat es erst einmal mit einer Erhöhung von fünf Prozent versuchen.

Damit ergibt dies in der Erfolgsrechnung schlussendlich einen Einnahmenüberschuss von 244 000 Franken. Dieser Entscheid muss nun an der Gemeindeversammlung genehmigt werden.

Das Dorf braucht das Inva-Mobil

Das Inva-Mobil wurde im ersten Halbjahr 2015 in Langendorf für achtzig Fahrten benötigt. Auf die Strecke ausgerechnet wurden gesamthaft 304 Kilometer zurückgelegt.

Die Nutzergruppe besteht aus pflegebedürftigen Menschen im hohen Alter, die kein Auto mehr besitzen und das Angebot für Arztfahrten und Spitalbesuche benötigen. Die Gemeinde budgetiert hierfür einen Basisbetrag von 3400 Franken im Budget 2016.

Die Jugendkommission hat ein neues Mitglied. Anita Palermo wurde einstimmig in dieses Amt gewählt.

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