Gemeinderat
In Gerlafingen heisst es: Die Bürgerlichen gemeinsam gegen die SP

In Gerlafingen scheint die SP als stärkste Kraft im Gemeinderat unumstritten. Die SVP will aber mit der CVP und der FDP, die gemeinsam die Liste «Pro Gerlafingen» bilden, weiterhin eine bürgerliche Mehrheit halten.

Rahel Meier
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Standaktion der politischen Parteien im Vorfeld der Wahlen am 25. April.

Standaktion der politischen Parteien im Vorfeld der Wahlen am 25. April.

Jose R.Martinez

«Wir haben in der letzten Legislatur sehr gut zusammengearbeitet und gemeinsam viel erreicht», erklärt Thomas Wenger (Parteipräsident SVP und Gemeindevizepräsident). «Alle ziehen am gleichen Strick und ich hoffe, dass das auch so bleibt.» Die SVP möchte trotzdem am Wahlsonntag einen vierten Sitz erobern. «Es braucht uns, um Gegengewicht zu geben», ist Wenger überzeugt. Die SVP tritt mit ihren Bisherigen Thomas Wenger, Roger Käsermann und Patrick Schibler an. Auch die beiden Ersatzgemeinderäte Luigi Pordenon und Patric Räss kommen wieder.

Dazu stehen vier neue Namen auf der Liste. Sollte es mit dem vierten SVP-Sitz nicht klappen, dann hofft Wenger wenigstens auf eine bürgerliche Mehrheit. Das sagt er mit Blick auf die Liste «Pro Gerlafingen». Sie besteht aus Mitgliedern der FDP, der CVP und aus Parteilosen.

Integration ist auch in der Politik wichtig

Max Nydegger (Parteipräsident SP) möchte natürlich die bisherigen fünf Sitze halten. «Die Stimmung in Gerlafingen ist
zurzeit gut. Der Gemeinderat hat als Team gut zusammengearbeitet», erklärt auch er. Wie sich die neue Liste mit den Bisherigen von FDP und CVP auf die Wahlen auswirkt, sei im Moment noch unklar. «Wir hoffen auf die Wahl von Leuten aus der Mitte. Denn wir haben ja auch eine starke SVP im Dorf.» Wichtig ist für die SP auch in den nächsten vier Jahren das gesellschaftliche Zusammensein im Dorf und die Integration. «Schon heute sind für uns Schweizer mit Migrationshintergrund im Gemeinderat.»

Nydegger spricht damit Gemeinderätin Özlem Kellenberg-Yüksel und die Ersatzgemeinderäte Driton Mustisi und Muhamed Kabashi an. Weiter gehen die bisherigen Philipp Heri (Gemeindepräsident), Regula Jordi-Nyffenegger, Reto Wegmüller und Michèle Graf-Bürki (Ersatz) erneut ins Rennen. Die SP konnte zudem zwei neue Frauen motivieren.

«Gemeinsame Liste ist eine gute Sache»

Thomas Zumsteg (Präsident FDP) ist überzeugt, dass die Liste «Pro Gerlafingen» eine gute Lösung ist. «Es wird je länger, je schwieriger Leute zu finden, die sich in einer Partei aktiv engagieren wollen.» Gemeinsam mit der CVP und mit Kandidatinnen und Kandidaten, die sich als parteilos bezeichnen, könne man als ernst zu nehmende Kraft auftreten. Zumsteg hofft darum, dass man die drei Sitze, die man bisher gemeinsam hatte, behalten kann.

Immerhin tritt FDP-Gemeinderat Werner Rutsch wieder an, ebenso Zumsteg selbst, der bisher Ersatz war. Gérard Georges, der heute parteilos ist, wurde vor vier Jahren auf der Liste der FDP gewählt und tritt ebenfalls wieder an.

Stefan Reinhart (Parteipräsident CVP) möchte verhindern, dass die SP einen weiteren Sitz dazu gewinnt und damit die Mehrheit im Gemeinderat erhalten würde. «Das ist selten gut für ein Dorf», meint er. Mit Thomas Stulz tritt der bisherige Gemeinderat der CVP wieder an.

Sorgsamer Umgang mit den Finanzen

Für die bürgerlichen Vertreter steht der sorgsame Umgang mit Steuergeldern in den nächsten vier Jahren hoch oben auf der Prioritätenliste. «Wir müssen unabhängiger werden vom Finanzausgleich», meint Thomas Wenger. Das heisse, selbst stärker werden, was die Finanzen angeht. Demzufolge sieht die SVP auch die Mehrzweckhalle, die man in Gerlafingen gerne bauen würde, kritisch. «Das Anliegen ist berechtigt und wir hätten die Halle auch gerne. Wir wissen heute einfach nicht, ob wir sie finanzieren können», erklärt Wenger. Denn wichtig sei es auch, den heutigen Steuerfuss der Gemeinde Gerlafingen halten zu können.

Auch die CVP hat sich einen gesunden Finanzhaushalt auf die Fahne geschrieben. «Investieren da, wo es nötig und richtig ist», meint Stefan Reinhart. Ein gutes Bildungssystem, sichere Schulwege und eine gute Siedlungspolitik mit qualitativem Wachstum liegen der CVP ebenfalls am Herzen. Thomas Zumsteg kann das nur unterstreichen. «Wir denken hier sehr ähnlich.»

Ein Ort für die ganze Bevölkerung

«Der Bau der Mehrzweckanlage ist auch für uns ein wichtiges
Anliegen», so Max Nydegger. Der SP sei natürlich auch bewusst, dass der Bau nur möglich wird, wenn die Finanzierung möglich ist. «Gerade für das
Zusammenleben im Dorf, die Vereine und Anlässe wäre die Halle wichtig.» Immerhin sei die Bevölkerung in den letzten Jahren gewachsen, damit kommen mehr Steuern herein und so werde auch der finanzielle Spielraum der Gemeinde wieder etwas grösser.