Alljährlich führt die Kreisoberstufe Gerlafingen-Obergerlafingen-Recherswil ein Projekt in den Abschlussklassen durch. Diesmal plant die Klasse 3B eine Umgestaltung der Wiesenfläche auf der Parzelle 1086 im Gelände Kirchacker zu einem fantasievollen, geschützten Bewegungsraum für Unterricht und Freizeit. Die jungen Leute haben, unterstützt von ihren Lehrkräften Max Lange und Benjamin Schmid, unterschiedlichste Stationen detailliert entwickelt und gezeichnet.

Nun präsentierten die drei Mädchen Sadat Al Ubadi, Bertin Karabulut und Aurora Amalta dem Gemeinderat die einzelnen Stationen, die Fitness, Gesundheit, Kreativität, Umweltbewusstsein, Naturbetrachtung und soziales Verhalten vermitteln sollen. An den Gemeinderat gelangten sie mit der Bitte, das Baugesuch, das noch bezüglich Sicherheitsaspekten an den Spielgeräten perfektioniert werden muss, zu genehmigen. Der Werkhof Gerlafingen wird die Arbeiten begleiten. Alle Fraktionssprecher drückten ihre Freude über diese «good news» aus.

Die Lehrkräfte sicherten zu, dass eine Person im Lehrerkollegium für die Instandhaltung der Anlage, die im Werkunterricht gewartet werden könnte, zuständig sein wird. Den Ratsmitgliedern, die einen SP-Antrag auf Gewährung eines «Zustupfes» an die Baumassnahmen in Höhe von 2000 Franken spontan zusammen mit dem Baugesuch genehmigten, fiel die einstimmige Entscheidung besonders leicht. Lehrer, Schülerinnen und Schulleitung erklärten nämlich, dass die gesamte Projekt-Finanzierung durch eine Sponsoring-Sammlung gedeckt werden soll. «Wir beginnen damit in unseren drei Gemeinden im März», hiess es. Gewürdigt werden alle Gönner und Geldgeber auf einer Sponsorentafel. Und ganz wichtig: «Gebaut wird nur, was wir aus dem Sponsorentopf bezahlen können.»

Aufenthaltsverbote

Wie in vielen Gemeinden sind auch in Gerlafingen die Eingangsbereiche von Schulhäusern, Kindergärten sowie gedeckte Veloständer beliebte Treffpunkte für Heranwachsende und junge Erwachsene. Schon länger erreichten unterschiedlichste Reklamationen aus der Bevölkerung die Gemeindeverwaltung. Auch Sicherheitsdienst und Hauswarte haben entsprechende Beobachtungen gemacht. Massnahmen wurden an einem «Runden Tisch» entwickelt. Ein generelles Aufenthaltsverbot von 22 bis 06 Uhr bei den überdachten Eingangs- und Pausenbereichen für alle Personen, die nicht mit dem laufenden Schulbetrieb in Verbindung stehen, wurde als passende Massnahme nun genehmigt.

Damit hat der Sicherheitsdienst eine Grundlage, fehlbare Personen wegweisen zu können. Hingegen ist es allen Kindern und Jugendlichen weiterhin möglich, auch ausserhalb der Schulzeiten auf den Schul- und Sportanlagen zu spielen. «Wir müssen aber auch daran denken, nicht alles zu verbieten, sondern jungen Leuten einen Treffpunkt ‹am Schärme› anzubieten», regte Ratsmitglied Thomas Wenger (SVP) an. Auch in der SP wurde dieses Verbot als «einschneidend» diskutiert. Das zeitlich und in allen Konsequenzen definierte Verbot wird beim Bezirksrichteramt beantragt und als Tafel an allen betroffenen öffentlichen Grundstücken aufgestellt.

Vielschichtige Ortsplanung

Planer Martin Eggenberger informierte die Ratsmitglieder über die laufenden Arbeiten in der Ortsplanungsrevision. Dabei beleuchtete er mehrere Themen des Riesenprojekts. «Ortsplanung bedeutet immer Lebensraumgestaltung». Alle Neuerungen der Revision, die grundeigentümer-verbindlich sind, werden vom Gemeinderat und abschliessend vom Regierungsrat beurteilt und genehmigt. Die Gemeindeversammlung allerdings diskutiert und bewilligt alle Reglemente.

In Gerlafingen soll das sogenannte Attika- oder Penthausgeschoss künftig voll eingerechnet werden. Das bisherige Gebäude mit 3 Geschossen plus Attika ist jetzt ein viergeschossiges Gebäude in der entsprechenden Zone W4. Eggenberger erläuterte wünschbar gleiche Höhenlinien entlang der «Rückgrat»-Strassen im Ortskern, wies auf Punkte der Qualitätsförderung mithilfe von Gestaltungsplänen hin und erläuterte an Beispielen die Anforderungen im Ortsbildschutz. Die vielen Gerlafinger Bäche erfordern, den Gewässerabstand einzuhalten. Der Gemeinderat wird sich noch zwei Mal vor der Verabschiedung mit der Ortsplanungsrevision beschäftigen, über die anlässlich einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 13. März informiert wird.