Lommiswil
Gemeinderat gewinnt etwas Zeit für die Planungen der Wasserversorgung

Die Verschiebung der Sanierung des Weissensteintunnels reduziert den Zeitdruck für den Lommiswiler Gemeinderat für eine Lösung bei der Wasserversorgung.

Andreas Toggweiler
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Die Wasserversorgung für Lommiswil verläuft durch den Weissensteintunnel.

Die Wasserversorgung für Lommiswil verläuft durch den Weissensteintunnel.

Hanspeter Bärtschi / Canon 5D Mark III

In Lommiswil bekommen die Behörden mehr Zeit, um den Auftrag der Gemeindeversammlung für Planungen der Wasserversorgung umzusetzen. An seiner ersten Sitzung im neuen Jahr konnte der Gemeinderat von neuen Rahmenbedingungen Kenntnis nehmen. Denn die BLS hatte im Dezember mitgeteilt, dass man nicht wie geplant Mitte 2021 mit der Sanierung des Weissensteintunnels beginnen kann.

Ein Zeitpunkt für den Baubeginn wurde bisher nicht genannt. Dies hat Folgen für die Planung der Wasserversorgung Lommiswil, wie Gemeindepräsident Norbert Häberle bestätigt:

«Wir erhalten nun mehr Zeit für unsere Abklärungen, bevor die Bevölkerung über dieses komplexe Geschäft zu entscheiden hat.»

Im vergangenen September hatte die Gemeindeversammlung die Behörden beauftragt, die Wasserversorgungsleitung durch den Weissensteintunnel möglichst weiter zu betreiben und Projekte auszuarbeiten für eine zeitlich befristete weitere Nutzung der Gänseloch-Quelle. Dies mit einer provisorischen Leitung während der Tunnelbauarbeiten und einer späteren definitiven Leitung.

Damit soll für die nächsten Jahre der Wasserbezug aus der gemeindeeigenen Gänseloch-Quelle in Gänsbrunnen sichergestellt werden. Dies, obwohl die weitere Nutzbarkeit dieser Quelle aufgrund verschärfter Quellschutzbestimmungen nicht mehr möglich sein wird.

Der Gemeinderat hatte deshalb dafür plädiert, angesichts der grossen Investitionen und weil die Tunnelleitung nur für kurze Zeit für die Wasserversorgung genutzt werden könnte, das Wasser künftig aus den Nachbargemeinden zu beziehen. Ob eine Schutzzonenausscheidung dennoch machbar sein könnte, wird aktuell jedoch nochmals überprüft, dies ebenfalls im Auftrag der Gemeindeversammlung. Gemäss Auftrag des Souveräns weiterplanen Aufgrund des ursprünglich anberaumten Baubeginns im ­Tunnel, hätte bis im März die ­Gemeinde die Projekte der Tunnelleitungen planen und entscheiden müssen.

Kirchgemeindehaus kaufen?

«Wir werden natürlich nicht die Füsse auf den Tisch legen und nichts mehr tun», betont der Gemeindepräsident. Vielmehr werde man gemäss Auftrag des Souveräns planen, sei aber froh, jetzt mehr Zeit zu haben. Der Gemeinderat hat im Weiteren die Ausarbeitung eines Planungsausgleichsreglementes begonnen und die entsprechenden Aufträge erteilt. Ferner hat er eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine mögliche Nutzung des reformierten Kirchgemeindehauses durch die Einwohnergemeinde prüfen soll. Die Reformierte Kirche hat das Gebäude der Gemeinde Lommiswil zum Kauf angeboten. Ein allfälliger Kauf müsste von der Gemeindeversammlung beschlossen werden.

Kirchgemeindehaus zu verkaufen

Die Reformierte Kirchgemeinde Solothurn hat im Oktober angekündigt, dass sie die Kirchgemeindehäuser (KGH) Weststadt und Lommiswil verkaufen will. Während das KGH Solothurn inzwischen zum Verkauf ausgeschrieben wurde, hat sich die Kirche in Lommiswil an die Einwohnergemeinde gewandt und ihr das Gebäude angeboten (vgl. Haupttext). «Wir fanden das nicht mehr als angebracht, nachdem das Gebäude teilweise auf dem Land der Gemeinde steht und auch von der Musikschule mitbenutzt wird», erklärt Kirchgemeindeverwalter Richard Hürzeler. Die Interessen sind somit verflochten: Die Kirche zahlt Baurechtszinsen und die politische Gemeinde Mieten. Über eine Entflechtung wurde einst diskutiert, sie wurde aber nie vollzogen. Investitionsbedarf in das rund 40-jährige Gebäude bestehe in Lommiswil nicht, meint Hürzeler weiter. Es sei auch kein Preisvorschlag gemacht worden. Der Verkauf erfolge zur Reduktion der Fixkosten, was mit der Kürzung des Finanzausgleichs nötig geworden sei. Es handelt sich um das einzige Gebäude der Reformierten in Lommiswil, das zusammen mit Selzach einen der fünf Kirchenkreise bildet. (at.)