Lohn-Ammannsegg
Gemeinderat verzichtet auf Pflästerung der Schulhausstrasse

Im Rahmen der Sanierung der Schulhausstrasse soll auch eine Temporeduktion erfolgen. Farbe und Pinsel sollen nun ausreichen um diese herbeizuführen - eine Pflästerung soll es nicht geben. Dies entschied der Gemeinderat am Dienstag.

Urs Byland
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Neu konzipierte Bushaltestellen, Verengungen der Strasse und weitere gestalterische Massnahmen sollen die Schulhausstrasse sicherer machen.

Neu konzipierte Bushaltestellen, Verengungen der Strasse und weitere gestalterische Massnahmen sollen die Schulhausstrasse sicherer machen.

Thomas Ulrich

Die Reaktionen am Infoanlass zur Sanierung der Schulhausstrasse haben den Gemeinderat beeindruckt. Dabei geht es nicht um das Sanierungsprojekt in Höhe von 4,7 Millionen Franken an und für sich. Diese ist in der Gemeinde nach den Problemen mit Wasserleitungsbrüchen unbestritten.

Streitpunkt ist die sogenannte Gestaltung der Strasse, für die die Gemeindeversammlung einen zusätzlichen Kredit von 70 000 Franken gesprochen hatte. Gemeint sind Massnahmen, welche auf der Strasse eine Temporeduktion herbeiführen und die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer insbesondere im Schulbereich erhöhen sollen.

Das im Vergleich mit den ursprünglichen Massnahmen bereits abgespeckte Massnahmenpaket wurde an der Sitzung nochmals entscheidend und im Sinn der Kritik am Infoanlass beschnitten.

«Ich beantrage, auf sämtliche Pflästerungen zu verzichten», rückte Isaak Meyer (FDP) nach einem längeren Vorgeplänkel über Kostenvorschlag und Terminprogramm der Gesamtsanierung mit seinem Anliegen heraus.

Die gänzliche Pflästerung des Dorfplatzes Lohn sowie teilweise beim Schulbereich und bei der Kreuzung Ammannsegg ist das Kernanliegen der von Jsabelle Scheidegger-Blunschy (FDP) präsidierten Sonderkommission (Soko).

«Ich bezweifle, dass diese Massnahme mehr Sicherheit bringt», sagte Isaak Meyer. Vor allem sei die Querpflästerung mit 2 bis 3 Meter breiten Streifen auf bestimmten Strassenabschnitten für die Anwohner lärmig, zudem eine teure und im Unterhalt intensive Massnahme.

Auch Beat Wyler (FDP) sprach sich gegen die Pflästerung aus. «Es gibt andere Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn ich zurückschaue auf den Infoanlass, ist das nicht abwegig.»

Natürlich seien andere Möglichkeiten in der Soko diskutiert worden, erklärte Gemeindepräsident und Soko-Mitglied Markus Sieber (Parteilos). Man wolle eine Massnahme, die der Autofahrer spürt, ergänzte die Soko-Präsidentin.

«Die Pflästerung soll die Aufmerksamkeit der Fahrenden im Schulbereich erhöhen.» Und der Dorfplatz soll keine Betonwüste mehr sein. Gegen Bemalungen spreche, dass man beim Überfahren nichts spüre. Und, wie Sieber anfügte, die Strasse mit den Jahren wieder zu einem Flickenteppich werde.

Mehrheit gekippt

Mit Ersatzgemeinderat Roman Hofer (FDP) erhöhte sich die Gegnerschaft einer Pflästerung auf ein Trio. Das schon einmal im Gemeinderat ermittelte Stimmverhältnis von 4 zu 3 für eine Pflästerung wäre noch machbar gewesen.

Zusätzliche Sicherheit für die Schulkinder und Temporeduktion versus Lärmbelästigung von Anwohnern, diesem Dilemma stellte sich Thomas Jäggi (SP). «Mir gefällt Pflästerung, aber ich will auch keine Pflästerung vor dem Schlafzimmer.»

Der Gemeindepräsident wies noch darauf hin, dass mit den Massnahmen eine Temporeduktion erreicht werden soll und falls diese nicht erfolge, Tempo 30 Thema werde.

Doch der Mist war geführt. Auch Matthias Enggist (SP) stimmt gegen die Pflästerung. Mit 5 zu den 2 Soko-Stimmen wurden Pflastersteine aus Lohn-Ammannsegg verbannt. Die Soko muss nun rasch eine Alternative finden, damit die ein Jahr dauernde Sanierung im Januar gestartet werden kann.

Tagesstrukturen aufbauen

Tagesstrukturen sind auch in Lohn-Ammannsegg ein Thema. Eine Anfrage um einen Beitrag durch den Tageselternverein war Auslöser für eine grundlegende Diskussion. Will man gezielt ein Angebot aufbauen oder nach Giesskannenprinzip Geld verteilen?

Mit der Blockzeit in der Schule und dem Mittagstisch ist bis 13.30 Uhr die Betreuung abgedeckt. Demnach müsse ein Ausbau des Angebots ab 13.30 Uhr thematisiert werden. «Als Gemeinde müssen wir Tagesstrukturen schaffen, aber wir sollten klein anfangen und die Angebote an die Schule andocken.»

Der Gemeinderat lehnte einen Beitrag an den Tageselternverein ab. Die entsprechenden Ressorts im Gemeinderat sollen bis Frühling einen Vorschlag für die Einführung von weiteren Tagesstrukturen ausarbeiten.

Der Gemeinderat hat...

...zu Kenntnis genommen, dass zur Planungszone Bahnhofgebiet drei Einsprachen eintrafen. Mitglieder der Baukommission reden nun mit den Einsprechern;

...die Richtlinien über die Bewilligung von Anlässen entschieden und die Bearbeitung von Gesuchen an den Gemeindeschreiber delegiert sowie das entsprechende Gebührenreglement angepasst;

...die Reglemente über die Wasserversorgung, über die Abwasserbeseitigung sowie über die Grundeigentümerbeiträge und -gebühren zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet;

...die Traktanden für die Budgetgemeindeversammlung festgelegt. Das Budget rechnet mit 50 000 Franken Überschuss, trotz einer anbegehrten Steuerfusssenkung von 104 auf neu 100 Punkte. (uby)