Gerlafingen
Gemeinderat will bei Schlüsselarealen mitreden

Der Gerlafinger Gemeinderat will Schlüsselareale gezielt entwickeln. Nun liegt eine entsprechende Teiländerung des Bauzonenplans auf. Betroffen sind 24 Grundstücke.

Urs Byland
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Auf dem Areal Zielmatten erfolgte die Einrichtung einer Planungszone in diesem Sommer.

Auf dem Areal Zielmatten erfolgte die Einrichtung einer Planungszone in diesem Sommer.

Urs Byland

Die Praxis des Gerlafinger Gemeinderates, einzelne Gebiete mit einer Planungszone zu belegen, soll nun mit einer Teiländerung des Bauzonenplans in eine definitive Situation überführt werden. Mit einer Planungszone wurden beispielsweise Areale beim Bahnhof Gerlafingen oder in der Zielmatten belegt.

Diejenige beim Bahnhof wurde 2012 errichtet, nachdem ein Asylzentrum im Restaurant Gerlafingerhof zur Diskussion stand. Auf dem Areal Zielmatten erfolgte die Einrichtung einer Planungszone in diesem Sommer. Fünf Jahre lang sollte die Besitzerin Moser Maschinen und Immobilien AG daran gehindert werden, auf dem Areal, das heute in der Gewerbezone ohne Wohnen liegt, Gewerbehallen auf die Wiese zu stellen.

Keine Beliebigkeit

Die Teiländerung des Bauzonenplanes liegt nun öffentlich auf. Die Absicht des Gemeinderates ist offensichtlich. Gebaut werden darf auf bestimmten Arealen nur, wenn ein genehmigter Gestaltungsplan vorliegt. Damit sichert sich der Gemeinderat die Mitsprache. «Verschiedene Gebiete befinden sich in einer Negativspirale und es besteht das Risiko, dass die noch freien Flächen einer beliebigen Überbauungsweise zum Opfer fallen, was einer geordneten Entwicklung entgegensteht», wird im Raumplanungsbericht dazu aufgeführt. Insgesamt betrifft die Gestaltungsplanpflicht nicht weniger als 24 Grundstücke. Sie werden als Schlüsselareale für die weitere Entwicklung Gerlafingens bezeichnet.

Was will der Gerlafinger Gemeinderat erreichen? Einerseits eine gezielte und kontrollierte Entwicklung, andererseits eine hochwertige. Die Herausforderung bestehe darin, die Entwicklungschancen dieser letzten Areale von strategischer Bedeutung für Gerlafingen
nachhaltig zu nutzen. Erwartet werde in diesen Gebieten eine Aufwertung der Wohn- und Lebensqualität. «Das ist vor allem auf die Architektur bezogen», erklärt Bauverwalter Ewald Kaiser. Nicht Billigstbauten seien erwünscht, sondern solche, die im Kontext zur nahen Umgebung stehen. Diese ist beispielsweise im Bahnhofquartier geprägt von Bauten aus der vorletzten Jahrhundertwende.

Dabei werden die bestehenden Zonen mit der Gestaltungsplanpflicht überlagert, sie werden mit dieser Auflage nicht verändert. Die Überprüfung der Zonen selber ist in der Gesamtrevision der Ortsplanung vorgesehen.

Kanton sieht Lücke

Die Vorprüfung beim Kanton ergibt ein gespaltenes Bild. Im Amt für Raumplanung kann man die Problematik Gerlafingens nachvollziehen: wenig nicht überbaute Bauzone und nicht realisierbare Neueinzonungen. Entwicklungspotenzial hat Gerlafingen deshalb nur innerhalb des bestehenden Siedlungsraums. Aber: «Wenig optimal ist, dass nicht gleichzeitig auch die Grundnutzung der Gebiete geprüft wird», so der Vorprüfungsbericht.

Konkret bedeutet dies, dass bis zur Rechtskraft der Ortsplanung (diese wird aktuell einer Revision unterzogen) in einigen Jahren die aktuelle Grundordnung gilt. «In Kombination mit einem Gestaltungsplan können damit die Areale rechtmässig mehr genutzt werden als allenfalls erwünscht.» Andererseits sei eine vorgezogene Anpassung der Grundnutzung, ohne dass das Räumliche Leitbild vorliegt, auch unmöglich. Deshalb sei es wichtig zum Mass der Mehrnutzung gegenüber der Grundnutzung eine Aussage zu machen, so der Kanton in der Vorprüfung.

Das sei aber schwierig. Denn in bestimmten Gebieten ist die Mehrnutzung geradezu erwünscht, bis zum Doppelten des heute möglichen, so Kaiser. Die Auflage der Teiländerung des Bauzonenplans läuft bis zum 3. Oktober.