Messen

Gemeinderat will Jugend-Treffpunkte nicht verbieten

Im Sommer hatten sich oft Jugendliche beim Primarschulhaus Räzlirein getroffen. Anwohner beklagten sich über die Ruhestörung.

Im Sommer hatten sich oft Jugendliche beim Primarschulhaus Räzlirein getroffen. Anwohner beklagten sich über die Ruhestörung.

Der Gemeinderat von Messen beschäftigte das Asylwesen und eine Lärmbeschwerde. Ein Paar hatte sich über Ruhestörung beklagt - im Sommer vermehrt Jugendliche beim Schulhaus trafen. Der Rat will solche Treffpunkte nicht grundsätzlich verbieten.

«Jugendliche sind Teil unserer Gesellschaft, im Miteinander können aber bisweilen schmerzhafte Reibungsflächen entstehen», fasste Gemeindepräsidentin Marianne Meister ihre Sicht des Problems zusammen. Was lag vor? Ein kinderloses Ehepaar, das nahe am Schulhaus Räzlirain wohnt, hatte sich über Ruhestörung durch Jugendliche beklagt, die sich jetzt im Sommer an einem lauschigen Plätzchen beim Schulhausplatz treffen und dort auch Musik hören.

Gemeinderat Rolf Siegenthaler hatte gemeinsam mit Mitgliedern der Jugendkommission das Gespräch mit den Beschwerdeführern und den jungen Leuten gesucht. Die Hausbewohner plädierten sehr emotional dafür, den Platzzugang mit einer Verbotstafel zu sperren. Vor drei Jahren hätten sie bereits schon einmal reklamiert, betonten sie.

«Das Thema Lärm verursachende Jugendtreffpunkte begleitet uns schon viele Jahre», hiess es im Rat. Mal sei dieser, mal jener Platz betroffen, denn Treffpunkte der Jugend verschieben sich immer wieder. Einig war sich der Rat darin, diese abendlichen Zusammenkünfte nicht grundsätzlich verbieten zu wollen. Die Jugendkommission will stattdessen regelmässig vorbeigehen, die Heranwachsenden an die auch fürs Schulhausumfeld geltende Hausordnung erinnern und mit ihnen gemeinsam Alternativen überlegen. «Wir bleiben dran, um Rücksicht und auch Toleranz in unserer Gemeinde zu fördern.» 

Regionalisierung Asylwesen

Mit der bis 2016 vorgesehenen Integration des Asylwesens in die Sozialregion – für Messen ist das Biberist-Bucheggberg-Lohn (BBL) – erwartet der Kanton lediglich einen Ansprechpartner. Der Kanton zahlt pro Dossier 1500 Franken. Gegenwärtig werden 140 Asylsuchende betreut, die auf die verschiedenen Gemeinden verteilt sind und vor Ort betreut werden. «Bis zum Jahresende ist mit 160 Asylbewerbenden zu rechnen», informierte Siegenthaler.

Damit diese Regionalisierung klappt, soll ein für die Administration des Asylwesens zuständiger Asylkoordinator angestellt werden. Bisher war die Organisation ORS dafür engagiert mit Kosten von jährlich 360 000 Franken. Das will die interkommunale Gruppe Asylbetreuung jetzt ändern und damit möglichst Geld sparen. Denn zusätzlich erhielt ORS beispielsweise 2014 für 60 begleitete Personen mit anerkanntem Flüchtlingsstatus nochmals 337 000 Franken.

Der gemeinsame Vorschlag lautet nun, die Stelle des Asylkoordinators auf 160 Stellenprozente für beide Aufgaben auszubauen und einen Kostenrahmen von 150 000 Franken zu veranschlagen. Die Stelle wird ausgeschrieben. Die künftige Sozialkommission BBL ist dann für die Führung von Asyl- und Flüchtlingswesen verantwortlich.

Weil laufende Verträge gekündigt werden müssen, ist der Start zur Regionalisierung für Juni 2016 geplant. Ein Vertragstext zur Asylkoordination besteht laut Siegenthaler bereits, muss aber von den beteiligten Gemeinden gutgeheissen und von der Gemeindeversammlung der Leitgemeinde Biberist genehmigt werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1