Riedholz
Gemeinderat gibt grünes Licht für die neue Inertstoffdeponie

Die Anpassung des kantonalen Richtplans wurde vom Gemeinderat Riedholz genehmigt. Er spricht sich damit für den Attisholzwald als Standort für die Inertstoffdeponie aus.

Lea Reimann
Merken
Drucken
Teilen
Die Deponie im Attisholzwald ist bald gefüllt.

Die Deponie im Attisholzwald ist bald gefüllt.

Urs Byland

Bereits 2009 hat der Regierungsrat den Standort Attisholzwald als Inertstoffdeponie in den kantonalen Richtplan aufgenommen. Die dort bereits bestehende Deponie wird voraussichtlich 2020 voll sein und soll deshalb erweitert werden. Momentan besteht nämlich ein Mangel an Inertstoffdeponien. Inertstoffe sind Abfälle, die zu mehr als 95 Prozent aus gesteinsähnlichen Materialien bestehen, welche nicht an chemischen Prozessen beteiligt sind, also beispielsweise Steine, Beton, Backsteine oder Ziegel.

Nun haben sich die Voraussetzungen seit 2009 geändert, weshalb der Richtplan angepasst und vom Gemeinderat genehmigt werden musste. Einerseits zeugen archäologische Funde von einer grossen römischen Villa auf diesem Gebiet. Diese Kulturgüter sind laut der eidgenössischen Kommission für Denkmalschutz von kantonaler – eventuell sogar von nationaler Bedeutung. Folglich muss dieser Bereich vom verfügbaren Perimeter ausgeschlossen werden.

Andererseits ist die Menge der zu deponierenden Inertstoffe erheblich grösser als ursprünglich angenommen. Während man 2008 noch von 30 000 Kubikmeter pro Jahr ausging, sind es heute jährlich 70 000 Kubikmeter.

Steuereinnahmen und Verkehr

Martin Gutknecht von der betreibenden Firma Vigier Beton AG betonte, dass die Deponien etappenweise ausgehoben, gefüllt und wieder aufgeforstet werden. Wenn die bestehende Grube 2020 voll sein wird, werde man an einer anderen Stelle Kies abbauen, damit eine neue Grube entsteht. Sobald diese wieder voll ist, wird aufgeforstet und eine neue Grube kann entstehen. «Die Grube wandert in Etappen und am Schluss ist alles wieder Wald», so Gutknecht.

Vom 1. bis 30. Juni soll die bereinigte Richtplananpassung öffentlich aufgelegt werden. Der Gemeinderat stimmte dem zu und will in seiner positiven Stellungnahme für die Grube vor allem auf die Verkehrssituation eingehen. Es sei wichtig, dass die Lastwagen nicht die Attisholzstrasse benutzen, sondern über die Kantonsstrasse fahren, wie dies eigentlich schon jetzt vorgesehen sei. Auf die Frage, worin denn der Nutzen der Gemeinde bestehe, antwortete Felix Hofer von Vigier Beton AG, dass dieser vor allem finanzieller Natur sei. «Mit uns hat die Gemeinde einen langfristigen Partner, der ein gutes Steuersubstrat einbringt. Wir sind standortgebunden und können nicht einfach verschwinden», so Hofer.