Gerlafingen

Gemeinderat will «Qualität im Siedlungsbau»: Zwei Planungswerke in die Vorprüfung verabschiedet

Sorgfältig betrachtet wurden die fast abgeschlossene Ortsplanungsrevision und ein neues Mehrfamilienhausprojekt auf dem Eckgrundstück Wiler-/Bahnhofstrasse.

Sorgfältig betrachtet wurden die fast abgeschlossene Ortsplanungsrevision und ein neues Mehrfamilienhausprojekt auf dem Eckgrundstück Wiler-/Bahnhofstrasse.

Zwar sind die fast abgeschlossene Ortsplanungsrevision und ein neues Mehrfamilienhausprojekt auf dem Eckgrundstück Wiler-/Bahnhofstrasse kaum miteinander vergleichbar, bedürfen aber der gleichen Sorgfalt in der gemeinderätlichen Betrachtung.

Planer Vinzenz Luginbühl, beauftragt durch die Landeigentümerin, die Murtishi Bau GmbH aus Biberist, hatte gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe Gestaltungsplan und Sonderbauvorschriften für dieses Grundstück entwickelt. Benachbart liegt es eingangs der Wilerstrasse dem prominenten Gebäude der alten Gemeindeschreiberei/Von-Roll-Kosthaus und vor dem Ensemble der historischen und schützenswerten Mehrfamilienbauten, die im Volksmund «Kasernen» heissen. Luginbühl zeigte, wie das 16 Wohneinheiten umfassende Gebäude mit vier Stockwerken, Flachdach und Fassadenbegrünung in eine grüne Umgebungsgestaltung mit Spielplatz, kleinem Park zur Bahnhofstrasse hin und einem nutzbaren Innenhof eingebettet ist. Die variabel zwischen 2,5 und 4,5 Zimmern aufteilbaren Wohnungen verfügen über einen durchgehenden Wohn-/Essraum, an den Richtung Osten und abgewandt von der Strasse eine Loggia und gegen Westen ein kleiner Balkon anschliessen.

Einen Grundsatz im Gestaltungsplan sah Bauverwalter Ewald Kaiser erfüllt: nämlich Qualität im Siedlungsbau. Auf die Nachfrage, ob Gerlafingen denn weitere Wohnungen infrastrukturmässig verkraften könne, hielt er fest, dass eine Bevölkerungsendgrösse von 6200 Personen im Rahmen der Ortsplanungsrevision als realistisch berechnet wurde. Auch Schulraum sei genügend vorhanden. Der Gemeinderat verabschiedete das Projekt einstimmig zur kantonalen Vorprüfung. Laut Gemeindepräsident Philipp Heri wird demnächst eine Mitwirkung für die Bevölkerung organisiert.

Einige Anpassungen in der Ortsplanungsrevision

Das Amt für Raumplanung hatte den Entwurf der Ortsplanungsrevision zur ersten Vorprüfung deutlich positiv gewürdigt. Seither habe keine Kursänderung stattfinden müssen, so der Gemeindepräsident. Die Mitwirkung habe interessante Eingaben erbracht, die zu einigen Präzisierungen beigetragen hätten: so zu einer Vereinfachung der Bezeichnungen in Einfamilienhauszonen. Gewerbezonen würden künftig als Mischzonen geführt. Das Areal Zielmatten habe man wegen der laufenden gerichtlichen Klärung vorerst ausgeklammert. Noch definiert werden müssten Baulinien entlang der Kantonstrassen und dort mögliche Temporeduktionen. Für das permanent vorhandene Thema «Nordumfahrung» habe die Repla jetzt einen Arbeitsausschuss mit Vertretungen der umliegenden Gemeinden eingesetzt.

Ein Anliegen der Ortsplanung sei es auch, identitätsstiftende Gebäude zu erhalten. So könne das Stahlwerk nicht einfach Häuser «wegräumen», betonte der Bauverwalter. Dafür müsse ein Betriebskonzept zugrunde liegen. Aus der Ratsmitte wurde gefragt, ob Regelungen derart weitgehend gefasst sein können, dass Eigentümer zur nachträglichen Bepflanzung ihrer Steingärten verpflichtet werden können. «Im Sinne erwünschter Biodiversität machen solche und chemiebehandelte Flächen keinen Sinn», stellte Heri klar. Aber zu «absurden» Kontrollen fehlten der Gemeinde die Kapazitäten. «Es sollen nur Auswüchse verhindert werden.» Der Zeitplan sieht vor, dass nach der nochmaligen Vorprüfung im April/Mai die öffentliche Auflage geplant ist, und dass die Genehmigung durch den Regierungsrat im Februar 22 stattfinden könnte. (gku)

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